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Emil Nolde: Schaffen und Bedeutung

Emil Nolde gilt als einer der führenden Maler und Grafiker des Expressionismus. Landschaften, Blumenbilder und religiöse Szenen in kraftvollen Farben und ausdrucksstarken Formen kennzeichnen sein Werk. Neben der Malerei nutzte Nolde auch häufig das Medium der Druckgrafik. Intensiv und umfassend erforschte er die malerischen Möglichkeiten der Radierung und den Kontrastreichtum der Aquatinta-Technik, er konnte so jedem Abzug eine individuelle Ausprägung verleihen. Von den Brücke-Künstlern übernahm Nolde die Formgebung des Holzschnitts, mit der er den gewünschten Ausdruck des Ursprünglichen und Archaischen erzielte. Im Jahre 1926 beendete er sein druckgrafisches Œuvre unter Verwendung der Lithografie und wandte sich wieder der Malerei in Öl und Aquarell zu, die er über die folgenden Jahrzehnte hinweg verfolgte.

Die Aquarellmalerei nimmt einen zentralen Platz in Emil Noldes Schaffen ein. Seine lebendige Pinselführung führt hier zu Ergebnissen von großer Transparenz und Leichtigkeit und offenbart in besonderer Weise die tiefe emotionale Verbindung des Malers zur Natur. Unerschöpfliche Quelle für seine künstlerische Fantasie war der eigene Garten, wobei es ihm weniger um botanische Genauigkeit ging als vielmehr um die Empfindungen, die die Blumen und ihre vergängliche Schönheit in ihm hervorriefen. Zahlreiche, oft kleinformatige Blumenaquarelle, von Nolde als „Ungemalte Bilder“ bezeichnet, entstanden während der Zeit des Nationalsozialismus. 

Die Naturerfahrung des Meeres prägte Emil Nolde von seiner Kindheit an und wurde auf Lebzeiten ein wichtiges Thema für den Künstler. Der größte Teil seiner außerordentlich vielgestaltigen Meeresbilder zeigt die See alles andere als idyllisch, sondern als elementare Naturgewalt und Urkraft. Das gilt auch für das wechselvolle Himmelsgeschehen in Noldes Bildern. Meer und Himmel, Wellen und Wolken, waren für ihn gleichermaßen Ausdruck der unendlichen Fülle der Natur.

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Emil Nolde Biografie

Emil Nolde wurde als Emil Hansen am 7. August 1867 in Nolde, Schleswig-Holstein, geboren. Ab 1902 nannte er sich nach seinem Heimatort. Nach einer Lehre als Holzbildhauer und ersten Berufsjahren als Fachlehrer für gewerbliches und ornamentales Zeichnen am Industrie- und Gewerbemuseum in St. Gallen, ließ er sich als freier Maler in München nieder, studierte an der privaten Malschule von Adolf Hölzel in Dachau und später an der Académie Julian in Paris. Im Jahr 1900 mietete Nolde ein Atelier in Kopenhagen. Dort heiratete er die dänische Schauspielerin Ada Vilstrup und zog mit ihr auf die Insel Alsen, wo sie bis 1916 die Sommermonate verbrachten. Im Winter lebte das Ehepaar Nolde zumeist in Berlin. Für kurze Zeit (1906–1907) schloss sich Emil Nolde der Künstlergruppe Brücke an, im Jahr 1909 der Berliner Secession. 

Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu heftigen Auseinandersetzungen um die deutsch-dänische Grenzziehung und Noldes Geburtsort 1920 fiel an Dänemark. Der Künstler nahm die dänische Staatsbürgerschaft an und 1926 erwarben die Noldes auf der deutschen Seite der Grenze ein Anwesen mit umliegenden Weideflächen, das sie „Seebüll“ nannten. Dort entstand bis 1930 ein im Bauhausstil errichtetes Künstlerhaus mit großem Atelier und Ausstellungsraum sowie einem üppigen Blumengarten. 

Nach dem Tod seiner Frau Ada heiratete Emil Nolde 1948 die 55 Jahre jüngere Jolanthe Erdmann, Tochter des befreundeten Komponisten und Pianisten Eduard Erdmann, die er seit Kindheitstagen kannte. Sie ermutigte ihn in den folgenden Jahren, weiter künstlerisch zu arbeiten. Am 13. April 1956 starb Emil Nolde im Alter von 88 Jahren und wurde an der Seite von Ada in der Gruft auf Seebüll beigesetzt.

Der Künstler im Nationalsozialismus

Emil Noldes Rolle im Nationalsozialismus wird weiterhin kontrovers bewertet. Lange galt er als Opfer des Regimes, da seine Werke 1937 in der Ausstellung „Entartete Kunst“ diffamiert und zahlreiche seiner Bilder aus deutschen Museen entfernt wurden. Zudem erhielt Nolde 1941 ein Malverbot, das ihn offiziell daran hinderte, seine Kunst öffentlich zu präsentieren. Trotz dieser Repressionen war Nolde ein überzeugter Anhänger des Nationalsozialismus und bemühte sich bis zum Kriegsende um Anerkennung durch das Regime.

Nolde wird sowohl für seinen herausragenden künstlerischen Beitrag zum Expressionismus als auch kritisch für seine politische Haltung während der NS-Zeit beurteilt. Seine Werke sind in bedeutenden Museen weltweit zu finden und genießen weiterhin große Anerkennung.

Emil Nolde – Werke bei Grisebach

Seit der Gründung von Grisebach wurden dem Auktionshaus zahlreiche Kunstwerke Emil Noldes anvertraut. Herausragende Zuschläge gab es für die Gemälde in zuverlässiger Regelmäßigkeit. Im Winter 2021 wurde das „Meer (I)“ von 1947 bei einer mittleren Schätzung von 1.250.000 Euro für 2.770.000 Euro verkauft. Für mehr als 1,5 Millionen Euro fand das Gemälde „Mohn und blaue Lupinen“ von 1950 einen neuen Besitzer. Weitere Millionenzuschläge erzielten die „Hohe See“ von 1939, das frühe Meerbild „Bewegte See II (Zwei Segler aneinander)“ von 1914, sowie „Weiße Wolken“ von 1926 oder die „Landschaft (mit Regenwolke)“ von 1925. Auch Zeichnungen und Druckgrafiken sind immer wieder im Angebot und werden sehr gut verkauft, unter anderem bei den Online Only Auktionen, die sich auf Schätzpreise bis 5000 Euro fokussieren.

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bei Grisebach Kunstauktionen

Emil Nolde, ein bedeutender Vertreter des Expressionismus, hinterließ ein beeindruckendes Œuvre, das weltweit von Kunstliebhabern und Sammlern geschätzt wird. Die Kunstwerke, viele zeichnen sich durch leuchtende Farben und dynamische Pinselführung aus, halten Emotionen und Stimmungen in einzigartiger Weise fest. Bei den Auktionen von Grisebach finden Sammler regelmäßig die Gelegenheit, Werke von Emil Nolde zu erwerben. Unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie gerne bei der Suche nach Werken des Künstlers.

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