Öl auf Pappe.
67 × 48,5 cm
(26 ⅜ × 19 ⅛ in.).
Unten links signiert: M. Liebermann.
Werkverzeichnis: Eberle 1924/1.
[3117]
Gerahmt
Julius Gerson, Berlin (1924 in der Galerie Paul Cassirer, Berlin, erworben, 1943 beschlagnahmt) / 1946 an Henry Gerson, London, restituiert / Herbert Leyendecker, Wiesbaden (1954) / Schaeffer Galleries, New York (1955) / Privatsammlung, Baden-Württemberg (bis 2022) / Privatsammlung, Bayern (2023)
Frühjahrsausstellung, Berlin, Akademie der Künste, Mai/Juni 1924, Kat.-Nr. 128, o. Abb. („Symphoniekonzert")
Kunst für Alle, Jg. 39, Bd. 49, August 1924, Abb. vor S. 321 („Konzert im Opernhaus“) / 20. Kunst-Auktion: 2. Teil: Gemälde, Plastik, Zeichnungen, Graphik des 15.-20. Jahrhunderts, darunter Sammlung Nell Walden. Stuttgart, Stuttgarter Kunstkabinett, 24.–26.11.1954, Kat.-Nr. 1605 („Konzertsaal“), o. Abb. / Auktion 314: Moderne Kunst. München, Karl & Faber Kunstauktionen GmbH, 8.12.2022, Kat.-Nr. 706, m. Abb.
Auf der Frühjahrsausstellung 1924 der Akademie der Künste Berlin präsentiert Max Liebermann, der die Schau als Präsident der Akademie eröffnet hatte, selbst sieben Bilder. Besonders unser Gemälde „Konzert in der Oper“, das durch seine atmosphärische Dichte begeistert, zieht die Aufmerksamkeit der Kunstkritik auf sich: „Im Mittelsaal, an gewohnter Stelle, thront Liebermann. Darüber ist nun nicht zu reden: an die persönlich geschlossene Meisterschaft dieses unerbittlichen Selbstporträts, das von geistiger Spannung zittert, dieses menzelhaften Symphoniekonzerts und dieser tonigen Straße aus Wannsee reicht nichts heran“, urteilt der Kritiker Max Osborn mit größter Anerkennung (Max Osborn: Frühjahrs-Akademie, in: Vossische Zeitung, Nr. 223 v. 10. Mai 1924). Der Kunstzeitschrift „Die Kunst für alle“ ist das Bild gar eine ganzseitige Farbabbildung wert, und auch Eckart von Sydow schwärmt, das „Symphoniekonzert“ deute „mit seinem Reichtum zarter Nüancen auf frühere warm empfindende Zeiten hin“ (Eckart von Sydow: Ausstellung der Akademie der Künste zu Berlin. Mai-Juni 1924, in: Deutsche Kunst und Dekoration, 54. Bd., H. 27 v. August 1924, S. 241–252, hier S. 242).
Liebermann schildert in unserem hochformatigen Gemälde aus der Serie der seltenen Konzertbilder den Blick in den großen Saal der Staatsoper Unter den Linden. Aus der Perspektive der Besucherinnen und Besucher im Parkett zeigt der Berliner Impressionist die fein gekleideten Damen und Herren, die dem Konzert andächtig folgen. Die dunkle Abendgarderobe der Gäste und des Orchesters stehen im spannungsvollen Kontrast zur duftig-hellen Farbigkeit der Architektur des Raumes. Der raffiniert gewählte Bildausschnitt zielt nicht auf eine repräsentative Darstellung des Bühnengeschehens ab, sondern erfasst die Bühne mit dem Orchester, das Publikum auf den Rängen und Balkonen sowie im Parkettbereich in seiner Gesamtheit.
Das Sujet des Konzerts, dem sich auch der von Liebermann verehrte Adolph von Menzel mehrfach gewidmet hatte, forderte Liebermann immer wieder und in unterschiedlichen Techniken zur Gestaltung heraus. Unter diesen nicht selten in situ entstandenen und somit entsprechend kleinformatigen Arbeiten ist das 1921 geschaffene, gleichnamige Gemälde das prominenteste, welches heute zur Sammlung des Jüdischen Museums Berlin zählt. GK
Max Liebermann hat diesen Blick aus dem Parkett der Staatsoper auf die Logen und die Bühne im Jahr 1924 zweimal dargestellt (Eberle 1924/1 und /2), ein Jahr später entstand die Lithografie (Schiefler 361) mit ähnlicher Komposition, aber von einem höher gelegenen Ort aus dargestellt.
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