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Die Sammlung Walter Bauer

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Ernst Ludwig Kirchner. Kniender Mädchenakt mit Hut in Dünen. 1912.
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143 Ernst Ludwig Kirchner

Aschaffenburg 1880 – 1938 Davos

Kniender Mädchenakt mit Hut in Dünen. 1912

Bleistift auf Papier. 59 × 46 cm (23 ¼ × 18 ⅛ in.). Rückseitig mit dem Basler Nachlassstempel Lugt 1570b und der mit Feder in Schwarz eingetragenen Nummer: B Be / Bf 63. [3102]

Provenienz

Walter Bauer, Fulda (1959 im Stuttgarter Kunstkabinett erworben, seitdem in Familienbesitz)

EUR 25.000

 

- 35.000

USD 29.400

 

- 41.200

Verkauft für:

33.020 EUR (inkl. Aufgeld)

Auktion 370

Donnerstag, den 27. November 2025, 14:00 Uhr

Fragen an die Experten

Ausstellung

Deutsche Zeichenkunst aus zwei Jahrhunderten. 1760 bis 1960. Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik aus der Sammlung W.B. Karlsruhe, Staatliche Kunsthalle, 1967, Kat.-Nr. 47, Abb. 12

Literatur und Abbildung

33. Auktion: Moderne Kunst. Stuttgart, Stuttgarter Kunstkabinett, 29./30.5.1959, Kat.-Nr. 383, Abb. S. 69

Diese höchst dynamisch vorgetragene Bleistiftzeichnung entsteht im Sommer 1912 auf der Insel Fehmarn, wo Kirchner den Sommer 1912 erstmals in Begleitung Erna Schillings verbringt, die er kurz zuvor in Berlin zusammen mit ihrer Schwester Gerda in einem Tanzlokal kennenlernt und die hier als Modell mit breitkrempigem Hut in windgeschützten Dünen dem Künstler zur Verfügung steht. In seinem Tagebuch notiert Kirchner: „Ich fand das Mädchen nett und bestellte sie zu mir, um zu sehen, ob sie sich eignet resp. ihr Körper. Sie war nett, gut gebaut, nur sehr elend und traurig. Wir hatten Sympathie füreinander, und sie ging mit mir und lebte zur Abreise [nach Fehmarn] ganz bei mir“ (zit. nach Hermann Gerlinger, Die Fehmarn-Aufenthalte Ernst Ludwig Kirchners, in: Brücke-Almanach 1997, S. 15). Und Erna wird auch Kirchners Lebensgefährtin und begleitet den Künstler bis zu seinem Tod 1938 im schweizerischen Frauenkirch bei Davos. Die Akte und natürlich auch alle anderen Werke, die Kirchner auf Fehmarn während der Jahre von 1912 bis 1914 zeichnet, malt und etwa aus Treibholz schnitzt, bilden eine eigene Werkgruppe wie zuvor die Arbeiten, die an den Moritzburger Teichen entstehen, Bilder badender nackter Menschen in freier Bewegung und freier Natur. Spontane Szenen wie hier sind mit festen Konturen beschrieben und erhalten mit hektisch gesetzten Schraffuren einen atmosphärischen Raum. Zwischen Körper und Natur, aber auch zwischen dem Maler und seinem Modell entstehen so spannungsvolle Dialoge. Man wohnt im Haus des Leuchtturmwärters in Staberhuk an der südöstlichen Spitze der Insel und verbringt die Tage badend und malend am Strand unterhalb der Steilküste. MvL

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