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Berlin, 30. Juli 2021: Zeitlose Eleganz: Die Fotokunst von George Hoyningen-Huene

Grisebach freut sich, anlässlich der BERLIN PHOTO WEEK eine Sonderausstellung über das Werk von George Hoyningen-Huene (1900-1968) zu zeigen. 

Wie kein anderer verstand es Hoyningen-Huene, meistens lediglich als Huene bekannt, Kunst, Mode und Kino miteinander zu verbinden. Er arbeitete vor allem in Paris, New York und Hollywood und erlangte zunächst internationalen Ruhm für seine sehr anspruchsvolle Mode- und Porträtfotografie. Seine sorgfältig ausgeleuchteten Studiokompositionen mit Elementen der Moderne, des Neoklassizismus und des Surrealismus machten Huene von 1926 bis 1935 zu einem der führenden Fotografen der Zeitschriften Vogue und Vanity Fair, später auch von Harper’s Bazaar und einem der wichtigsten Chronisten innerhalb der miteinander verflochtenen Welten von Kunst, Mode, Design, Film und High Society. Von seinen Zeitgenossen verehrt, inspirierte er auch nachfolgende Generationen von Fotografen und Filmemachern in aller Welt. Richard Avedon bezeichnete Huene als “ein Genie, der Meister von uns allen”. 

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem George Hoyningen-Huene Estate Archives, Benjamin Jäger, dem Art Director der BERLIN PHOTO WEEK und Grisebach. Rund 50 Fotografien aus Huenes außergewöhnlicher Karriere werden bei Grisebach gezeigt. Ausgestellt werden nicht nur seine eleganten Couture-Mode-Shootings, sondern auch seine glamourösen Porträts von Bühnen- und Leinwandstars sowie Fotografien seiner zahlreichen Reisen durch Europa und Afrika. Seltene Abzüge aus dem Archiv werden neben außergewöhnlichen großformatigen Platin-Palladium-Abzügen gezeigt. Einige der Fotografien werden zum ersten Mal öffentlich präsentiert. 

In dem ersten Teil der Ausstellung wird Huenes Einfluss auf Modemagazine beleuchtet, für die er mit den Topmodels seiner Zeit, wie Lisa Fonssagrives und Toto Koopman arbeitete. Zwei seiner Lieblingsmodelle waren die deutsche Agneta Fischer und die Amerikanerin Lee Miller, die beide später selbst Fotografinnen wurden. Er brachte Anmut und Natürlichkeit in seine Fotoshootings der exklusiven Couture-Kreationen von Designern wie Balenciaga, Chanel, Lanvin, Schiaparelli und Vionnet, und er galt als Spezialist für elegante Inszenierung von Bademode.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der Portraitfotografie von Huene. Die Filmindustrie hatte Huene seit seiner Jugend fasziniert. Dutzende von Schauspielern und Künstlern wurden von ihm abgelichtet und er bereitete sich auf jedes Shooting aufs Neue vor, denn er strebte danach, die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der jeweiligen Hollywood-Idole festzuhalten. So portraitierte er unter anderem Gary Cooper, Marlene Dietrich und Anna May Wong in den 1930er Jahren, Rita Hayworth und Katharine Hepburn in den 1940er Jahren, Greta Garbo in den 1950er Jahren und Ava Gardner in den 1960er Jahren. 

Irgendwann wurde ihm sein Studio zu eng und getrieben von dieser Unruhe, begab er sich mit seiner Kamera auf eine Reihe von Reisen, aus denen fünf Bücher hervorgingen: African Mirage, the Record of a Journey (1938); Hellas (1943); Egypt (1943); Mexican Heritage (1946); und Baalbek/Palmyra (1946). Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich Huenes atemberaubenden Landschaftsbildern und ungeschönten Porträts von Menschen, denen er überall auf der Welt begegnete.

Das letzte Kapitel der Ausstellung befaßt sich mit den beeindruckenden Platin-Palladium-Abzügen, die für ihre Langlebigkeit und ihr reiches Tonwertspektrum berühmt sind. In den 1960er Jahren begann Irving Penn mit dem Platin-Palladium-Verfahren zu experimentieren und andere folgten, darunter auch sein Fotografenkollege Horst P. Horst. 1968 hatte Huene sein Archiv Horst P. Horst vermacht, und in den 1980er Jahren begann Horst, von Huenes Negativen Platin-Palladium-Abzüge herzustellen, die von Museen und Sammlern erworben werden konnten. Diese außergewöhnlichen Abzüge haben eine satte, matte Oberfläche und ihre Tonwerte reichen von samtigen Schwarztönen bis hin zu einer Vielzahl von Grautönen und zarten Weißtönen. Die Ausstellung beinhaltet 15 der unter Horsts Anleitung entstandenen Abzüge, darunter ikonische Bilder wie z.B. Divers (1930). Im Jahr 2020 hat der Estate eine neue Serie von Platin-Palladium-Abzügen in streng limitierter Auflage herausgebracht, von denen einige dieser spektakulären Abzüge erstmals in Deutschland zu sehen sein werden. 

Zu seinen Lebzeiten war Huene in wegweisenden deutschen Ausstellungen wie Film und Foto der 20er Jahre (1929) und während der Photokina (1963) vertreten. In jüngerer Zeit waren seine Bilder zwar in Ausstellungen zur Geschichte der Modefotografie zu sehen, eine Einzelausstellung zu seinem Werk gab es jedoch in Deutschland noch nie. Seine Arbeiten befinden sich in vielen hochkarätigen Sammlungen, darunter dem Getty Museum, Museum of Modern Art, Centre Georges Pompidou, Victoria and Albert Museum oder der Sammlung F.C. Gundlach.

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Dr. Anna von Ballestrem

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Berlin, 14. Juni 2021: Sensationelle Verkaufsquoten, Millionenzuschläge und Rekorde bei Grisebach – die Ergebnisse der Sommerauktionen in Berlin

Zahlreiche Rekorde prägten die diesjährigen Sommerauktionen: Mit den 1.465.000 EUR* für das wunderbare Spätwerk „Reiter in der Allee bei Sakrow“ von Max Liebermann wurde nicht nur die Million geknackt und die Schätzung (500.000 – 700.000 EUR) verdoppelt, es ist auch die bislang höchste Summe, die via Internet auf einer Auktion in Deutschland geboten wurde.


In der kuratierten Abendauktion „Von Emil Nolde bis Neo Rauch“ konnte Grisebach zahlreiche Weltrekorde verzeichnen: Heinrich Vogelers ikonisches Werk „Träume II (auch ,Frühling‘ oder ,Erwartung‘)“ fand für 649.000 EUR* (SP: 200.000 – 300.000 EUR) einen neuen Besitzer in Berlin, der neue
Weltrekord für den neusachlichen Maler Carl Grossberg liegt nun bei 649.000 EUR* (SP: 300.000 – 400.000 EUR), das einzige Selbstporträt des Künstlers ging ins Rheinland und Konrad Luegs „Bockwürste auf Pappteller“ holten mit 437.500 EUR* (SP: 80.000 – 120.000 EUR) den Rekord für den Künstler. Einen Spitzenpreis erzielte auch Konrad Klaphecks „ähnliche Eltern“, das museale Werk ging nach einem langen Bietgefecht im Saal und an den Telefonen für 575.000 EUR* (SP: 200.000 – 300.000 EUR) in eine deutsche Privatsammlung. Das kleine Ölgemälde „Umgeschlagenes Blatt“ (1966) von Gerhard Richter bestätigte mit einem Ergebnis von 745.000 EUR* die Schätzung (600.000 – 800.000 EUR), die marktfrische und frühe Verwischung „Heidi“ des Künstlers konnte die Taxe weit hinter sich lassen und erzielte nach einem internationalen Bietgefecht starke 550.000 EUR* (SP: 280.000 – 350.000 EUR).


Fernando Boteros „Walking Woman in Profile“ fand für 550.000 EUR* (SP: 350.000 – 450.000 EUR) einen neuen Liebhaber in Norddeutschland, Alexej von Jawlenskys  „Sommertag in Ascona“ wurde für 425.000 EUR* (SP: 200.000 – 300.000 EUR) verkauft, und Franz Marcs „Grüne Studie“ von 1908 ging für 412.500 EUR* (SP: 300.000 – 500.000 EUR) in ein süddeutsches Museum. Ein weiteres Spitzenresultat erzielte das 1921 geschaffene „Selbstporträt“ aus der wichtigsten Schaffensphase von Arthur Segal, welches für 375.000 EUR* (SP: 150.000 – 200.000 EUR) nach Frankreich ging.


Zu einem weiteren Highlight der sechs Auktionen an drei Auktionstagen wurde die Versteigerung der Sander Collection. Nach einem atemberaubenden Bietgefecht erklomm das „Wandbild für einen Fotografen“ von Franz Wilhelm Seiwert mit 1.225.000 EUR* (SP: 400.000 – 600.000 EUR) ein weiteres Mal die Millionengrenze und gleichzeitig den Weltrekord für den Künstler. Dieses Hauptwerk Seiwerts von 1925 wird künftig im Art Institute in Chicago zu sehen sein. Mit einer Verkaufsquote von über 200 Prozent für diese Auktion konnten auch hier sehr erfolgreiche Resultate verzeichnet werden wie zum Beispiel die 156.250 EUR* für Heinrich Hoerles „Selbstbildnis“ von 1931 (SP: 60.000 – 80.000 EUR) oder die 150.000 EUR* für die Papierarbeit „Vordermann“ des Künstlers (SP: 40.000 – 60.000 EUR). Franz Wilhelm Seiwerts „Stark abstrahierte Halbfigur“ wurde für 118.750 EUR* (SP: 30.000 – 40.000 EUR) zugeschlagen.


Auch die Auktion Zeitgenössische Kunst kann beeindruckende Preissteigerungen vermelden: Die Arbeit „Study for Bedroom Painting #71 (Double Drop-Out)” von Tom Wesselmann verdoppelte mit 187.500 EUR* ihre Schätzung (70.000 – 90.000 EUR), die Gouache „Zwei Frauen” von 1958 von Joseph Beuys konnte die Taxe (80.000 – 120.000 EUR) mit einem Resultat von 125.000 EUR* ebenfalls hinter sich lassen. David Hockneys Farblithografie „Lithograph of Water Made of Thick and Thin Lines, a Green Wash, a Light Blue Wash, and a Dark Blue Wash“ war hart umkämpft, zahlreiche Bieter verdreifachten die Schätzung (40.000 – 60.000 EUR) auf 125.000 EUR*.


Das Spitzenlos der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts, Adolph von Menzels‘ „Morgens früh im Nachtschnellzug“ aus dem Jahr 1877, kletterte auf 206.250 EUR* (SP: 80.000 – 120.000 EUR). Auf großes Interesse stieß auch das Gemälde „Templerschloß“ aus dem Jahr 1915 von Eugen Bracht, welches für 187.500 EUR* in die Sammlung Sander nach Darmstadt geht (SP: 25.000 – 35.000 EUR). Der „Mädchenkopf (genannt die ‚Malresl‘)“ von Wilhelm Leibl (162.500 EUR*) und Max Pietschmanns monumentales Gemälde „Fischzug des Polyphem“ von 1892 (108.750 EUR*) gingen beide in deutsche Privatsammlungen. Erfreuliche Preissteigerungen erzielten zudem „Die blaue Grotte“ von August Kopisch mit 47.500 EUR* (SP: 7.000 – 9.000 EUR) und „Die Klagemauer in Jerusalem“ von Carl Friedrich Heinrich Werner ging nach einem internationalen Bietgefecht für 52.500 EUR* (SP: 12.000 – 15.000 EUR) in den europäischen Handel.


In der Photographie-Auktion sorgten die drei Abzüge von Otto Steinert für Aufsehen: „Verspielter Punkt“ und „Ohne Titel (Photogramm mit Bällen und Kreisen)“ erzielten jeweils 22.500 EUR* (SP: 5.000 – 7.000 EUR resp. 7.000 – 9.000 EUR) das „Luminogramm II“ (Lampen der Place de la Concorde, Paris) vervielfachte mit 21.250 EUR* ebenso die Schätzung (5.000 – 7.000 EUR). Erfolgreich verkauft wurden auch die drei Arbeiten „Yves Marie Asleep, May“, „John St. Clair Swimming, April“ und „Two Lemons and Four Limes, Santa Monica“ von David Hockney: Erst nach langen Bietgefechten fanden die jeweils auf 1.200 – 1.600 EUR geschätzten Arbeiten für 11.875 EUR*, 14.375 EUR* und 10.625 EUR* ihre neuen Besitzer (Privatsammlung Hessen / Handel, Frankreich / Süddeutsche Privatsammlung). Die Stadtansicht Thomas Struths, „West 44th Street New York“ von 1978, erzielte als teuerstes Los der Photoauktion am Ende 30.000 EUR* und ging in eine amerikanische Privatsammlung.


Insgesamt konnte Grisebach dank bester Kauflaune im ersten Halbjahr 2021 24,3 Millionen Euro erzielen.


Micaela Kapitzky

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

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Berlin, 7. Mai 2021: Von Emil Nolde bis Neo Rauch – Sommerauktionen 2021 bei Grisebach

An der Spitze des Angebots der diesjährigen Sommerauktionen (9. bis 11. Juni 2021) steht die „Sonnenblume“ von Emil Nolde aus dem Jahr 1928. Das eindrucksvoll pastose, in expressiv-gestischer Malweise gestaltete Ölgemälde befand sich einst in der Sammlung von Salmon Schocken und ist auf EUR 700.000–1.000.000 geschätzt. Ein weiteres Meisterwerk aus der Auktion Ausgewählte Werke „Von Emil Nolde bis Neo Rauch“ stammt ebenfalls aus dem Jahr 1928: Carl Grossbergs Selbstbildnis, ein typisch neusachliches Beispiel für seine Technik-Obsession und das einzige Selbstportrait des Künstlers (EUR 300.000–400.000). Die lichtdurchfluteten „Reiter in der Allee bei Sakrow“ aus dem Jahr 1924 machen in einem ungewöhnlich großformatigen Landschaftsbild von Max Liebermann (95,7 x 114,8 cm) die Harmonie und Schönheit der Natur erlebbar. Das seltene Motiv aus dem Park von Schloss Sacrow ist mit EUR 500.000–700.000 taxiert. Eine farbflirrendende Hommage an den Lago Maggiore ist Alexej von Jawlenskys „Sommertag in Ascona“, ein abstrahiertes Landschaftspanorama von 1918 in meisterhaft orchestriertem Kolorit (EUR 200.000–300.000). Franz Marcs „Grüne Studie“ von 1908 ist ein beeindruckendes großformatiges Frühwerk in besonders kraftvoller Farbgebung und Zeugnis der Lebensfreude und der neuen schöpferischen Energie in Marcs „Lenggrieser Sommer“ (EUR 300.000–500.000). Liebhaber des Jugendstils werden mit Heinrich Vogelers „Träume II (auch ,Frühling‘ oder ,Erwartung‘)“ sehr auf ihre Kosten kommen - das ikonische Werk von 1912 zeigt Martha Vogeler, die Ehefrau und Muse des Künstlers in überzeitlicher Schönheit (EUR 200.000–300.000).


Die kuratierte Abendauktion wartet auch mit Spitzenwerken der Zeitgenössischen Kunst mit besten Provenienzen auf. Von Gerhard Richter werden gleich zwei Gemälde angeboten: das Ölbild „Umgeschlagenes Blatt“ (1966) spielt auf eindrucksvolle Weise mit Realitätsebenen und ist eine Neuinterpretation einer jahrhundertealten Bildtradition (EUR 600.000–800.000). Das marktfrische Gemälde „Heidi“ aus dem Jahr 1965 wird zum ersten Mal auf einer Auktion angeboten und ist ein wichtiges Beispiel für Gerhard Richters frühe Verwischungen (EUR 280.000–350.000). Konrad Klaphecks „ähnliche Eltern“ (1957), museales Werk und frühe Ikone aus der stilprägenden Zeit des Künstlers, besticht durch den einzigartig eleganten Stil zwischen Hyperrealismus, Surrealismus und Pop-Art (EUR 200.000–300.000). Eine veritable Entdeckung sind die „Bockwürste auf Pappteller“ von 1962/63 von Konrad Lueg, der ab 1967 unter seinem Geburtsnamen Konrad Fischer als Galerist berühmt werden sollte, dessen künstlerisches Œuvre jedoch recht klein geblieben ist. Umso begehrenswerter dürfte die angebotene Arbeit sein, die Gerhard Richter und Konrad Lueg in ihrer legendären gemeinsamen Ausstellung „Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus“ gezeigt haben (EUR 80.000–120.000). Nach fast 50 Jahren erstmals auf dem Kunstmarkt sind Joseph Beuys‘ „Eurasienstäbe“ von 1974, die Assemblage ist auf EUR 60.000–80.000 geschätzt. Mit Neo Rauch ist der bedeutendste Künstler der Neuen Leipziger Schule in unseren Sommerauktionen vertreten. Mit seiner Arbeit „Autor“ von 1994 kommt sein kraftvolles und großformatiges Frühwerk in unserer Abendauktion am 10. Juni zum Aufruf (EUR 300.000–400.000).

In der Auktion Zeitgenössische Kunst kommen marktfrische Werke jener Künstler zur Versteigerung, die Grisebachs zeitgenössisches Gesicht prägen. Darunter Katharina Grosses „Ohne Titel“ (2004), ein Werk der radikalsten abstrakten Malereipositionen aus Deutschland (EUR 40.000–60.000). Die Gouache „Zwei Frauen“ aus der melancholischen Phase von Joseph Beuys von 1958 ist auf EUR 80.000–120.000 geschätzt, Günter Fruhtrunks „ROT AUS SCHWARZ AUS GELB“ von 1970 auf EUR 60.000–80.000 und Andy Warhols komplettes Portfolio „Flash - November 22, 1963“ über das Attentat an J.F. Kennedy aus 12 Serigrafien von 1968 kommt für EUR 50.000–70.000 zum Aufruf.


30 Jahre KUNST-WERKE BERLIN e. V. werden bei Grisebach gefeiert! Im Rahmen der Auktion Zeitgenössische Kunst am 11. Juni werden mehr als 30 Werke von KünstlerInnen versteigert, die die Geschichte der KW Institute for Contemporary Art und der Berlin Biennale in den letzten 30 Jahren maßgeblich geprägt haben und die das einzigartige Ausstellungsprogramm der vergangenen drei Jahrzehnte reflektieren. Mit dem Erlös werden zukünftige Projekte der KW und der Berlin Biennale unterstützt. Künstlerinnen und Künstler: Marina Abramović, Mounira Al Solh, Kader Attia, BLESS, Monica Bonvicini, Keren Cytter, Simon Denny, Olafur Eliasson, Elmgreen & Dragset, Ceal Floyer, Cyprien Gaillard, Katharina Grosse, Lynn Hershman Leeson, Carsten Höller, Sergej Jensen, Kris Lemsalu, Leonilson, Michel Majerus, John Miller, Piotr Nathan, Susan Philipsz, Willem de Rooij, Julian Rosefeldt, Aura Rosenberg, Tino Sehgal, Jeremy Shaw, Santiago Sierra, Katharina Sieverding, Wolfgang Tillmans, David Wojnarowicz, Amelie von Wulffen.


Die einzigartige Sander Collection, der am 10. Juni eine Sonderauktion mit eigenem Katalog gewidmet ist, geht in ihren Ursprüngen auf den international renommierten Fotografen August Sander (1876-1964) zurück. Nicht wenige der hier angebotenen Werke werden erstmals auf dem Kunstmarkt aufgerufen. Dazu gehört das 1925 von Franz Wilhelm Seiwert geschaffene „Wandbild für einen Fotografen“ (EUR 400.000–600.000), ein Meisterwerk und das vermutlich persönlichste Zeugnis des engen Austausches zwischen Sander und Seiwert. Zu den Ikonen der „Progressiven Künstler Köln“ zählen das 1931 geschaffene, markante „Selbstbildnis“ von Heinrich Hoerle (EUR 60.000–80.000) wie auch das betörende Bild „Die Geste“, das Gottfried Brockmann 1928 gemalt hat (EUR 5.000–7.000). Ein weiteres Spitzenstück der Sander Collection ist die „Ländliche Familie (Familie Jatho)“ von Franz Wilhelm Seiwert aus dem Jahr 1923 (EUR 100.000–150.000).


Schwerpunkt der Abteilung Photographie in diesem Sommer ist die amerikanische Farb- und Konzeptphotographie mit Werken von Größen wie William Eggleston, Larry Sultan, Lewis Baltz oder Mitch Epstein. Eine besondere Entdeckung sind auch die 11 Portraits des Aktfotografen Ernest J. Bellocq, die Prostituierte des Rotlichtmilieus von New Orleans der Jahre 1911/13 zeigen und von dem Fotografen Lee Friedlander wiederentdeckt und vervielfältigt wurden (EUR 40.000–60.000). Zwei Rayogramme des Dada-Künstlers, Fotografen und Filmemachers Man Ray kommen am 9. Juni zum Aufruf: die Arbeiten mit dem von ihm entwickelten fotomechanischen Verfahren zur Produktion von schwarz-weißen Lichtgrafiken stammen von 1922 und 1924 (jeweils EUR 7.000–9.000)


Ein Highlight der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts, mit der traditionell die Auktionswoche in der Fasanenstraße beginnt, ist Wilhelm Leibls „Mädchenkopf (genannt ‚Die Malresl‘)“ von 1897: Die Ölstudie als Meisterwerk in Vollendung - ein Non-Finito in seiner aufregendsten und schönsten Form (100.000–150.000). Das erste Mal seit über 100 Jahren gelangt in der Auktion Adolph von Menzels Zeichnung „Frühmorgens im Nachtschnellzug“ (1877) wieder ans Licht der Öffentlichkeit (EUR 80.000–120.000). Ähnlich wie Adolph Menzel mittelalterliche Ritterrüstungen zum Leben erweckte, haucht Carl Schuch seinen „Totenschädel mit Rosen“ neuem Atem ein (EUR 50.000-70.000). Aus der Sammlung von Max und Martha Liebermann werden zwei Meisterzeichnungen von Menzel angeboten: „Tagebau in Königshütte“ aus dem Jahr 1872 (EUR 25.000–35.000) entstand in unmittelbarem Zusammenhang mit Menzels „Eisenwalzwerk“ (Alte Nationalgalerie, Berlin), das der Onkel des Malers, Alfred Liebermann, bei Menzel in Auftrag gegeben hatte. Bei dem zweiten Blatt („Die Personen des ‚Flötenkonzerts‘, EUR 30.000–40.000) handelt es sich um die Kompositionsskizze der Personen auf Menzels berühmten „Flötenkonzert“ (1850-52, Alte Nationalgalerie, Berlin). Die großformatige, in Feder ausgeführte Zeichnung ist die ältere der beiden bekannten Versionen aus dem Berliner Kupferstichkabinett und wurde kürzlich an die Liebermann Erben restituiert.


Insgesamt werden an drei Auktionstagen 783 Kunstwerke mit einer mittleren Gesamtschätzung von ca. 18 Millionen in 6 Katalogen bei Grisebach angeboten.


Die erweiterte Vorbesichtigung in Berlin findet vom 25. Mai bis 8. Juni in der Fasanenstraße 25, 27 und 73 statt.


Micaela Kapitzky

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Berlin, 8. Dezember 2020: Spitzenpreise bei Grisebach – Die Ergebnisse der Herbstauktionen in Berlin

Das teuerste Los der Auktion „Ausgewählte Werke“ kommt aus dem Bereich der modernen Kunst: Max Liebermanns „Die Große Seestrasse in Wannsee mit Spaziergängern“ von 1920 ging zu einem Spitzenpreis von 745.000 EUR* in eine deutsche Privatsammlung. Für einen weiteren Höhepunkt sorgte die schwungvolle „Geisha-Revue“ von Georg Tappert aus dem Jahr 1911/13, die sich ein amerikanisches Museum gegen Bieter aus dem In- und Ausland erkämpfte (709.000 EUR*). René Magrittes strahlende, kleinformatige Gouache ging für 500.000 EUR* in eine nordamerikanische Sammlung. Georg Kolbes „Sklavin“ konnte die Schätzung verdreifachen und fand für 300.000 EUR* nach einem langem Bietgefecht einen neuen Besitzer in Nordrhein-Westfalen. Die Erfolgswelle und das Interesse an der Kunst der Neuen Sach-lichkeit bei Grisebach setzen sich auch nach der großen Nachfrage im Sommer weiter fort: Rudolf Schlichters „Speedy als Madonna“ von 1934 ging für 262.500 EUR* in eine norddeutsche Sammlung. Das eindringliche Selbstporträt von Curt Querner aus dem Jahr 1934 und Jeanne Mammens „Vor der Komödie am Kudamm, nachts“ wechselten für 87.500 EUR* respektive 112.500 EUR* die Besitzer. Auch amerikanische Sammler zeigten großes Interesse an der Kunst der Neuen Sachlichkeit: Hans Grundigs „Mädchen mit rosa Hut“ von 1925 (337.500 EUR*), Franz Lenks „Altes Wehr“ von 1930 (100.000 EUR*) und Albert Birkles „Kreuztragung“ (Friedrichstraße) von 1924 (275.000 EUR*) gehen alle drei nach langem Bietgeschehen in amerikanische Sammlungen.


Mit gleich zwei Weltrekorden zeigte sich in der Auktion „Ausgewählte Werke“ ebenso großes Interesse an der Kunst der Gegenwart: Nach einem langen und internationalen Bietgefecht ging Arnulf Rainers „Ohne Titel“ (Rotes Bild) von 1959 für 400.000 EUR* in eine deutsche Privatsammlung. Und noch nie wurde für den „Filzanzug“ von Joseph Beuys aus dem Jahr 1970 auf einer Auktion mehr bezahlt (137.500 EUR*).
Als zweite starke Säule neben der Modernen Kunst hatte auch die Auktion Zeitgenössische Kunst am Freitagabend einen fulminanten Auftritt; das stringente und vielseitige Angebot erfreute sich großer Beliebtheit. Per Kirkebys großformatige Landschaft „Ohne Titel“ aus dem Jahr 2006 ging für 375.000 EUR* nach Großbritannien. Einen weiteren Spitzenpreis für Arnulf Rainer erzielte die Arbeit „Monte“ (1962) aus der Sammlung von Thomas und Raffaela von Salis für 212.500 EUR*. Norbert Schwontkowskis „Im Park“ von 2007 erzielte einen sensationellen Preis für den Künstler von 112.500 EUR*. Wertsteigerungen gab es auch für Robert Mangolds „Untitled #5“ von 1986 (Schätzung EUR 25.000 / Ergebnis 100.000 EUR*) und Georg Herolds „Kleiner Bernhardiner” aus der Serie Deutschsprachige Gipfel von 1985 (Schätzung EUR 6.000 / Ergebnis: 40.000 EUR*).


Ein Riesenerfolg war die Sonderauktion der Sammlung des früheren brasilianischen Botschafters in Deutschland, Mario Calábria: Bei einer Verkaufsquote von fast 100% nach Losen und einer Verdoppelung der Schätzung sorgten Spitzenzuschläge etwa für Woty Werner („Entspannung“ 1953, Schätzung EUR 1.000 / Ergebnis 26.250 EUR*), A.R. Penck (Ohne Titel. Vor 1980, Schätzung 30.000 / Ergebnis 131.250 EUR*) und Mavignier (Ohne Titel (K.B. 47). 1961, Schätzung 50.000 / Ergebnis 100.000 EUR*) für beste Stimmung im Auktionssaal und an den Telefonen. Die Versteigerung dieser umfangreichen Sammlung wird Anfang nächsten Jahres als Online Only Sale fortgesetzt.


In der Herbstauktion für Photographie am 2. Dezember stieß die piktorialistisch anmutende „Herbststimmung“ eines unbekannten Photographen auf besonderes Interesse und ging für 50.000 EUR* in die USA. Das Coverlos der Auktion, Mitch Epsteins „Flag“ aus dem Jahr 2000, wurde für 31.250 EUR* erworben und ging zusammen mit Saul Leiters „Wet Window“ für 10.000 EUR* (Schätzung 4.000) in dieselbe Schweizer Sammlung.


Das Hauptlos der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts, Carl Gustav Carus’ „Schiffsmühle auf der Elbe bei Dresden“ aus dem Jahr 1826, kletterte auf 137.500 EUR*. Es geht zurück in seine sächsische Heimat. Auf großes Interesse stieß auch das Gemälde „Frage an die Sterne“ aus dem Jahr 1901 von Karl Wilhelm Diefenbach, welches für 50.000 EUR* versteigert wurde (Schätzung 10.000 EUR). Erfreuliche Preissteigerungen zudem bei den qualitätvollen Ölstudien: Eine Neapel-Ansicht des Franzosen André Giroux versechsfachte ihre Schätzung (22.500 €*). Anna Dorothea Therbuschs „Selbstbildnis als Flora“ (um 1765/1768) ging für 56.240 EUR* in eine deutsche Privatsammlung.


Grisebach freut sich sehr über das bemerkenswerte Interesse und starke Engagement deutscher und internationaler Museen in allen Auktionen.


Mit einem Gesamtergebnis von 17,2 Mio* blickt Grisebach auf eine sehr erfolgreiche Herbstsaison zurück.


Micaela Kapitzky

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

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Berlin, 30. Oktober 2020: Von Beuys bis Liebermann – Museal: „Ausgewählte Werke“ bei Grisebach

Nur selten treten Objekte ans Licht, die so exemplarisch eine historische Person in ihrem Charakter nahbar machen. Eine Kostbarkeit ersten Ranges und eine der reizvollsten Schöpfungen europäischer Porzellankunst kommt in dieser Auktion zum Aufruf: ein Flötenkasten, der 1761 in Meissen für den privaten Gebrauch von Friedrich dem Großen gefertigt wurde (EUR 250.000-350.000).

Zu den Höhepunkten im Bereich Moderne Kunst zählt Georg Tapperts schwungvolle „Geisha-Revue“ von 1911/13, ein eindrucksvolles Zeugnis des Exotismus in der Kunst vor 1914 und eine Inkunabel des deutschen Expressionismus (EUR 350.000-450.000) sowie Otto Dix’ “Zirkusscene” von 1923 (EUR 200.000-300.000), eine metaphorisch aufgeladene Zustandsbeschreibung der 1920er-Jahre mit beeindruckender Ausstel-lungshistorie. Besonderes Augenmerk verdient auch Alexej von Jawlenskys spannungsvolles Spiel von Figuration und Abstraktion in „Abstrakter Kopf: Komposition Nr.9“ von 1924: in einem besonders intensiven und leuchtenden Kolorit zeigt sie die Suche Jawlenskys nach einem allgemeingültigen Urbild des menschlichen Antlitzes (EUR 250.000-350.000). Nach dem Weltrekord für Hans Grundig in der vergangenen Frühjahrs-auktion (EUR 462.500 für „Schüler mit roter Mütze“) kommt mit „Mädchen mit rosa Hut“ von 1925 eine weitere Ikone der Dresdner Neuen Sachlichkeit zum Aufruf – eines der letzten frühen Gemälde des Künstlers auf dem Kunstmarkt (EUR 100.000-150.000). Ein wunderbares Beispiel für Lyonel Feiningers prismatisch gebrochenen Kubismus zeigt sich in den spannungsvollen Farbkontrasten zwischen Türkis, Gelb und Braun in seiner Arbeit „Cammin“ von 1934 (EUR 500.000-700.000). Es ist Zeugnis von Feiningers Sommeraufenthalten an der pommerschen Ostseeküste. Vom Meister des Mysteriums, René Magritte, wird in der Abendauktion die Gouache „Le domaine enchanté“, eine Studie für den Zyklus der Wandbilder im Casino der belgischen Küstenstadt Knokke-Heist von 1953 angeboten, eine Dekonstruktion vermeintlich unumstößlicher Sicherheiten die auf EUR 400.000-600.000 geschätzt ist.

Highlight der „Ausgewählten Werke“ aus dem Bereich der Zeitgenössischen Kunst ist ein Großformat der Meisterin des faszinierenden Realismus, Karin Kneffels „Ohne Titel“ von 2003, ein weiteres Gemälde von musealer Qualität aus der Sammlung Thomas und Raffaela von Salis (EUR 100.000-120.000). Eine wahre Entdeckung sind „Catsuit – after William Morris“ (EUR 100.000-120.000) und ihr Pendant „Victoria“ (EUR 100.000-120.000) der südafrikanischen Künstlerin Marlene Dumas in Zusammenarbeit mit dem Niederländer Bert Boogaard. In den Werken verbinden sich zwei künstlerische Welten: Auf die weiblichen Figuren Dumas in Aquarell legt sich die transparent-wirkende Ornamentik Boogaards.

Eine Rarität aus dem Bereich Fotografie bereichert das spartenübergreifende Abendangebot mit dem „Porträt Wassily Kandisky“ von 1925 Hugo Erfurth, hier trifft der bedeutenste Porträtfotograf seiner Zeit auf einen der wichtigsten Künstler der Moderne (EUR 10.000-15.000). Der Vintage print aus dem Besitz von László Moholy-Nagy war 1938 Teil der legendären ersten Bauhaus-Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art.

Eine Sonderauktion mit eigenem Katalog ist der Sammlung Calábria am 4. Dezember gewidmet. Versteigert wird die Kunstsammlung des früheren brasilianischen Botschafters Mário Calábria, der in Ostberlin ein weitgespanntes Netz von Künstlerfreundschaften pflegte. Schwerpunkt seiner Sammelleidenschaft war die abstrakte und konkrete Kunst, die mit bedeutenden Werken u.a. von Hermann Glöckner und Almir da Silva Mavignier vertreten ist. Calábria baute eine Sammlung auf, die nicht nur seiner Leidenschaft für die Kunst entsprang, sondern auch einer sozialen Verantwortung, die Künstler materiell und ideell zu unterstützen.

Die Abteilung Zeitgenössische Kunst kann mit einem stringenten und vielseitigem Angebot aufwarten: An der Spitze der rund 180 Lose steht mit einem Schätzpreis von EUR 300.000-400.000 Per Kirkebys imposantes Ölgemälde „Ohne Titel“ aus dem Jahr 2006. Die monumentale, abstrahierte Landschaft wurde in der großangelegten Retrospektive zum 70. Geburtstags des Künstlers im Louisiana Museum of Art gezeigt. Martin Kippenbergers „Young Beach believe Us. Young Beachbelievers“ von 1986, zeigt eine typisch, ironi-sche Collage, einen Materialmix aus verschiedenen Baumwollstoffen, Silikon und Latex. Das für den Künstler ungewöhnlich poppige Sujet stammt aus der Blake Byrne Collection, Paris/Los Angeles (EUR 50.000–70.000).

Die Sammlung Thomas und Raffaela von Salis, die im Laufe von mehr als drei Jahrzehnten eklektisch entstanden ist, reflektiert das geschulte Auge und den pointierten Geschmack des Kunsthändlers. Grisebach freut sich, einzelne Werke aus der Sammlung in den Herbstauktionen versteigern zu dürfen. Das ausgeprägte Gespür und die anhaltende Leidenschaft der Sammler spiegeln sich unter anderem in spannungsvollen Gegenüberstellungen verschiedener Künstler wie etwa Arnulf Rainer, Robert Mangold, Clement Meadmore, Lucio Fontana und Mario Giacomelli.

Das Hauptlos der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts ist Carl Gustav Carus‘ Ölgemälde „Schiffsmühle auf der Elbe bei Dresden“ um 1826, ein Kleinod der Dresdner Romantik – die Nähe zu Caspar David Friedrich unübersehbar – ist auf EUR 100.000–150.000 geschätzt. Ebenfalls von Friedrich und seinem skandinavischen Landsmann Johan Christian Dahl in Dresden inspiriert ist das „Kliff an der nord-norwegischen Küste“ (um 1845, EUR 30.000-40.000) des Ausnahmekünstlers Peder Balke - der „Turner Skandinaviens“,  dessen spektakuläre Studien im Nationalmuseum Oslo als auch im Louvre hängen. Der glühende Sonnenuntergang, der die Studie „Ägina mit dem Apollotempel“ (um 1835, EUR 18.000-24.000) aus Carl Rottmanns berühmtem Griechenland-Zyklus zum virtuosen Farbenfest macht, bildet den Auftakt für dessen künstlerisches Leitmotiv der 1840er Jahre.

Allein 175 Losnummern moderner und zeitgenössischer Photographie werden im Rahmen der Herbstauktionen bei Grisebach versteigert. Zu den besonderen Sammelstücken gehören nebst dem Coverlos „Flag“ des amerikanischen Fotografen Mitch Epstein aus dem Jahr 2000 (EUR 25.000-30.000), die Arbeit „‘Parlour Games‘ Munich“ von 1991 einem der berühmtesten Photographen des 20. Jahrhunderts: Helmut Newton (EUR 20.000-30.000).

Insgesamt werden bei den Herbstauktionen vom 2. bis 4. Dezember knapp 900 Kunstwerke mit einem unteren Schätzpreis von insgesamt EUR 15,5 Mio. versteigert. Die Vorbesichtigung in Berlin an drei Standorten in der Fasanenstraße (25, 27, 73) beginnt am 20. November und endet am 1. Dezember.

Micaela Kapitzky

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Berlin, 4. September 2020: Juergen Teller “If You Pay Attention” und “Araki Teller, Leben und Tod”

Grisebach freut sich, ab dem 12. September zwei Ausstellungen mit dem deutschen Fotografen Juergen Teller zeigen zu dürfen: “If You Pay Attention” und “Araki Teller, Leben und Tod”.


Die erstmals ausgestellten Fotografien der Serie “If You Pay Attention” sind Ende 2019 bis Anfang 2020 in Zusammenarbeit mit Dovile Drizyte auf einer abenteuerlichen, himmlischen aber auch lebensbedrohlichen Reise durch den Iran entstanden.


Drizyte, Tellers Partnerin, trug während der Reise einen Tschador, und ist so durch diese Kleiderordnung sukzessive in eine neue Identität gerutscht. Teller erinnert sich:


“Ich wollte nicht einfach nur touristische Aufnahmen machen; ich wollte etwas von mir oder uns in die Fotos vom Iran einbringen, war mir aber anfangs unsicher, wie oder was. Gleichzeitig hatte ich noch nicht die richtige Art und Weise gefunden, meine Freundin Dovile zu fotogra-fieren. Manchmal ist es schwierig mit Menschen, die einem sehr nahe stehen. Es hat mich Jahre gekostet, meine Mutter zu fotografieren.”


Nebenan in der Villa Grisebach präsentiert Teller sein neues Buch “Araki Teller, Leben und Tod” - eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki. “Leben und Tod” bildet den Höhepunkt ihrer gemeinsamen Ausstellung im Kunstraum AM, Tokio, Ende des Jahres 2019 und wurde von Steidl publiziert.


Dieses sehr persönliche Projekt konzentriert sich auf Tellers Serie “Leben und Tod”, in der er den Tod seines Onkels und Stiefvaters Artur reflektiert und Fotografien seiner Mutter und seiner Heimat im bayerischen Bubenreuth symbolischen Bildern von Fruchtbarkeit und dem Leben im Urlaub in Bhutan mit Dovile Drizyte gegenüberstellt.


Inspiriert von dieser Serie bat Araki darum, Tellers “Objekte der Kindheitserinnerung” zu fotografieren, Gegenstände, die für ihn und seine Eltern von besonderer emotionaler Bedeutung sind. Teller sammelte eifrig solche persönlichen Kostbarkeiten, darunter Spielzeug, eine Porzellanfigur und Brücken, die in der Geigenbauwerkstatt der Familie hergestellt wurden; die so entstandenen Bilder von Araki sind eindringlich und doch verspielt und schaffen neben der ursprünglichen Geschichte eine faszinierende Erzählung.

 
Juergen Teller (geb. 1964 in Erlangen) studierte an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München, bevor er 1986 nach London zog. Er ist sowohl in der Kunstwelt als auch in der Werbefotografie erfolgreich und hat Kampagnen für Marken wie Celine, Louis Vuitton, Marc Jacobs und Vivienne Westwood fotografiert als auch Leitartikel für Zeitschriften wie Arena Homme Plus, Pop, Purple, System und W verfasst. 2003 wurde Teller mit dem Citibank Prize for Photography und 2018 mit dem Special Presentation ICP Infinity Award ausgezeichnet. Bedeutende Einzelausstellungen seiner Arbeiten fanden statt im Garage Museum of Contemporary Art, Moskau (2018); Fotomuseum, Winterthur (2018); Martin-Gropius-Bau, Berlin (2017); Bundeskunsthalle, Bonn (2016), DESTE Foundation, Athen (2014); Institute of Contemporary Art, London (2013); Daelim Museum, Seoul (2011); Dallas Contemporary, Texas (2011); Le Consortium, Dijon (2010) und Fondation Cartier pour l’art Contemporain, Paris (2006). 2007 wurde er eingeladen, die Ukraine als einer von fünf Künstlern bei der 52. Biennale Venedig zu vertreten. Tellers Werk wurde von zahlreichen internationalen Sammlungen erworben, darunter das Centre Pompidou, Paris, die Fondation Cartier pour l’art Contemporain, Paris, das International Center for Photography, New York, die National Portrait Gallery, London, und die Olbricht Collection, Berlin. Teller hat über 50 Bücher veröffentlicht.


Pressekontakt
Sarah Buschor
T +49 (0)30 885915 65
sarah.buschor@grisebach.com


Eröffnung
Samstag, 12. September 2020, 11 bis 18 Uhr
Grisebach, Fasanenstraße 25 und 27, 10719 Berlin


Ausstellungen
Juergen Teller & Dovile Drizyte “If You Pay Attention”
Fasanenstraße 27, 10719 Berlin
Ausstellung bis 7. November 2020
Mo. bis Fr. 10 bis 18 Uhr, Sa. 11 bis 16 Uhr

Juergen Teller “Araki Teller, Leben und Tod”
Fasanenstraße 25, 10719 Berlin
Buchpräsentation & Ausstellung bis 24. Oktober 2020
Mo. bis Fr. 10 bis 18 Uhr, Sa. 11 bis 16 Uhr

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Berlin, 11. August 2020: King Kong kommt aus Dresden – Die Wiederentdeckung des Malers Max Pietschmann

Ausstellung: 2. September bis 3. Oktober 2020
Eröffnung: Dienstag, 1. September, 18 Uhr

Da lag sie also, die riesige Leinwand: auf dem Dachboden eines alten Dresdner Stadthauses, sorgfältig gerollt und aufgebockt. Die unverschämt modernen Ölstudien und Fotos der sich im seichten Mittelmeer räkelnden Frauen schürten unsere Neugier. Die kleinformatige Kompositionsskizze gab eine Idee. Das Augenfest beim Ausrollen der farbgewaltigen Stoffbahn in einem Berliner Restauratorenatelier übertraf jede Erwartung: Vor uns erhob sich – Zentimeter für Zentimeter – ein einäugiger Riese vor blendend-blauem Rivierahimmel, weiße Wolkenberge, so licht wie das strahlende Inkarnat der verängstigten Schönheiten, deren physische Präsenz keine entrückten Meerwesen, sondern Frauen im Hier und Jetzt zeigen. Ihr Playground: eine irritierend flirrende, rhythmisch abstrahierte Wasserlandschaft vor sonnenglühenden Zyklopenfelsen.

Grisebach freut sich, ab dem 2. September die Ausstellung „King Kong kommt aus Dresden. Die Wiederentdeckung des Malers Max Pietschmann“ zeigen zu können. Leitmotiv der Schau ist ein verschollen geglaubtes Hauptwerk des Künstlers, das monumentale Ölgemälde „Fischzug des Polyphem“ (380 x 260 cm). Außerdem werden Bilder, Fotografien und Briefe aus seinem Nachlass präsentiert. 

Max Pietschmann (1865 – Dresden – 1952) studierte ab 1883 an der Kunstakademie in Dresden. Ein Reisestipendium ermöglichte ihm 1889 den Besuch der Pariser Académie Julien. Anschließend arbeitete er für zwei Jahre in Italien, in Rom und vor allem auf Sizilien. Sein hier entstandenes Hauptwerk „Polyphem“ zeigt die enorme Schöpferkraft seiner frühen Jahre: Ein Mammutwerk, so selbstbewusst, kraftvoll und avantgardistisch wie die internationale Kunstgegenwart seiner Zeit. Das „beflügelnde Fieber“, so der Romancier Robert Musil, das sich „aus dem ölglatten Geist der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts plötzlich in ganz Europa erhob“, hatte das junge Talent angesteckt. Mit unersättlicher Neugier saugte Pietschmann Neues wie Altes in sich auf und beseelte die sagengetränkte Landschaft Siziliens in freier literarischer Adaption und sprichwörtlich mythischer Schöpferkraft mit seinen ureigenen Bildfindungen. Die Präsentation und Auszeichnung des „Polyphem“ auf der Weltaus-stellung in Chicago 1893 markiert den ersten Höhepunkt seiner Karriere.

Der Künstler steht mit seiner mystifizierenden Natursicht in der Tradition Arnold Böcklins und Max Klingers und und gilt als Vertreter des Deutschen Symbolismus. Als führendes Mitglied des progressiven „Goppelner Kreises“ führt er die Plainairmalerei in Dresden auf ein neues Niveau und bereitet die 1893 gegründete Sezession maßgeblich mit vor, deren stellvertretenden Vorsitz er 1899 übernimmt. Die schöpferisch kraftvollen Interpretationen aktueller nationaler wie internationaler Einflüsse des Symbolismus, des Impressionismus und des frühen Jugendstils begründen Pietschmanns Rolle als bedeutender Protagonist der „neuen Richtung der Malerei“ in Dresden. Zusammen mit Künstlern wie Oskar Zwintscher, Richard Müller, Hans Unger und Sascha Schneider gehört er zur „Phalanx der Starken, die um die Jahrhun-dertwende Dresdens Kunst bedeutete“ (Kuno v. Hardenberg, 1928).

Der Symbolismus als europaweite Kunstbewegung der Frühmoderne feiert in unseren Tagen sein Comeback. Mit der Wiederentdeckung dieses frühen Hauptwerkes ist Pietschmann erneut ganz vorne mit dabei!

Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Anna Ahrens, Frida-Marie Grigull und Luca Meinert.

Pressekontakt
Sarah Buschor
T +49 (0)30 885915 65
sarah.buschor@grisebach.com

Eröffnung
Dienstag, 1. September 2020, 18 Uhr
Grisebach, Fasanenstraße 25, 10719 Berlin

Ausstellung
2. September bis 3. Oktober 2020
Mo. bis Fr. 10 bis 18 Uhr, Sa. 11 bis 16 Uhr

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Berlin, 13. Juli 2020: Ein Abend – fünf Weltrekorde. Die Ergebnisse der Sommerauktionen in Berlin

Spektakuläre 537.500 EUR* wurden für Albrecht Dürers Ikone der Kunstgeschichte, den Kupferstich „Adam und Eva“, nach einem langen und internationalen Bietgefecht erzielt. Dies bedeutet Weltrekord bei Grisebach für diesen Kupferstich und ist zugleich der fünfthöchste Preis, der jemals für ein graphisches Werk von Dürer bezahlt wurde. Eine weitere ikonische Arbeit des wichtigsten deutschen Renaissance-Künstlers, „Melencolia I“, wurde für 318.750 EUR* verkauft und ging in dieselbe Privatsammlung nach Großbritannien.

Die moderne Kunst erfreut sich bei den Sammlern einmal mehr größter Wertschätzung: Das Spitzenlos der Auktion „Ausgewählte Werke“ – Emil Noldes „Südsee Landschaft II“ von 1915, ein Spitzenstück des Expressionismus – wurde erstmalig auf dem Auktionsmarkt angeboten und fand für 949.000 EUR* einen neuen Besitzer in Norddeutschland. Ein weiteres museales Meisterwerk eines Brücke-Künstlers, „Pommersche Bauern“ von Karl Schmidt-Rottluff, konnte für 500.000 EUR* verkauft werden. Für eine regelrechte Entdeckung auf dem Feld der neuen Sachlichkeit konnte Grisebach einen Weltrekord verzeichnen: Das Werk „Schüler mit roter Mütze“ des Dresdners Hans Grundig, das man wohl als eine der wichtigsten Arbeiten des Künstlers bezeichnen darf, wurde für 462.500 EUR* zugeschlagen und geht in eine süddeutsche Privatsammlung. Einen weiteren Weltrekord für ein faszinierendes Werk der Moderne gilt es für das Gemälde „Avertissement I (Peinture)“ von Wolfgang Paalen zu verzeichnen (387.500 EUR*, Privatsammlung Österreich).

An der Spitze der Zeitgenössischen Kunst findet sich „Bewegtes Feld“ von Günther Uecker. Das prägnante Nagelbild des ZERO-Künstlers fand für 525.000 EUR* (SP: 200.000–300.000) einen neuen Besitzer. Den zweithöchsten Preis der Sparte erzielte die Arbeit „Ohne Titel“ (1993) von Sigmar Polke (400.000 EUR*). Der Teppich („Untitled“. 2012) von Rudolf Stingel sorgte nicht nur im Vorfeld der Auktion „Ausgewählte Werke“ für Aufsehen und verkaufte sich für 93.750 EUR* in eine amerikanische Privatsammlung. Ein weiteres Spitzenresultat und Weltrekord gab es außerdem für Norbert Biskys „SCHWARZMALER II“ (137.500 EUR*).

In der Auktion „Ausgewählte Werke“ kam das Highlight der Abteilung Photographie, „Elephant and Kilimanjaro“ (1984/2005) von Peter Beard zum Aufruf und wurde für 150.000 EUR* zugeschlagen. Und weitere besondere Photographien wurden mit hohen Preisen honoriert: Werner Mantz‘ „Haus der Kölnischen Zeitung auf der Internationalen Presse-Ausstellung ‘Pressa’ bei Nacht, Köln.“ erzielte 47.500 EUR* (SP: 4.000–6.000), Otto Steinerts „Aggression II“ von 1966 ging für 32.500 EUR* in eine Schweizer Privatsammlung (SP: 3.500–5.500) und Karl Blossfeldts ikonische Mappe „Urformen der Kunst“ von 1915/25 fand für 46.250 EUR* einen neuen Besitzer.

Die erste Online Only Auktion bei Grisebach vom 19. Juni bis 5. Juli 2020 kann hohe Zuschlagsquoten vermelden: Von 120 angebotenen Werken wurden 108 verkauft, dies bedeutet 90% nach Lots. Mit einem Gesamtergebnis von 270.000 EUR inkl. Aufgeld blickt Grisebach auf eine sehr erfolgreiche Online-Premiere zurück. Das Konzept der digitalen Auktionsplattform und dem gleichzeitig qualitativ hochstehenden Angebot an Kunstwerken wird weitergeführt: Vom 31. Juli bis 9. August findet nun die zweite Online Only Auktion statt (Schätzwerte bis 3.000 EUR).

Insgesamt spielten die Sommerauktionen mit vier Auktionen an zwei Tagen (inklusive Online Only) eine Summe von 16 Millionen Euro ein.

Micaela Kapitzky

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

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Berlin, 9. Juni 2020: Eine Reise durch die Kunstgeschichte in der kuratierten Abendauktion bei GRISEBACH: Von Dürer über Jawlensky bis Balkenhol

Unsere aktuelle Abendauktion spannt einen großen historischen Bogen über ganze fünf Jahrhunderte – mit Arbeiten von Albrecht Dürer über Alexej Jawlensky bis Stephan Balkenhol.


Die Reise nimmt ihren Anfang mit zwei Kupferstichen Albrecht Dürers, die noch zu seinen Lebzeiten gedruckt wurden – mit „Adam und Eva“ aus dem Jahr 1504 und „Melencolia I“ von 1514 (beide EUR 80.000–120.000) sind dies gleich zwei ikonische Werke des wichtigsten deutschen Renaissance-Künstlers, die am 9. Juli in Berlin versteigert werden. Eindrucksvoller Ausgriff ins Barock dagegen und ein Highlight ist auch das großformatige, überbordende Stillleben „Großer Blumenstrauß mit Kaiserkrone im Holzbottich“, das Jan Brueghel d.J. um 1625/30 gemalt hat (EUR 800.000–1.200.000).


Einen von dort weiten Sprung in die Moderne des Jahres 1909 schließlich tun wir mit einem Meisterwerk aus der wichtigsten Schaffensphase von Alexej von Jawlensky. Mit der „Landschaft mit Bäumen“ (EUR 300.000–400.000) formuliert er in ungemein leuchtendem Kolorit eine ganz neue Landschaftsauffassung. Eine besondere Entdeckung ist sicher mit der „Kindergruppe“ von Mela Muter aus dem Jahr 1913 zu machen. Hier schuf die zu Unrecht fast vergessene Künstlerin ein eindringliches Gruppenbildnis von großer Menschlichkeit und Tiefe (Schätzpreis EUR 180.000–240.000). Im gleichen Jahr machte sich Emil Nolde auf eine Reise in die Südsee, und malt dann 1915 unsere „Südsee Landschaft II“ (EUR 800.000–1.200.000) - ein chef d´oeuvre des Expressionimus, welches Grisebach erstmalig auf dem Auktionsmarkt anbieten darf. Mit „Pommersche Bauern“ von Karl Schmidt-Rottluff kommt ein weiteres museales Meisterwerk eines Brücke-Künstlers zum Aufruf – ein Ölgemälde mit zwei charakteristisch-kantigen, wie aus Holz geschlagenen Köpfen (1924), das mit EUR 400.000–600.000 taxiert ist. Um 1925/28 schuf Hans Grundig, die Ikone der Dresdner Neuen Sachlichkeit, das Werk „Schüler mit roter Mütze“ – ein Hauptwerk mit beeindruckender Ausstellungshistorie (EUR 150.000–200.000).


Ein prägnantes Werk aus einer wichtigen Schaffensperiode des berühmten ZERO-Künstlers Günther Uecker dürfen wir mit „Bewegtes Feld“ von 1971 anbieten (EUR 200.000–300.000). Von internationaler Museumsqualität mit hochkarätiger Provenienz ist auch die Arbeit „Ohne Titel“ (1993) von Sigmar Polke, welche auf 300.000 EUR geschätzt ist und ebenfalls in unserer Abendauktion zum Aufruf kommen wird. Zum ersten Mal auf den deutschen Kunstmarkt gelangt Neo Rauchs Ölgemälde „Leitung“ von 1997, ein exemplarisches Werk aus der kraftvollen Frühphase des Leipziger Künstlers (Schätzpreis EUR 80.000–120.000). Rudolf Stingels Teppich („Untitled“ von 2012), Zeugnis einer ephemeren Ausstellungserfahrung, rundet schließlich das vielseitige Angebot aus über 500 Jahren auf unserer Sommer-Abendauktion ab (Schätzpreis EUR 50.000-70.000).


Das Hauptlos der Auktion für Zeitgenössische Kunst ist Katharina Grosses besonders kraft-volles und leuchtendes Gemälde, eine Arbeit in typischem Gestus und frischer Dynamik („Ohne Titel“, 2000, EUR 200.000–300.000). Mit Imi Knoebel ist einer der wichtigsten Protagonisten der deutschen Minimal Art vertreten. Seine Skulptur „Frauenstück“ ist 1989 entstanden und auf EUR 70.000–90.000 geschätzt. Mit André Butzers „Pluton“ von 2002 tritt uns eine mysteriöse, pastos gemalte Figur entgegen, die einem Comic entsprungen zu sein scheint (EUR 50.000–70.000).


Auch im Medium der Photographie gibt es natürlich einige besondere Sammelstücke zu entdecken. So präsentieren wir mit Gustave Le Gray einen der heute begehrtesten Fotografen des 19. Jahrhunderts. Das imposante Stadtpanorama „Pont du Carrousel, vue du Pont Royal, Paris“, ist um 1859 enstanden (EUR 10.000–15.000). Ein weiteres Highlight kommt ebenfalls in unserer Auktion „Ausgewählte Werke“ zum Aufruf, es ist die Arbeit „Elephant and Kilimanjaro (1984/2005) des kürzlich verstorbenen amerikanischen Fotografen Peter Beard (EUR 100.000–150.000) Mit zwei weiteren aufmerksamkeitsstarken Trouvaillen kann auch unsere Auktion „Photographie“ aufwarten. Der „Givenchy Hat for ´Jardin des Modes´“ (Paris 1958) von Frank Horvart vereint Modegeschichte und den Esprit der Zeit (EUR 12.000-15.000). Und mit Germaine Krulls „Daretha [Dorothea] Albu. Kostümentwurf: Lotte Pritzel“ (um 1925) dürfen wir eine Arbeit von einer der wichtigsten deutschen Fotografinnen der Geschichte anbieten (EUR 3.000–5.000).


Insgesamt werden an zwei Auktionstagen 666 Kunstwerke mit einer mittleren Gesamtschätzung von 15 Millionen in 4 Katalogen bei Grisebach angeboten.


Die Vorbesichtigung in Berlin findet vom 17. Juni bis 8. Juli in der Fasanenstraße 25, 27 und 73 statt.


Micaela Kapitzky

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Berlin, 28. Februar 2020: Hilma af Klint und das wilde Zeichnen

17. März bis 11. April 2020, verlängert bis 15. Mai 2020
Vernissage: Dienstag, 17. März 2020, 18 Uhr
Grisebach zeigt Werke von Hilma af Klint und spirituelle Zeichnungen aus ihrem Umfeld

Stockholm, November 1906: Die schwedische Künstlerin Hilma af Klint ist 44 Jahre alt, als sie ihr Leben auf den Kopf stellt. Von der akademischen Malerei, in der sie ausgebildet wurde, wendet sie sich ab und beginnt, abstrakt zu arbeiten – in immer größeren Formaten. In den folgenden Monaten entstehen zahlreiche Serien, darunter der Zyklus „Die Zehn Größten“, dessen Bilder mehr als drei Meter in der Höhe messen. Kandinskys, Malewischs oder Mondrians Experimente mit der ungegenständlichen Malerei liegen noch in weiter Ferne, als Hilma af Klint in ihrem Notizbuch festhält: „Die Versuche, die ich unternommen habe […], werden die Menschheit in Erstaunen versetzen.“ Ihre Voraussage bewahrheitete sich spätestens 2018, als das Solomon R. Guggenheim Museum in New York eine große Retrospektive zu ihrem Werk eröffnete: Die Schau zog mehr als 600.000 Besucher an und stieg zur erfolgreichsten Ausstellung in der Geschichte des Museums auf.


Grisebach freut sich, anlässlich der Buchvorstellung von Julia Voss` Biographie „Die Menschheit in Erstaunen versetzen: Hilma af Klint, Leben und Werk“ (S. Fischer Verlag) eine Auswahl von Werken der schwedischen Malerin zu zeigen, zusammen mit Zeichnungen und Dokumenten aus dem Privatarchiv Monica von Rosen/EWF.


Zum ersten Mal wird in Deutschland das einzige überlieferte Selbstporträt gezeigt, das Hilma af Klint von sich malte: Die Künstlerin stellt sich auf dem undatierten Gemälde vor blauem Hintergrund dar, in einem langen weißen Gewand. Ergänzt wird dieses Bild um zehn weitere Werke der Malerin, die noch nie öffentlich gezeigt wurden: handkolorierte Photographien, die in Miniaturformat die Serie „Die Zehn Größten“ wiedergeben. Die Aufnahmen bearbeitete Hilma af Klint vermutlich in den frühen 20er Jahren, als sie sich darum bemühte, ihr Werk, das sie selbst als „bahnbrechend“ bezeichnete, einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Folge ließ sie sämtliche 193 Werke, die von 1906 bis 1915 entstanden waren, photographieren. In einem zweiten Schritt kolorierte sie diese Aufnahmen oder reproduzierte sie in zusätzlichen Aquarellen und klebte sie in gebundene Alben. Mit diesem Lebenswerk en miniature schuf sie ein „Museum im Koffer“, mit dem sie nach Dornach, Amsterdam und London reiste.


Zugleich wirft die Ausstellung den Blick in die Vorgeschichte und das Umfeld von Hilma af Klints Werk: Bereits im Alter von siebzehn Jahren nahm sie an ersten Séancen teil. Zu den Förderinnen der jungen Hilma af Klint zählte Bertha Valerius (1824-1895), eine Malerin und Fotografin, die als Medium in Stockholm spirituelle Sitzungen abhielt. Als junge Künstlerin verkehrte Hilma af Klint im Kreis von Huldine Beamish (1836-1892), zu deren Gästen auch der Schriftsteller August Strindberg zählte.


Die alten Ordnungen wurden bei diesen Séancen außer Kraft gesetzt: Lebende treffen auf Tote, Frauen werden zu Männern und umgekehrt, Vergangenheit und Zukunft schieben sich in die Gegenwart, und die Stile, in denen mit Bleistift auf Papier gezeichnet wird, explodieren.


Die Ausstellungseröffnung und Buchvorstellung mit einem Gespräch zwischen Daniel Birnbaum und Julia Voss findet am 17. März 2020 um 18 Uhr in der Fasanenstraße 25 statt.


Die Ausstellung wurde kuratiert von Julia Voss und  Anna Ballestrem.

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Berlin, 29. Januar 2020: Roundtrip – Eine Ausstellung mit Georg Hornemann und Kicken Berlin

Vernissage
Mittwoch, 19. Februar 2020, 18 bis 20 Uhr
Grisebach, Fasanenstraße 27, 10719 Berlin


Ausstellung
20. bis 29. Februar 2020
Mo. bis Fr. 10 bis 18 Uhr, Sa. 11 bis 16 Uhr

Grisebach freut sich, zu einer exquisiten Verkaufsausstellung einladen zu dürfen, die in Kooperation mit dem Atelier für Goldschmiedekunst Georg Hornemann und Kicken Berlin entstanden ist.


Georg Hornemann zeigt hier in einer Premiere jüngst gefertigte, aufwändige Ringskulpturen, deren besonderer Reiz sich vor allem in Aktion enthüllt, wird doch die Bewegung der Hand zum natürlichen Antriebsimpuls, der das Schmuckobjekt zum Leben erweckt. Die in der Ausstellung präsentierten Stücke verkörpern die von Präzision und Klarheit getragene Philosophie der Manufaktur Hornemann und inszenieren eine harmonische Verbindung zwischen der grundsätzlichen Starre des Materials und der überraschenden Dynamik der Bewegung.


Auf visueller Ebene wird die Dynamik der Stücke zudem durch die Materialwahl und das Farbspiel der verarbeiteten Steine unterstrichen. Die Spiegelungen und Reflexionen des Schmuckobjektes auf der Trägerfläche vergrößern zusätzlich den Eindruck des Bewegungsspielraums.


Einen Korrespondenzraum dazu öffnet eine von Galeristin Annette Kicken kuratierte Präsentation photo-graphischer Arbeiten, die sich alle auf ihre Weise mit Fragen von Materie, Licht und Bewegung auseinandersetzen. Werke von Künstlern wie Cecil Beaton, László Moholy-Nagy, Aenne Biermann, Man Ray, Albert Renger-Patzsch und Otto Steinert, aber auch aus dem Bereich der Wissenschafts- und Pressephotographie orchestrieren einen visuell nachdrücklichen und vertiefenden Dialog mit den dynamischen Objekten aus der Manufaktur Hornemann.


Zur Ausstellungseröffnung wird Daniel Richter über seine Begeisterung für die hoch eleganten Bewegungsskulpturen sprechen.


Die Fertigung der in der Ausstellung gezeigten Ringe ist eine handwerkliche Herausforderung, der sich das Atelier von Georg Hornemann mit der Verarbeitung von beweglichen Teilen, Lagern, Balance- und Impulselementen stellt. Die fünf Objekte bestehen aus Gelbgold oder Weißgold 750/ooo und wurden mit schwarzen und weißen Diamanten, pinken Saphiren sowie Tsavorithen gefasst. Die Ringe sind jeweils auf 6 Stück limitiert.


Die vom Atelier für Goldschmiedekunst Georg Hornemann gefertigten Schmuckstücke stehen seit über 40 Jahren für ein hohes Maß und Freude an technischer Qualität und manueller Fertigkeit.


Photographie als Kunst und vor allem Abenteuer des Sehens: Mit diesem Vermittlungsauftrag ihres Gründers Rudolf Kicken leistet Kicken Berlin als eine der führenden Galerien für künstlerische Photographie weltweit in zahllosen Ausstellungen, externen Projekten und Publikationen ihren Beitrag zu einer visuellen Kultur der Bilder und setzt so seit über vierzig Jahren Standards in der innovativen Vermittlung des Mediums.


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