Wir danken Dr. Irene Haberland, Bonn, und Prof. Werner Busch, Berlin, für freundliche Hinweise.
Eine kleine, aber sehr feine Neuentdeckung aus dem Œuvre des Künstlers: die Darstellung eines rastenden, in Gedanken versunkenen Romantikers. Eingebettet in die Szenerie der ungezähmten Natur, erscheint der junge Mann in seiner reflektierenden Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken programmatisch, beinahe schon plakativ für den Zeitgeist des frühen 19. Jahrhunderts. Das schöne Gesicht, die wilden Locken, die schlanke Figur und das große Skizzenbuch tragen die individuellen Züge eines Charakterporträts. Nach einem Vergleich mit dem Miniatur-Selbstporträt Scheurens in der Sammlung Rhein-Romantik (Slg. Nr. 497) vermuten Dr. Irene Haberland, Bonn, und Prof. Werner Busch, Berlin, dass es sich auch hier um ein frühes Künstlerselbstbildnis handeln könnte.
Caspar Scheuren gefiel sich gern in der Rolle des „einsamen Irdenpilgers“. Wolfgang Vomm proklamierte zuletzt 2010: „In seinen Landschaftsbildern schildert [Scheuren] Natur und Menschwerk mit dem liebevollen, retrospektiv-verklärenden Blick des Poeten. Wenn er dies mit tiefem, gelegentlich das Sentimentale streifenden Gefühl tut und dabei die längst versunkene Romantik heraufbeschwört, so ist das keine hohle Attitüde, sondern genuiner Ausdruck seines Lebensgefühls.“ Mithilfe des imaginären Brückenschlags seiner Malerei gelingt dem Künstler die Weltflucht aus der profanen Gegenwart – eine Sehnsucht, die uns auch im 21. Jahrhundert nicht fremd ist. LJM
Wir danken Dr. Irene Haberland, Bonn, und Prof. Werner Busch, Berlin, für freundliche Hinweise.
Eine kleine, aber sehr feine Neuentdeckung aus dem Œuvre des Künstlers: die Darstellung eines rastenden, in Gedanken versunkenen Romantikers. Eingebettet in die Szenerie der ungezähmten Natur, erscheint der junge Mann in seiner reflektierenden Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken programmatisch, beinahe schon plakativ für den Zeitgeist des frühen 19. Jahrhunderts. Das schöne Gesicht, die wilden Locken, die schlanke Figur und das große Skizzenbuch tragen die individuellen Züge eines Charakterporträts. Nach einem Vergleich mit dem Miniatur-Selbstporträt Scheurens in der Sammlung Rhein-Romantik (Slg. Nr. 497) vermuten Dr. Irene Haberland, Bonn, und Prof. Werner Busch, Berlin, dass es sich auch hier um ein frühes Künstlerselbstbildnis handeln könnte.
Caspar Scheuren gefiel sich gern in der Rolle des „einsamen Irdenpilgers“. Wolfgang Vomm proklamierte zuletzt 2010: „In seinen Landschaftsbildern schildert [Scheuren] Natur und Menschwerk mit dem liebevollen, retrospektiv-verklärenden Blick des Poeten. Wenn er dies mit tiefem, gelegentlich das Sentimentale streifenden Gefühl tut und dabei die längst versunkene Romantik heraufbeschwört, so ist das keine hohle Attitüde, sondern genuiner Ausdruck seines Lebensgefühls.“ Mithilfe des imaginären Brückenschlags seiner Malerei gelingt dem Künstler die Weltflucht aus der profanen Gegenwart – eine Sehnsucht, die uns auch im 21. Jahrhundert nicht fremd ist. LJM