Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten. 1760 bis 1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W.B. Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, 1967, Kat.-Nr. 79, Abb. 4
Hans von Mareés’ Zeichnungen und Skizzen für Gemälde haben eine besonders charakteristische Eigenschaft: die Erzeugung von Stimmung, in der Figuren im Weitesten durchgestaltet, in Beziehung zu Räumen und anderen Personen gesetzt sind und auch ein Miteinander zunächst aus der Relation in solchen Kompositionen sich aufbaut. Unser Blatt zeigt eine frühe, aber dann verworfene Idee zur Mitteltafel des Triptychons „Werbung“ (1885–87), wobei diese Szene große Unterschiede zu der endgültigen Gemäldefassung aufweist (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek München). Dargestellt ist eine sitzende Frau von vorne, die etwas noch nicht Ausgeführtes in den Händen hält, zu ihren Füßen deutet Mareés noch nicht weiter ausgeführte Figuren an. Am Sitz der Frau lehnt ein junger Mann, der sehnsüchtig zu ihr aufblickt, dahinter eine weitere, ebenfalls noch nicht charakterisierte, wohl männliche Figur. Marées entwirft hier die „Werbung“ des Mannes als ein romantisches Ereignis, er tastet sich heran an die Liebesszene des Jünglings und schenkt ihm alle Aufmerksamkeit in der Ausführung. So erscheint denn der Jüngling (wie noch in weiteren Zeichnungen) schließlich auch im Gemälde mit dem Blütenkranz im Haar als Zeichen der Liebe und Naturverbundenheit. MvL
Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten. 1760 bis 1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W.B. Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, 1967, Kat.-Nr. 79, Abb. 4
Hans von Mareés’ Zeichnungen und Skizzen für Gemälde haben eine besonders charakteristische Eigenschaft: die Erzeugung von Stimmung, in der Figuren im Weitesten durchgestaltet, in Beziehung zu Räumen und anderen Personen gesetzt sind und auch ein Miteinander zunächst aus der Relation in solchen Kompositionen sich aufbaut. Unser Blatt zeigt eine frühe, aber dann verworfene Idee zur Mitteltafel des Triptychons „Werbung“ (1885–87), wobei diese Szene große Unterschiede zu der endgültigen Gemäldefassung aufweist (Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Neue Pinakothek München). Dargestellt ist eine sitzende Frau von vorne, die etwas noch nicht Ausgeführtes in den Händen hält, zu ihren Füßen deutet Mareés noch nicht weiter ausgeführte Figuren an. Am Sitz der Frau lehnt ein junger Mann, der sehnsüchtig zu ihr aufblickt, dahinter eine weitere, ebenfalls noch nicht charakterisierte, wohl männliche Figur. Marées entwirft hier die „Werbung“ des Mannes als ein romantisches Ereignis, er tastet sich heran an die Liebesszene des Jünglings und schenkt ihm alle Aufmerksamkeit in der Ausführung. So erscheint denn der Jüngling (wie noch in weiteren Zeichnungen) schließlich auch im Gemälde mit dem Blütenkranz im Haar als Zeichen der Liebe und Naturverbundenheit. MvL