Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

34

Jan J. Schoonhoven

1914 – Delft – 1994

„R 71-24“. 1971

Relief aus Papiermaché mit Latexfarbe auf Holz. 33 × 33 × 4,5 cm. (13 × 13 × 1 ¾ in.) Rückseitig mit Filzstift in Schwarz signiert, datiert, betitelt und bezeichnet: J.J. Schoonhoven 1971 „R 71-24“ 33 x 33 cm. Darunter mit Bleistift signiert und datiert: J.J. Schoonhoven 1971.  [3129]

ProvenienzPrivatsammlung, Nordrhein-Westfalen (in der Galerie m, Bochum, erworben)

EUR 80.000 – 100.000
USD 86,000 – 108,000

„R 71-24“

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

Los empfehlenLos notierenGebot abgeben

Ist es das Spiel von Licht und Schatten, das Jan Schoonhovens Relief „R 71-24“ so überaus lebendig erscheinen lässt? Vielleicht! Ganz sicher ist es, was es ist, und stellt auch nichts anderes dar, als das, was es ist: Eine Aneinanderreihung identischer Formen, Rechtecke, deren außen verlaufende Seiten einen Rahmen erzeugen. In der Horizontalen befinden sich fünf quer nebeneinanderliegende Rechteckstrukturen, in der Vertikalen erstrecken sich jeweils zehn Rechtecke. Das lange Seitenmaß einer Form entspricht dem halbierten kurzen Seitenmaß, sodass die parallel angeordneten Rechteckformen zusammen ein Quadrat bilden.
Schoonhoven, der beruflich als niederländischer Beamter bei der staatlichen Post PTT in Den Haag beschäftigt war und sich in jeder freien Minute seiner Leidenschaft, der Kunst, gewidmet hat, formte seine Reliefs aus Papiermaché.
Die notwendige Grundlage, auf der er die während des Herstellungsprozesses feuchten Formen montiert hat, ist eine Holzplatte, die eine größere quadratische Fläche bietet, als die zusammengefügten Rechtecke einnehmen. In dieser Arbeit kommt eine Besonderheit hinzu: Die innere Füllung der einzelnen Formen verläuft schräg von der linken, kurzen Seite des Rechtecks zur gegenüberliegenden Seite. Die Formen haben also keine gerade verlaufende Rückwand oder Innenseite.
Zuletzt hat Schoonhoven das gesamte Relief mit weißer Latexfarbe gefasst. Die monochrome Oberfläche zeigt dennoch die Zartheit ihrer darunter befindlichen Strukturen, wie beispielsweise das als Material hervortretende Papier, das an wenigen Stellen durch den Trocknungsprozess erkennbar ist. Der Lichteinfall verfeinert die Struktur, visualisiert einen Rhythmus aus dreieckig angedeuteten Licht- und Schattenbereichen in jeder einzelnen Form und verleiht der konkreten Reihung einen meditativen, poetischen, lebendigen Duktus stiller Schönheit.
AGT

* Monochromes Relief mit interessanter Wirkung von Licht und Schatten
* Zeigt die Wirkungsmacht des Konkreten
* Schoonhoven wurde auf der Biennale von São Paulo 1967 mit dem zweiten Preis ausgezeichnet und war 1968 und 1977 auf der documenta in Kassel vertreten

Irrtum vorbehalten - wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.