Öl auf Papier.
29,5 × 42 cm
(11 ⅝ × 16 ½ in.).
Am linken Rand mittig mit Bleistift datiert und signiert: 3. Mai 1998 Richter. Rückseitig erneut signiert und datiert: Richter 3. Mai 1998.
[3127]
Gerahmt
Wir danken dem Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, für freundliche Hinweise.
Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen
Gerhard Richters gerakelte Malerei auf Papier ist in ihrer Ästhetik, in ihrer Sensibilität und Zartheit kaum zu überbieten: ein hochkonzentrierter Prozess zwischen unvorhersehbarem und kalkuliertem Zufall. Die individuellen Farbschichtungen erzeugt der Künstler mit einer Rakel, einer mit einem Farbton oder mehreren bereits gemischten Farben bestrichenen Leiste aus Kunststoff, die er über das Papier in eine Richtung zieht. Durch den Einsatz von verschiedenen Farben, hier hier ein gedecktes Rot etwa und dort ein leuchtendes Blau, entstehen Überlagerungen, Vermischungen, Lasuren und Mischtöne; die Farbe gewinnt so an materieller Existenz und Kraft. In einem Interview mit Nicholas Serota aus dem Jahr 2011 verrät Richter sein Vorgehen: „Ach, der Anfang ist eigentlich sehr leicht, weil ich da ja noch ziemlich frei irgendetwas, eine Farbe, eine Form, setzen kann. Und so entsteht bald ein Bild, das auch eine Weile gut aussehen kann, so leicht und bunt und neuartig. […] Und dann beginnt die Arbeit – ändern, zerstören, neu entstehen lassen usw., bis es fertig ist" (zit. nach: Gerhard Richter. Panorama, Ausst.-Kat. München, 2012, S. 17).
Ganz anders als bei den abstrakten Bildern auf fester Leinwand unterstützt die zarte Gewebestruktur des bisweilen nicht bedeckten Papiers die aufgetragenen Farbstrukturen. Somit entsteht eine perfekte Balance von Durchmischung zwischen den dünn wie flächig aufgetragenen Farben, eine außergewöhnlich transparente und zugleich dichte Farbwelt. „Die Bilder leben doch von dem Wunsch, etwas darin erkennen zu wollen“, so Gerhard Richter. „Sie zeigen an jeder Stelle Ähnlichkeiten mit realen Erscheinungen, die sich dann aber nicht richtig einlösen lassen. Das ist wie in der Musik: Da werden Stimmungen erzeugt, weil die Töne Ähnlichkeit mit realen Lauten haben, mit klagenden, freudigen, schrillen oder zarten. [...] Sie erinnern immer an irgendetwas, sonst wären es gar keine Bilder“ (G. Richter, 1999, zit. nach: Gerhard Richter, Text 1961 bis 2007, Köln 2008, S. 360ff.). Assoziationen sind bei dieser am 3. Mai 1998 entstandenen Komposition im Sinne Richters also keine Grenzen gesetzt. Und Assoziationen von Schönheit und Eleganz sind schon durchaus immanent. (MvL)
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