Schon als Kind wusste Leiko Ikemura, dass sie ihren eigenen Weg gehen und dafür alles geben würde. Die Künstlerin wurde in Tsu, Präfektur Mie, in Japan geboren und lebt heute in Berlin. „Eine Skulptur ist nicht nur ein Objekt, sondern auch die Atmosphäre, die sie umgibt", sagt sie. Die Natur sei dabei eine Kraft der Symbiose. Material und Form sind ohnehin untrennbar miteinander verbunden. „Das eine bedingt das andere, und Material ist beständig, wenn es die Verwandlung zulässt." Die Leere empfindet sie übrigens als ebenso stark: „Vielleicht sind wir uns dessen gar nicht bewusst, aber fehlende Formen sind Transzendenz, ein heiliges Nichts." Nachts, wenn Leiko Ikemura schläft, begibt sie sich auf großartige Reisen.
Skulpturen im Park
Acht Skulpturen von Anthony Cragg, Leiko Ikemura, Jaume Plensa und Bernar Venet in einem Park südlich von München
Skulpturen im Park
Acht Skulpturen von Anthony Cragg, Leiko Ikemura, Jaume Plensa und Bernar Venet in einem Park südlich von München
Text: Leonie Rolinck
Fotos: Christian Kain
Skulpturen im Park
Acht Skulpturen von Anthony Cragg, Leiko Ikemura, Jaume Plensa und Bernar Venet in einem Park südlich von München
Skulpturen im Park
Acht Skulpturen von Anthony Cragg, Leiko Ikemura, Jaume Plensa und Bernar Venet in einem Park südlich von München
Text: Leonie Rolinck
Fotos: Christian Kain
In einem Park südlich von München präsentiert Grisebach in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Kunst und Kultur, Bonn, acht Skulpturen von Anthony Cragg, Leiko Ikemura, Jaume Plensa und Bernar Venet. Die Arbeiten, kuratiert von Walter Smerling, zeigen eindrucksvoll, wie Naturräume zum Resonanzkörper für Kunst werden können. Zwischen Bäumen und Wiesen treten sie in einen vielstimmigen Dialog über Material, Maßstab und Menschlichkeit.
Leiko Ikemura. „Cat Girl Lying“. 2021. Bronze, patiniert. 55 x 60 x 181 cm
Leiko Ikemura. „ma donna salt“. 2025. Bronze, patiniert. 260 x 110 x 100 cm
Leiko Ikemura
Jaume Plensa. „Yolandita“. 2024. Bronze, weiß lackiert. 195 x 133 x 166 cm
Jaume Plensa
Den großformatigen Skulpturen von Jaume Plensa begegnet man im öffentlichen Raum unter anderem in Madrid, Seoul und seiner Geburtsstadt Barcelona. In Oberbayern tritt seine Skulptur „Yolandita" in eine Beziehung mit einer Umgebung, die fernab der Großstadt existiert: „An diesem Ort zeigt sich der ewige Dialog zwischen Kunst und Natur deutlich. Die Werke werden durch ihre Umgebung bereichert und finden zwischen den Bäumen und Blumen des Gartens ihre Vollendung", sagt er. Ein Zustand, dem sich ein Künstler laut Plensa höchstens annähert: „Paul Valéry sagte, ein Gedicht sei niemals vollendet, es werde lediglich aufgegeben. Das ist eine sehr treffende Art, den vielleicht schwierigsten Moment des Schaffens auszudrücken: das Loslassen des Kunstwerks!"
Bernar Venet. „Indeterminate Line“. 2019. Walzstahl. 194 x 230 x 184 cm
Bernar Venet. „195.5 Arc x 14“. 2012. Cortenstahl. 280 cm, Ø 475 cm
Bernar Venet
Unordnung, Unbestimmtheit und Unvorhersehbarkeit – diese Begriffe liegen Bernar Venets Skulpturen aus rotorangem Cortenstahl zugrunde. Der französische Bildhauer studierte in Nizza und lebt noch heute in der Provence. „Ein Kunstwerk", sagt er, „besitzt seine eigene Identität; es trägt einen autonomen ästhetischen und theoretischen Gehalt in sich. Seine eigentliche Bedeutung liegt vor allem in den Gedanken, die es hervorbringt, und in den neuen Perspektiven, die es für unser Verständnis von Kunst eröffnet." Dabei gehe es ihm um Kreativität: „die Fähigkeit, neue Lösungen zu entwickeln, bestehende Grenzen zu überschreiten und eine bislang ungekannte Sicht auf die Welt zu entwerfen".
Anthony Cragg. „3D-Incident“. 2023. Bronze. 280 x 195 x 269 cm
Anthony Cragg
„Wenn wir von Dingen und Objekten sprechen, die es in der Welt so gibt, sind Skulpturen eine absolute Seltenheit", sagt Anthony Cragg, „sie sind originale verrückte neue Formen, die der Menschheit angeboten werden. Eine neue Form bedeutet neue Emotionen, neue Ideen und neue Freiheiten, die ermöglicht werden." Der deutsch-britische Künstler begann ab den 1980er-Jahren, sich Techniken wie Zeichnung, der Bronze- und der Holzplastik zuzuwenden. Zur gleichen Zeit lehrte er bereits an der Kunsthochschule Düsseldorf. „Ich bin kein Bildhauer, der etwas abbildet, das schon existiert", sagt er. Ihn interessiere vielmehr, wie Formen eigentlich aufgebaut sind. 1988 wurde Cragg mit dem renommierten Turner Prize ausgezeichnet.