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Ausgewählte Werke

30

Emil Nolde

Nolde 1867 – 1956 Seebüll

„Calla und Anemonen“. Um 1925/30

Aquarell auf Japan. 45,5 × 33,8 cm. (17 ⅞ × 13 ¼ in.) Unten rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Werkverzeichnis: Mit einer Expertise von Prof. Dr. Martin Urban, Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde, vom 24. September 1996. Die Expertise bestätigt von Prof. Dr. Manfred Reuther, Seebüll, am 12. April 2016.  [3224] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, USA

EUR 70.000 – 90.000
USD 81,400 – 104,700

„Calla und Anemonen“

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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Das Aquarell „Calla und Anemonen“ entstand nahezu zeitgleich mit dem zweiten Blumenstillleben Emil Noldes in unserer Auktion (s. Los 28) und doch könnten beide kaum unterschiedlicher sein. Das in diesem Fall hochformatige Blatt lässt drei weiße Calla-Blüten majestätisch aus einem Bukett verschieden kolorierter Blumen erwachsen. Während die Farbskala der Blüten in der unteren Bildhälfte von intensivem Rot und Orange über ein sattes Blauviolett bis hin zu einem neutraleren Braunton in der Mitte reicht, sind die Callablüten meisterlich allein unter Einbeziehung des weißen Papiergrundes gestaltet. Lediglich zwei orangefarbene Stempel greifen die Farbkraft des Blütenreigens darunter dezent auf. Die mit diversen Grüntönen gemalten Blätter und Stängel setzen einen willkommenen, kühlen Kontrast.
Für Nolde waren – wie er selber schreibt – oft „die Farben für Bild und Komposition bestimmend, die Farben als Mittel des Malers, genau so wie die Worte dem Dichter und in der Musik die Töne dem Komponisten die Mittel sind.“ (Emil Nolde: Reisen – Ächtung – Befreiung. Köln 1988, 4. Auflage, S. 16) Diesem Grundsatz folgend setzt er alle Farben im Bild ganz intuitiv ein: Sie erscheinen zum einen als reine Farbflächen, deren Verläufe an einzelne Blütenblätter erinnern, bisweilen jedoch greift Nolde auch zum feineren Pinsel und malt akribisch jedes Blütenblatt einzeln. In einem letzten mutigen Arbeitsschritt wurde der Bildgrund komplett geschwärzt. Hierdurch erscheinen die stark kolorierten Blüten schwerer und flächiger, das Weiß der Calla-Kelche hingegen luftiger, zarter und durch die feine Modellierung mit hellem Blaugrau auch räumlicher. Nolde zieht hier souverän alle Register seines Könnens, ohne Anzeichen von Zaudern oder Anstrengung.
AF

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