Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

332

Rolf Nesch

Oberesslingen 1893 – 1975 Oslo

Holzpferdchen auf Rollen. Um 1932/33

Lindenholz, geschnitzt; Lederbänder; Eisennägel. 23 × 27 × 11,5 cm. (9 × 10 ⅝ × 4 ½ in.) Unikat.  [3365]

ProvenienzRenate des Arts (geb. 1929), Tochter von Reinhard des Arts (1891–1954), Hamburg (Geschenk des Künstlers kurz vor 1933) / Seitdem Familienbesitz

EUR 8.000 – 12.000
USD 8,790 – 13,200

Holzpferdchen auf Rollen

Auktion 312Donnerstag, den 28. November 2019, 15.00 Uhr

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Vergleichsliteratur: Maike Bruhns: Kunst in der Krise, Bd. 1 (Hamburger Kunst im „Dritten Reich"). Hamburg, 2001, S. 236

Wir danken Fanny Weidehaas, Warburg-Haus, Hamburg, für freundliche Hinweise.

Literatur und AbbildungWolf Stubbe: Tiere anders gesehen. Zeichnungen von Rolf Nesch. Hamburg, 1985, S. 48, Abb. 22

Nesch liebte die Tiere und das Spiel. „Bei nächster Gelegenheit werden wir [...] Kindergarten spielen und singen und allen Unsinn treiben, der uns einfällt“, schrieb er 1951 an die Familie des Chefarztes des Kinderkrankenhauses Anscharhöhe in Hamburg, Reinhard des Arts, der seit 1922 ausschließlich seine Werke sammelte und dem Künstler auch nach seiner Flucht aus Nazi-Deutschland 1933 nach Norwegen die Treue gehalten hatte.
Noch während der Weimarer Republik, um 1930, schnitzte der Maler und Grafiker für die damals zehnjährige Tochter seines Förderers, Renate des Arts, dieses Holzpferdchen, „dessen kubistische Formdichte an exotische Skulpturen denken läßt“ (Stubbe, 1985, S. 48). Das Pferdchen entstand in einer Zeit der intensiven Auseinandersetzung des von Oskar Kokoschka und Ernst Ludwig Kirchner, aber auch von der Kunst Afrikas und der Südsee geprägten Sezessionskünstlers mit Tierstudien im Hamburger Tierpark.

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