Pressemeldungen 2014

In der Villa Grisebach hat eine neues Kapitel begonnen – erstmals fand am Wochenende die Auktion „Zeitgenössische Kunst“ in den neuen Räumen in der Fasanenstraße 27 statt: Vor über 400 Besuchern im Saal und insgesamt 150 Telefonbietern erzielten ein Gemälde von Anselm Kiefer mit € 312.500* und ein Georg Baselitz mit € 250.000 die beiden höchsten Zuschläge.


Preislich an der Spitze der acht Auktionen steht ein Werk des „19. Jahrhunderts“: Mit € 3.295.000 für Adolf Menzels „Stehende Rüstungen“ (Schätzung € 100.000 / 150.000) wurde der bisherige Weltrekord für ein Werk des Künstlers um mehr als eine Million Euro überboten. Das Bild wurde gegen elf Telefonbieter und zahlreiche Saalbieter von einem Privatsammler in der Schweiz erworben. Gleichzeitig ist dies der höchste Preis, der jemals in Deutschland für eine Arbeit auf Papier auf einer Auktion bezahlt wurde. Für weiteres Aufsehen sorgte die seltene Graphik „Die Frau mit dem Spinnennetz (Melancholie)“ von Caspar David Friedrich, die bei einer Schätzung von nur € 10.000 bis 15.000 spektakuläre € 901.000 erzielte.


In der Auktion „Ausgewählte Werke“ wurde das letzte Bild versteigert, das Max Beckmann 1937 vor seiner Emigration in Deutschland gemalt hat: Das Gemälde von der Nordseeinsel Wangerooge mit dunkel drohenden Wolken wurde in einem Bietgefecht für € 1.397.500 Millionen einem deutschen Privatsammler zugeschlagen.


Neu etabliert wurde die Auktion „Druckgraphik“: Hier erzielte „Der Kuss“ von Edvard Munch mit einem Ergebnis von € 500.000 bei einer Schätzung von € 180.000 / 240.000 den höchsten Zuschlag. Der kolorierte Holzschnitt ging in eine skandinavische Privatsammlung.


Erfolgreich verlief auch die Auktion „ORANGERIE“ mit ausgewählten Objekten aus fünf Jahrhunderten. Gegen den Trend des Marktes wurden alle Möbelstücke hoch beboten. Das Gesamtergebnis dieser Auktion erzielte erstmals fast eine Million Euro.


Bernd Schultz: „Wir freuen uns, daß die Villa Grisebach nun einen eigenen Standort für die Kunst des 21. Jahrhunderts hat – und daß mit der Zeitgenössischen Kunst, der Kunst des 19. Jahrhunderts, der Photographie und der ORANGERIE nun neben der Klassischen Moderne auch die anderen Abteilungen das Profil unseres Hauses nach außen mitbestimmen. Das Gesamtergebnis unserer Herbstauktionen liegt bei 21 Millionen Euro.“


Micaela Kapitzky

* alle Preise inkl. Aufgeld     

 

 

Die Herbstauktion für Photographie der Villa Grisebach erzielte bei einem unteren Schätzpreis von € 596.100 einen Gesamtumsatz von € 655.250*. Das entspricht einer Verkaufsquote von 110 %.

Die höchsten Zuschläge der Auktion galten zwei Arbeiten von Peter Beard. Das Bildnis „Fayel Tall. El Molo Bay, Lake Rudolf“ war heftig umkämpft und ging für € 37.500 in eine deutsche Privatsammlung (Schätzpreis € 14.000/18.000). Ein weiterer deutscher Sammler ersteigerte Beards „Maureen at 2:00 am, Hog Ranch“ für € 36.250 (Schätzpreis € 20.000/30.000). Hiroshi Sugimotos „Sea of Japan Hokkaido I“ aus der „Seascapes“-Serie ging für € 22.500 in den deutschen Handel.

Ein deutscher Händler erwarb für € 19.375 (Schätzpreis 6.000/8.000) das außergewöhnliche „Panorama von Moskau“, das sich seit 1868 in Familienbesitz befunden hatte. Ein seltener Pigmentdruck des tschechischen Photokünstlers Frantisek Drtikol wurde für € 18.750 von einem amerikanischen Sammler ersteigert, der Bromölumdruck „Esche“ von Rudolf Koppitz für € 18.750 von einem österreichischen Händler (Schätzpreis jeweils € 15.000/20.000).

Auf sehr großes Bieterinteresse stieß Roman Vishniacs Photographie „Chederschüler“ aus dem Portfolio „The Vanished World“. Zahlreiche Bieter steigerten die Arbeit auf einen Verkaufspreis von € 14.750, mit dem sich schließlich ein Sammler aus der Schweiz durchsetzen konnte (Schätzpreis 2.000/3.000).

Franziska Schmidt
* alle Preise inkl. Aufgeld

Weitere Informationen unter www.grisebach.com und
Franziska Schmidt · T 030 885 915 27 · franziska.schmidt@grisebach.com

Im Sommer 1937, als in München die Ausstellung „Entartete Kunst“ vorbereitet wurde, malte Max Beckmann am Strand der Insel Wangerooge sein letztes Bild in Deutschland – „Stürmische Nordsee“, dann emigrierte er nach Amsterdam, um niemals wieder Deutschland zu betreten. Jetzt ist dieses Bild aus dem ehemaligen Besitz des Beckmann-Freundes Stephan Lackner mit seinen drohenden grauen Wolkengebirgen nach Deutschland zurückgekehrt und wird am 27. November in der Villa Grisebach für einen Schätzpreis von 800.000-1.200.000 Euro versteigert.

In der Auktionswoche vom 26. bis zum 29. November werden in Berlin 1438 Kunstwerke in acht Katalogen zu einem mittleren Schätzwert von 17 Millionen Euro angeboten. Die zusätzlichen neuen, 400 m2 großen Räumlichkeiten in der Fasanenstraße 27, direkt neben dem Stammhaus, sind künftig der Sparte Zeitgenössische Kunst gewidmet – und werden mit einer besonderen Auktion eröffnet: „BRD – Zeitgenössische Kunst aus Deutschland“ bietet unter anderem eine konzentrierte Auswahl von wichtigen Werken von Joseph Beuys, Anselm Kiefer („Dein blondes Haar Margarete“; 1981, 250.000-350.000 Euro), Thomas Schütte, Georg Baselitz und Neo Rauch – sowie zahlreichen Arbeiten der deutschen ZERO-Bewegung.

Zu den weiteren Glanzstücken der Auktionen bei GRISEBACH im November gehört eine umfassende Kollektion von Papierarbeiten des deutschen Expressionismus, von Ernst Ludwig Kirchner bis zu Heinrich Campendonk. In der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ ist der Höhepunkt eine „Rüstkammer-Phantasie“ von Adolph Menzel aus dem Jahre 1866, die aus der Albertina an die Erben des ersten Händlers Menzels, Hermann Pächter, restituiert wurde (100.000-150.000 Euro).

Erstmals gibt es einen eigenen Katalog für die Druckgraphik mit Werken von Toulouse-Lautrec bis Alex Katz. Am höchsten geschätzt ist hier der seltene, kolorierte Zustandsdruck „Der Kuß I“ von Edvard Munch mit 180.000-240.000 Euro.

In der Abteilung „ORANGERIE“, die besondere Objekte aus fünf Jahrhunderten anbietet, steht eine Ikone der deutschen Möbelkunst im Mittelpunkt: die „Walderdorff-Kommode“ von Abraham Roentgen aus dem Jahre 1755 (Schätzung 200.000-300.000 Euro).

Micaela Kapitzky  

Im Mittelpunkt der nächsten Auktion ORANGERIE steht eine Ikone des deutschen Kunsthandwerks: Die legendäre „Walderdorff-Kommode“ war 1755 erster Großauftrag an den genialen Möbelkünstler Abraham Roentgen. Für den Kurfürsten von Trier geschaffen, war sie über 200 Jahre in Familienbesitz und wird nun für € 200.000 / 300.000 angeboten.

Die noch junge ORANGERIE will die „Lust des Sehens“ wecken. Daher zeigt sie hochkarätiges cross over aus fünf Jahrhunderten. Der Bogen reicht von Gemälden Alter Meister bis hin zum Filmhut Romy Schneiders aus „Die Bankiersgattin“ (€ 2.000 / 3.000).

Ein Themenschwerpunkt zeigt Kunstwerke um das assoziationsreiche Thema Anmut - von einer außergewöhnlich großen Bernsteinmadonna aus dem Mittelalter (€ 10.000 / 15.000) zu René Gruaus virtuos-ökonomischen Modezeichnungen der 1950er und 60er (je € 18.000 / 24.000).

Unter dem Credo Die schöne Linie finden sich der exzentrisch gewundene „Schleifenleuchter mit den Rubinglasscheiben“, 1811 für die Residenz König Jérôme Bonapartes entstanden (€ 90.000 / 150.000), und Ron Arads linienmächtiger „Little Heavy“ von 1989 (€ 25.000 / 35.000).

Bizarre und kunstvolle Kunstwerke nach dem Vorbild Natur versammelt das dritte Kapitel des Kataloges. Darunter ist ein tänzerisch elegantes Table en cabinet, welches außergewöhnliches Zeugnis der Kunst des naturalistischen Rokoko ist (€ 20.000 / 30.000).

In Szene gesetzt sind eine magische Miniatur von Adam Elsheimer (€ 8.000 / 12.000), Bühnenbilder aus dem wilden Berlin der 20er Jahre (€ 4.000 / 6.000) und gotische Leuchterengel von Domenico da Tolmezzo (€ 45.000 / 50.000), die wiederum das Licht kunstvoll inszenieren.

Der 70 Kunstwerke umfassende Katalog verbindet Artikel von Kunsthistorikern aus ganz Europa mit Essays von Daniel Spoerri, Peter Raue und Margit J. Mayer.

Dr. Stefan Körner
T 030 885915 64 · stefan.koerner@grisebach.com

Hauptthema des Werks Carl-Heinz Kliemanns ist die Großstadt Berlin, seine Heimat, in der er Inspiration und schöpferische Kraft findet. Seine Kunst wurzelt im ausklingenden Expressionismus, im späten Schaffen des Brücke-Meisters Schmidt-Rottluff sowie Max Kaus’.

In der Jubiläumsausstellung für Carl-Heinz Kliemann zum 90. Geburtstag konzentriert sich die Villa Grisebach auf zwei Werkgruppen des Künstlers: Farbholzschnitte aus den Jahren 1947 bis 2002 und Portraitzeichnungen von 1960 bis 1990.


Eberhard Roters schrieb 1984 im Katalog der damaligen Kliemann-Ausstellung der Galerie Pels-Leusden: „Der Holzschnitt ist die Kliemann genuine künstlerische Technik. Mit ihr hat er sein Œuvre begonnen. [...] Am Vorbild des Holzschnitts läßt sich der Übergang vom expressionistischen zum metaphorischen Stil, von der architektonischen zur tektonischen Schaffensperiode auf den Punkt genau datieren. Noch mehr als die Gemälde geben die Holzschnitte die Herkunft des Schmidt-Rottluff Schülers vom klassischen deutschen Expressionismus zu erkennen. Kliemann hat sich zu den Ursprüngen seiner Kunst ausdrücklich bekannt. Der Holzschnitt gibt ihm die Möglichkeit, die Freiheit der Gestaltung aus der Einschränkung zu gewinnen, die vom Material und Handwerkszeug vorgegeben ist. Das wirkungsbestimmende Gestaltungsmittel dieser Technik ist der flächengliedernde Kontrast. Kliemann gewinnt der Technik eine unverwechselbare Formensprache ab. Eine zunehmende Klarheit der Gliederung des Motivs nach einander überschneidenden Bildflächeneinheiten ist zu erkennen. Tektonik und Atmosphäre haben sich in der Form aus Gegensätzen zu einer Ganzheit gefunden, die vor allem eines vermittelt: die Empfindung schwebend-heiterer Gelassenheit, die der dunklen Schwere abgerungen ist.


Weniger bekannt im Schaffen des Künstlers sind seine Portraits. Kliemann versteht das Portrait ganz und gar im tradierten Sinn der Kunstgeschichte – es soll einen bestimmten Menschen erkennbar wiedergeben, beschreibend und deutend – und er hat es als eine interessante aber schwere Aufgabe bezeichnet. „Noch nach 50 Jahren soll man erkennen können wie der Mensch ausgesehen hat“ (C.-H. Kliemann). Es ist ein bewegendes Moment, gestaltenden Persönlichkeiten des Nachkriegsberlins wie Karl Schmidt-Rottluff, Leopold Reidemeister, Edwin Redslob, Bernhard Minetti, Heinz Ohff und anderen in der Ausstellung wieder zu begegnen.


Villa Grisebach, Berlin, 13. Juni 2014

In den Frühjahrsauktionen der Villa Grisebach wurden an vier Tagen Kunstwerke für 18,5 Millionen Euro verkauft. Die Versteigerung fand die bislang größte Resonanz bei nationalen und internationalen Sammlern. Für die rund 1650 Losnummern gab es neben den zahlreichen Bietern im Saal zusätzlich 850 telefonische und über 1300 schriftliche Gebote.

Den höchsten Zuschlag der Auktionswoche waren die € 575.000*, die ein frühes Landschaftsgemälde von Max Liebermann in der Auktion „Kunst des 19. Jahrhunderts“ erzielte (Schätzung € 300.000/ 400.000). Diese Auktion war mit einem Gesamtumsatz von brutto 3 Millionen Euro bei einer Schätzung von 1,5 bis 2 Millionen Euro die erfolgreichste dieser Sparte seit ihrer Einführung 2011. Den zweithöchsten Zuschlag gab es hier für ein großes Landschaftsgemälde von Joseph Anton Koch, das für € 312.500 in eine Privatsammlung nach Kalifornien ging (Schätzung € 140.000/180.000).

In der Abendauktion erlebten zwei Objekte aus der Klassischen Moderne eine besondere Steigerung: Ein weißes Relief von Ben Nicholson stieg in einem internationalen Bietgefecht auf € 537.500 (Schätzung € 120.000/150.000) und eine nur 19 Zentimeter große Skulptur von Eduardo Chillida erzielte € 562.500 (€ 180.000/240.000). Internationales Interesse hob auch ein frühes Frauenbildnis von Frantisek Kupka „Der rosafarbene Hut“ auf € 350.000 (Schätzung € 120.000/150.000).

Sehr stark präsentierte sich die Abteilung der Zeitgenösschen Kunst. Aus ihr ragten die € 337.500 für ein großes Gemälde von Konrad Klapheck (Schätzung € 200.000/300.000) und die zahlreichen sehr hohen Zuschläge für Arbeiten von Günther Förg heraus.

Die Auktion „Third Floor“, die Kunstwerke unter € 3.000 anbietet, erzielte ebenfalls durch das große Engagement von jungen Sammlern und reger Beteiligung aus dem Internet das beste Ergebnis seit Gründung. Insgesamt spielte sie nahezu 1 Million Euro Umsatz ein.

Micaela Kapitzky
T 030 885915 32 · micaela.kapitzky@grisebach.com

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Die Frühjahrsauktion für Photographie der Villa Grisebach erzielte bei einem unteren Schätzpreis von EUR 796.000 einen Gesamtumsatz von EUR 699.262*. Das entspricht einer Verkaufsquote von 87 %.

Auf besonders hohes Interesse stieß die Gruppe „Tschechische Photographie“, die in einem Sonderteil des Kataloges angeboten wurde. Bei einem unteren Schätzpreis von insgesamt EUR 24.800 und einer Verkaufssumme von EUR 82.875* erzielten die 38 Photographien aus einer österreichischen Privatsammlung eine Wertsteigerung von über 300 %.

Das höchste Ergebnis im Bereich der Modernen Photographie erzielte der seltene Vintage-Abzug „Rhythmus und Struktur“ von Otto Steinert, der für EUR 27.500* von einem amerikanischen Sammler ersteigert wurde (Schätzpreis EUR 20.000/30.000). Diane Arbus’ „Two Ladies at the Automat, N.Y.C.“ ging für EUR 15.000* in den amerikanischen Handel (Schätzpreis EUR 10.000/15.000), die Belichtungsmontage von Heinz Hajek-Halke, für EUR 11.250* in eine italienische Privatsammlung (Schätzpreis EUR 4.000/6.000).

In der Zeitgenössischen Photographie galten die höchsten Zuschläge der „Domestic Nude III“ von Helmut Newton, die für EUR 30.000* an einen deutschen Privatsammler versteigert wurde (Schätzpreis EUR 20.000/30.000) gefolgt vom Portfolio „Selbstbemalung II“ von Günter Brus, das für EUR 23.750* in eine österreichische Sammlung ging (Schätzpreis EUR 12.000/15.000) und Hiroshi Sugimotos Photographie „Sea of Japan, Oki“, die für EUR 20.000* von einem Schweizer Sammler ersteigert wurde (Schätzpreis EUR 15.000/20.000).

Franziska Schmidt
T 030 885915 27 · franziska.schmidt@grisebach.com

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Die Villa Grisebach baut den Bereich der Zeitgenössischen Kunst in den kommenden Monaten massiv aus. In direkter Nachbarschaft zum Haupthaus in Berlin werden in der Fasanenstrasse 27 ab September fast 500 m2 für die Zeitgenössische Kunst eröffnet. Das Team um Daniel von Schacky für die Kunst nach 1960 wird gleichzeitig um Lena Winter (Jahrgang 1981) erweitert. Dazu wird Michael Neff als „Creative Director“ zur Villa Grisebach stoßen. Michael Neff (Jahrgang 1967) hat in den letzten zehn Jahren das Gallery Weekend Berlin zu seinem heutigen Erfolg geführt und betreut seit vielen Jahren verschiedene deutsche Privatsammlungen mit Nachkriegs- und Zeitgenössischer Kunst.

Micaela Kapitzky
T 030 885 915 32 · micaela.kapitzky@grisebach.com

Die 225. Auktion ist die umfangreichste in der Geschichte der Villa Grisebach. Vom 28. bis zum 31. Mai werden in sieben Auktionen insgesamt 1650 Kunstwerke zu einem mittleren Schätzpreis von 23 Millionen Euro versteigert. Spitzenlos der Auktion ist ein vor genau hundert Jahren entstandenes Hauptwerk des deutschen Expressionismus, Heinrich Campendonks museale „Landschaft mit zwei Kühen“, das auf 2 bis 3 Millionen Euro geschätzt ist und zuletzt 1960 in einer Campendonk-Retrospektive zu sehen war.

Mit der Frühjahrsauktion unterstreicht Villa Grisebach ihre Rolle als führendes Haus für deutsche Kunst vom 19. bis zum 21. Jahrhundert. Angefangen mit zwei Zeichnungen Caspar David Friedrichs über Hauptwerke von Joseph Anton Koch und Franz von Stuck, des Brücke-Expressionismus und des Blauen Reiters über besondere Werke der Nachkriegsmoderne von Joseph Beuys, Josef Albers, Hermann Glöckner und Konrad Klapheck bis hin zu den Zeitgenossen Neo Rauch, Sigmar Polke und Georg Baselitz. Preislich wird das deutsche Angebot nach dem Gemälde von Campendonk von einem furiosen Blumenstilleben von Lovis Corinth und einer fast lebensgroßen Frauenbüste von Wilhelm Lehmbruck dominiert, die beide auf 400.000 bis 600.000 Euro geschätzt sind.

Zugleich ist die Internationalität des Angebots in der Kunst nach 1945 diesmal besonders hoch, etwa mit Gemälden von Dubuffet, Jean Fautrier und Hans Hartung, Installationen von Ilya Kabakov und Jannis Kounellis sowie Zeichnungen von Miro, Giacometti, Matisse, Picasso und Chillida, von dem auch zwei außergewöhnliche Skulpturen im Angebot sind.

Die Auktionswoche beginnt am 28. Mai mit den Auktionen „19. Jahrhundert“ und „Photographie“ und wird am Donnerstag, dem 29. Mai mit der Auktion „ORANGERIE“ fortgesetzt (etwa mit einer Elfenbeinschnitzerei von Jacob Auer aus dem 17. Jahrhundert für 200.000 bis 300.000 Euro). Die Abendauktion „Ausgewählte Werke“ findet am 29. Mai um17.00 Uhr statt. Am Freitag, den 30. Mai werden dann von eigenen Katalogen begleitet die „Klassische Moderne“ und die „Zeitgenössische Kunst“ ihren Auftritt haben, bevor am Samstag mit „Third Floor“ die Werke mit Schätzpreisen bis 3000 Euro den Abschluß der Jubiläumsauktion bilden.

Micaela Kapitzky
T 030 885 915 32 · micaela.kapitzky@grisebach.com

Zum 125. Geburtstag Hermann Glöckners (1889-1987) zeigt die Villa Grisebach ab Samstag, den 13. September über 150 Werke aus Dresdner Privatbesitz, von denen zahlreiche bislang öffentlich nicht bekannt waren. Die Ausstellung geht bis zum 1. November.

Hermann Glöckner ist einer der großen Einzelgänger in der Kunstgeschichte. 1889 in Cotta bei Dresden geboren, hat er nach seiner Ausbildung als Musterzeichner bis 1915 zunächst als freier Künstler gearbeitet. Erst nach dem Ersten Weltkrieg ging er an die Akademie. Glöckners Gesamtwerk fasziniert durch seine Verschiedenheit. Es gibt keine klare Linie, um sein Schaffen zu definieren und auch keine Kategorie für den Künstler; am häufigsten wird er als Konstruktivist geführt. Das Œuvre umfaßt Landschaft, Stilleben, Bildnis und abstrakte Werke in unterschiedlichen Techniken: Ölmalerei, Aquarell, Zeichnung, Collage. Zudem hat Glöckner plastische Werke geschaffen, zu denen ihn oft Fundstücke anregten. Er hatte einen Blick auch für nebensächliche, unscheinbare Dinge, für Streichholzschachteln oder für farbige Stoffreste, und destillierte daraus Kunstwerke. Berühmt geworden ist er für seine Faltungen – für Glöckner „eine eigene Art von Grafik“, in denen sich durch Teilen und Knicken von Flächen geometrische Formen ergeben.

Die letzte, sämtliche Schaffensphasen Hermann Glöckners berücksichtigende Ausstellung fand 1989 in Dresden und Halle statt, in Berlin gab es 1982 zuletzt eine Hermann Glöckner Ausstellung.

Zur Ausstellung erscheint im Wolff Verlag Berlin ein umfangreicher Katalog mit Texten von Peter Richter und Martin Engler, Biographie und Bibliographie. Alle ausgestellten Werke sind farbig abgebildet (30,- Euro). Eine Vorzugsausgabe (15 Exemplare) des Kataloges mit je einer beigelegten Originalzeichnung ist zum Preis von 900,- Euro verfügbar.

Micaela Kapitzky                                                                                        

10. September 2014

 

Hermann Glöckner. Zum 125. Geburtstag

13. September bis 1. November 2014

Villa Grisebach • Fasanenstraße 25 • 10719 Berlin

Mo – Fr 10.00 bis 18.30 Uhr • Sa 11.00 bis 16.00 Uhr