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Kunst des 19. Jahrhunderts

151

Adolph Menzel

Breslau 1815 – 1905 Berlin

Tagebau in Königshütte. 1872

Bleistift, stellenweise gewischt, auf Papier. 22,3 × 30,4 cm. (8 ¾ × 12 in.) Unten links signiert, bezeichnet und datiert: Ad. Menzel Könighütte 72. Rückseitig mit dem Entwidmungsstempel des Kupferstichkabinetts Berlin. Leicht gebräunt.  [3009]

ProvenienzMax Liebermann, Berlin (mind. seit 1905, bis 1935) / Martha Liebermann, Berlin (1935 bis nach dem 14.9.1938) / Asta von Friedrichs, Berlin (1954) / Nationalgalerie, Berlin (1954 erworben; Kupferstichkabinett, Berlin, Inv.-Nr. NG 9/57; 2020 an die Erben nach Martha Liebermann restituiert)

EUR 25.000 – 35.000
USD 29,800 – 41,700

Verkauft für:
50.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Tagebau in Königshütte

Auktion 328Mittwoch, den 9. Juni 2021, 15.00 Uhr

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Die Zeichnung wird im ausdrücklichen Einvernehmen mit den Erben nach Martha Liebermann angeboten.

AusstellungKatalog der Deutschen Kunstausstellung. Berlin, Berliner Secession, 1899, 2. Aufl., Kat.-Nr. 228 („Königshütte, 1873“; unverkäuflich), m. Abb. / Ausstellung von Werken Adolph von Menzels. Berlin, Königliche National-Galerie, 1905, II. Aufl., Kat.-Nr. 5357 / Adolph von Menzel 1815–1905. Ausstellung von Gemälden, Gouachen, Pastelle, Zeichnungen. Berlin, Galerien Thannhauser, 1928, Kat.-Nr. 213 / Ausstellung Adolph von Menzel aus Anlass seines 50. Todestages. Berlin, ehemals Staatliche Museen Berlin, Nationalgalerie, im Museum Dahlem, 1955, Kat.-Nr. 188, Abb. 51 / Adolph Menzel. Handzeichnungen. Bremen, Kunsthalle Bremen, 1963, Kat.-Nr. 104 / Adolph Menzel, 1815–1905. Pastelle, Aquarelle und Zeichnungen. Berlin, Verein der Freunde und Förderer des Berlin-Museums und das Kunstamt Tiergarten von Berlin, im Haus am Tiergarten, 1965, Kat.-Nr. 57, Abb. S. 4 / Drawings and Watercolours by Adolph Menzel 1815–1905. London, The Arts Council Gallery; Bristol, City Art Gallery; Kingston upon Hull, Ferens Art Gallery, und Leicester, Museums and Art Gallery, 1965, Kat.-Nr. 62, m. Abb. / Adolph Menzel. Eine Ausstellung des Kulturwerks Schlesien. Würzburg, Städtische Galerie „Haus zum Falken“ am Markt, 1966, Kat.-Nr. 15 / Industrie und Technik in der deutschen Malerei. Von der Romantik bis zur Gegenwart. Eine Ausstellung aus Anlaß des 150jährigen Jubiläums d. DEMAG Aktiengesellschaft. Duisburg, Wilhelm-Lehmbruck-Museum, 1969, Kat.-Nr. 63 / Ausstellung „Die Nützlichen Künste“. Gestaltung Technik und Bildende Kunst seit der Industriellen Revolution. Berlin, Messegelände, 1981, S. 125 / Menzel – der Beobachter. Hamburg, Hamburger Kunsthalle, 1982, Kat.-Nr. 103, m. Abb. / Prints and Drawings by Adolph Menzel. A selection from the collections of the museums of West Berlin. Cambridge, The Fitzwilliam Museum, 1984, Kat.-Nr. 60

Literatur und AbbildungRichard Wilde: Hier und Dort. Bei Max Liebermann. In: Berliner Börsen-Courier, Jg. 40, Nr. 547, 22.11.1907, S. 2 / Max Osborn: Berliner Privatgalerien, II. Die Sammlung Max Liebermann. In: Nordwest, Jg. 1, 1909, Nr. 19, S. 584-589, hier S. 586 / Alfred Lichtwark: Der Sammler. In: Kunst und Künstler, Jg. 10, 1912, H. 5, S. 229-241, und H. 6, S. 281-291, hier Abb. S. 242 / Berliner Museen. Berichte aus den ehemaligen Preuszischen Kunstsammlungen, Neue Folge 7, 1957, S. 57 / Karl-Heinz und Annegret Janda: Max Liebermann als Kunstsammler. Die Entstehung seiner Sammlung und ihre zeitgenössische Wirkung. In: Staatliche Museen zu Berlin, Forschungen und Berichte, Bd. 15 (Kunsthistorische und volkskundliche Beiträge), 1973, S. 105-149, Kat.-Nr. 90 / Adolph von Menzel. Das graphische Werk. Ausgewählt von Heidi Ebertshäuser. 2 Bände. München, Rogner & Bernhard, 1976, hier Zweiter Band, Abb. S. 1114 / Françoise Forster-Hahn: Authenticity into Ambivalence: The Evolution of Menzel’s Drawings. In: Master Drawings, Bd. XVI, 1978, S. 255-283, hier S. 271, Tf. 24 / Adolph Menzel. Zeichnungen, Druckgraphik und illustrierte Bücher. Ein Bestandskatalog der Nationalgalerie, des Kupferstichkabinetts und der Kunstbibliothek, Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, 1984 (zugl. Ausst.-Kat. Bonn-Bad Godesberg, Wissenschaftszentrum, 1984), Kat.-Nr. 75, m. Abb. (mit falschem Erwerbsdatum) / Ausst.-Kat.: Adolph Menzel, 1815–1905. Das Labyrinth der Wirklichkeit. Paris, Musée d'Orsay; Washington, National Gallery of Art, und Berlin, Nationalgalerie und Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, im Alten Museum, 1996/97, S. 288 u. S. 289, Anm. 11 (erwähnt) / Jörn Grabowski: „Hängt bei Ihnen Liebermann unbeanstandet?“ Max Liebermann und die Nationalgalerie in schriftlichen Quellen der Jahre 1933 bis 1945. In: Ausst.-Kat.: Max Liebermann. Jahrhundertwende. Berlin, Alte Nationalgalerie, 1997, S. 317-324, hier S. 323 (Postjournal 1938/1637, Angebot von Kurz Riezler am 14.9.1938, Tausch von Liebermann-Gemälden gegen Menzel-Zeichnungen) / Annegret Janda: Max Liebermanns Kunstsammlung in seinen Briefen. In: Ausst.-Kat.: Wien, Jüdisches Museum, 1997, S. 225-254, hier Abb. S. 229 / Marie Riemann-Reyher (Hg.): Adolph von Menzel. Reiseskizzen aus Preußen. München, Langen Müller, 1997 (= Deutsche Bibliothek des Ostens, hrsg. v. Karl Konrad Polheim und Hans Rothe), S. 161 (Abb.), S. 170 u. S. 219 (Abb.-Verzeichnis) / Karl-Heinz Janda, Annegret Janda und Monika Tatzkow: Verzeichnis der Sammlung Liebermann. In: Martin Faass (Hg.): Verlorene Schätze. Die Kunstsammlung von Max Liebermann. Berlin, Nicolai, 2013 (zugl. Ausst.-Kat. Berlin, Liebermann-Villa am Wannsee, 2013/14), S. 191, Nr. 142 / Claude Keisch: Meisterliches, allzu Meisterliches. Berliner Maler in der Sammlung Liebermann. In: Faass 2013 (a.a.O.), S. 55-71, hier S. 59, 60, S. 61 (Abb. 38), S. 62 / Bärbel Hedinger, Michael Diers und Jürgen Müller (Hg.): Max Liebermann. Die Kunstsammlung. Von Rembrandt bis Manet. München, Hirmer Verlag, 2013, S. 168, Abb. 4, S. 169 (Foto: Wand in der Villa am Wannsee, um 1932, zu erkennen die linke untere Ecke der gerahmten Zeichnung), S. 279, Nr. SL 145, m. Abb

Max Liebermanns Beziehung zu Menzel „hat viele Schwankungen durchgemacht“ (Max J. Friedländer). Aber dennoch: Für Liebermann gab es in der deutschen Kunst des 19. Jahrhunderts immer nur Menzel. Der eiserne Fleiß, dieser unbändige Schaffensdrang, das geradezu unheimliche Talent dieses „größten Zeichners aller Zeiten“ könne „gar nicht genug gelobt werden ... ich wenigstens habe den allergrößten Respekt vor ihm“, schrieb er schon 1900 an Hans Rosenhagen. Jahrzehntelang setzte er sich intensiv mit der Kunst des Älteren auseinander, verzweifelte an ihr, beflügelte sich an ihr. Diese Auseinandersetzung spiegelt seine Sammlung von Menzel-Arbeiten wider. Dabei waren es gerade die Szenen aus dem modernen Leben, in denen sich Liebermann Menzel nahe fühlte. Werke wie unser Blatt, das er noch zu Lebzeiten Menzels erworben hatte. Was ihn daran faszinierte, ist leicht verständlich: Das Bild ist nicht nur künstlerisch ein absolutes Meisterstück, Ausweis allerhöchster Zeichenkunst, sondern zudem direkt verbunden mit dem legendären „Eisenwalzwerk “ – Menzels vielleicht sensationellstem Gemälde, Meilenstein nicht nur in seinem Œuvre, sondern auch in der (deutschen) Kunstgeschichte. Niemals zuvor hatte ein deutscher Künstler die hochmoderne industrialisierte Arbeitswelt zum Motiv eines Ateliergemäldes auserkoren und kein anderer vor ihm hatte es hierzulande gewagt, mit solcher Schärfe die „soziale Frage“ zu stellen ...

Den Begleittext von Frida-Marie Grigull hier weiterlesen

Den Begleittext zur Sammlung Max und Martha Liebermann von Bärbel Hedinger hier lesen

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