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Kunst des 19. Jahrhunderts

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Adolph Menzel

Breslau 1815 – 1905 Berlin

Die Personen des „Flötenkonzerts“. 1852

Feder auf bräunlichem Papier, alt auf Karton aufgezogen. 42 × 71,5 cm. (16 ½ × 28 ⅛ in.) Am unteren Rand bezeichnet: Die Oertlichkeit ist das Musikzimmer auf Sanssouci, Zeit 1750. Außerdem mit den Namen der Dargestellten. Rückseitig mit dem Entwidmungsstempel des Kupferstichkabinetts Berlin. Auf dem Passepartout ein Etikett der Galerien Thannhauser, Berlin-München-Luzern.  [3009]

ProvenienzMax Liebermann, Berlin (mind. seit 1927, bis 1935) / Martha Liebermann, Berlin (1935 bis nach dem 14.9.1938) / Wolfgang Gurlitt, Berlin/München (mind. 1948–1954); Privatsammlung, Schweiz / Conrad Reinemer, Berlin/München (1962) / Nationalgalerie, Kupferstichkabinett, Berlin (erworben 1962, Inv.-Nr. 18/62; 2020 an die Erben nach Martha Liebermann restituiert)

EUR 30.000 – 40.000
USD 35,700 – 47,600

Verkauft für:
43.750 EUR (inkl. Aufgeld)

Die Personen des „Flötenkonzerts“

Auktion 328Mittwoch, den 9. Juni 2021, 15.00 Uhr

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Die Zeichnung wird im ausdrücklichen Einvernehmen mit den Erben nach Martha Liebermann angeboten.

AusstellungAdolph von Menzel 1815–1905. Ausstellung von Gemälden, Gouachen, Pastelle, Zeichnungen. Berlin, Galerien Thannhauser, 1928, Kat.-Nr. 312 / Hundert Jahre Berliner Kunst im Schaffen des Vereins Berliner Künstler. Berlin, Künstlerhaus, 1929, Kat.- Nr. 1001 / Katalog von Werken der Malerei und Zeichenkunst des XIX. und XX. Jahrhunderts. Linz, Neue Galerie der Stadt Linz, 1948, Kat.-Nr. 164

Literatur und AbbildungKarin Schoor: Wilhelm Trübner, Adolph Menzel, Lovis Corinth [Ausstellung bei Gurlitt in München]. In: Die Weltkunst, XXIV. Jg., Nr. 6, 15.3.1954, S. 4, m. Abb. / Karl-Heinz und Annegret Janda: Max Liebermann als Kunstsammler. Die Entstehung seiner Sammlung und ihre zeitgenössische Wirkung. In: Staatliche Museen zu Berlin, Forschungen und Berichte, Bd. 15 (Kunsthistorische und volkskundliche Beiträge), 1973, S. 105-149, Kat.-Nr. 82 / Franz Landsberger: Erinnerungen an Max Liebermann. Die Geschichte einer Freundschaft. In: Berlinische Notizen, Zeitschrift des Vereins der Freunde und Förderer des Berlin Museum e.V., H. 3/4, 1973 (zuerst 1957), S. 3-8, hier S. 4 / Adolph Menzel. Zeichnungen, Druckgraphik und illustrierte Bücher. Ein Bestandskatalog der Nationalgalerie, des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, 1984 (zugl. Ausst.-Kat. Bonn-Bad Godesberg, Wissenschaftszentrum, 1984), Kat.-Nr. 50, m. Abb. / Jörn Grabowski: „Hängt bei Ihnen Liebermann unbeanstandet?“ Max Liebermann und die Nationalgalerie in schriftlichen Quellen der Jahre 1933 bis 1945. In: Ausst.-Kat.: Max Liebermann. Jahrhundertwende. Berlin, Alte Nationalgalerie, 1997, S. 317-324, hier S. 323 (Postjournal 1938/1637, Angebot von Kurz Riezler am 14.9.1938, Tausch von Liebermann-Gemälden gegen Menzel-Zeichnungen) / Karl-Heinz Janda, Annegret Janda und Monika Tatzkow: Verzeichnis der Sammlung Liebermann. In: Martin Faass (Hg.): Verlorene Schätze. Die Kunstsammlung von Max Liebermann. Berlin, Nicolai, 2013 (zugl. Ausst.-Kat. Berlin, Liebermann-Villa am Wannsee, 2013/14), S. 186, Nr. 134 / Claude Keisch: Meisterliches, allzu Meisterliches. Berliner Maler in der Sammlung Liebermann. In: Faass 2013 (a.a.O.), S. 55-71, hier S. 63 u. S. 64, Abb. 41 / Bärbel Hedinger, Michael Diers und Jürgen Müller (Hg.): Max Liebermann. Die Kunstsammlung. Von Rembrandt bis Manet. München, Hirmer Verlag, 2013, S. 278, Nr. SL 135, m. Abb

Wenn man bedenkt, wie oft Menzel bis zur Mitte der Fünfzigerjahre mit der Feder auf dem lithografischen Stein komponiert hat – dieser Werkblock zählt mehr als 300 Nummern –, darf man sich über die verschwindende Zahl seiner Federzeichnungen wundern. Nur wenn eine Vorlage für die Autotypie benötigt wurde, griff er notgedrungen zu Feder und Tinte, und für die humoristischen Illustrationen zu seinen Briefen empfahl es sich aus praktischen wie aus ästhetischen Gründen, das übliche Schreibgerät weiter zu verwenden. Daher sind fast alle seine Federzeichnungen Gelegenheitsarbeiten im besten Sinne, zügig und in einem Fluss mit den Schriftzeilen entstanden.
Das gilt auch für das hier vorgestellte große Blatt, das sich schon auf den ersten Blick als ein Auszug aus einer berühmten Komposition zu erkennen gibt. Das „Flötenkonzert Friedrichs des Großen in Sanssouci“ (1852) wird hier nicht etwa skizzierend vorbereitet; vielmehr werden nachträglich, dem Betrachter des Gemäldes zuliebe, die Protagonisten identifiziert und ihre Stellung und Tätigkeit am Hof benannt.
Schon für die mit 400 Holzschnitten illustrierte „Geschichte Friedrichs des Großen“ von Franz Kugler (vollendet 1842) hatte der junge Menzel einen Anhang, „Historischer Nachweis zur Verständigung einiger Illustrationen“, verfasst, der auf die Existenz historischer Bild- und Textquellen für bestimmte Personen und Orte verwies („dass man die Sachen nicht aus der Luft gegriffen, sondern studiert“ habe); doch auf besonderen Wunsch des Textverfassers wurden auch einzelne Vorgänge kommentiert und die auftretenden Personen aufgezählt – dies auch im Falle der beiden Szenen, in denen bereits der flötespielende Friedrich auftritt ...

Den Begleittext von Claude Keisch hier weiterlesen

Den Begleittext zur Sammlung Max und Martha Liebermann von Bärbel Hedinger hier lesen

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