Lupe Stift

Herbstauktionen 2019

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Joana Vasconcelos

Paris 1971 – lebt in Lissabon

„O Desejado“ – auf Rafael Bordalo Pinheiros (1846–1905) Echse von 1889. 2007

Fayence, glasiert, Häkelarbeit. 25 × 125 × 55 cm. (9 ⅞ × 49 ¼ × 21 ⅝ in.) Auf der Unterseite datiert: 2007. Werkverzeichnis: Das Werk ist im Archiv Joana Vasconcelos registriert. Unikat.  [3581]

ProvenienzPrivatsammlung, Wien (direkt von der Künstlerin erworben)

EUR 30.000 – 40.000
USD 33,000 – 44,000

„O Desejado“ – auf Rafael Bordalo Pinheiros (1846–1905) Echse von 1889

Auktion 312Donnerstag, den 28. November 2019, 15.00 Uhr

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Vergleichsobjekt und -literatur: Identische, aber anders behäkelte Echse „O Formoso". In: Auktion: Monaco, Artcurial, 19.7.2019, Kat.-Nr. 1128 / Ausst.-Kat.: Joana Vasconcelos – Maximal, hg. von Achim Sommer. Brühl, Max-Ernst-Museum, 2019.

Wir danken Catarina Serafim, Studio Joana Vasconcelos, Lissabon, für freundlichen Hinweise.

AusstellungA Ilha dos Amores. Wien, Mario Mauroner Contemporary Art, 2007

Literatur und AbbildungJacinto Lageira und Agustín Pérez: Joana Vasconcelos. Lissabon, 2007, S. 182

Was ist die Symbiose von animalisch und menschlich? – Die starke weibliche Kunst von Joana Vasconcelos! Die portugiesische Konzeptkünstlerin packt vergoldete Hubschrauber in pinke Straußenfedern, lässt Bäume aus Flaschenmassen wachsen, hängt Kitschhundekeramiken an Kleiderständer und umgarnt Majolika-Getier mit feinsten Spitzen.
Vasconcelos nennt sich selbst die „einzige barocke Künstlerin“ und stellt seit 1994 auf der ganzen Welt ihre Skulpturen und Installationen aus, was sie zur bedeutend-sten portugiesischen Künstlerin der Gegenwart macht. Es geht ihr um die Transformation und das Überschreiten des Alltäglichen durch wundervolle Provokation: So baute sie 2005 Kronleuchter aus unzähligen Tampons für die Biennale in Venedig oder 2007 einen drei Meter hohen Stöckelschuh aus Hunderten von Kochtöpfen für den Palácio de Belém in Lissabon.
Als Tribut an ihre Heimat Portugal und deren traditionelle Handwerkstechniken schuf Vasconcelos aufwändige Häkelarbeiten, die passgenau Möbel, Musikinstrumente, aber auch Tierskulpturen aus glasierten Majoliken des berühmten Lissaboner Keramikers Rafael Bordalo Pinheiro umgeben. Wie bei „O Desejado“ (portugiesisch für: Der Gesuchte) verschmilzt bei diesen Arbeiten mit Rafael-Bordalo-Pinheiro-Fayencen der liebliche Reiz menschlicher Handarbeit mit animalischen Riesenwesen zu einer faszinierenden Symbiose von Tiergestalt und Menschenkunst.

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