Zum Inhalt springen
Go to Grisebach homepage
Zurück zur Übersicht

Enthüllt – Yves Kleins seltene Anthropometrie diesen November bei Grisebach

06.10.2026, Berlin

Mit Yves Kleins „Untitled Shroud Anthropometry, (ANT SU 30)“ aus dem Jahr 1960 wird in den „Ausgewählten Werken“ der Winterauktionen bei Grisebach am 26. November 2026 ein herausragendes Werk des französischen Künstlers aufgerufen. Die exzeptionelle Arbeit „Anthropométries Suaires“ ist auf 2 bis 3 Millionen Euro geschätzt. Das Bild gehört zu den ganz wenigen, in privatem Besitz befindlichen dieser hochprominenten Serie von Yves Klein!

Bemerkenswert ist die Provenienz: Klein widmete die Anthropometrie dem Schweizer Filmemacher Yvan Butler, der 1961 seine Ausstellung „Monochrome und Feuer“ im Museum Haus Lange in Krefeld dokumentiert hat. Damit führt die Geschichte des Werkes zugleich in die rheinische Kunstszene und das Umfeld der jungen ZERO-Bewegung. 1985 wurde die museale Arbeit dann in der namhaften Gallery 44 in Kaarst bei Düsseldorf von einer nordrhein-westfälischen Privatsammlung erworben, in der es sich seither befindet.

1960, im Entstehungsjahr des Werkes, führte Klein seine Anthropometrien erstmals öffentlich vor. Bei einer legendären Inszenierung am 9. März des Jahres in der Pariser Galerie Internationale d’Art Contemporain trugen drei nackte Modelle Farbe auf ihre Körper auf und hinterließen auf Kleins Anweisung Abdrücke auf Papier. Begleitet wurde die Aktion von seiner „Monotone Symphonie“ – zwanzig Minuten eines einzigen Tons, gefolgt von zwanzig Minuten Stille. Klein bezeichnete die Modelle als „lebende Pinsel“. Nicht die Darstellung des Körpers interessierte ihn, sondern dessen unmittelbare physische Präsenz im Prozess der Bildentstehung.

„Untitled Shroud Anthropometry, (ANT SU 30)“ gehört zu einer kleinen Gruppe von bis zu 31 öffentlich bekannten Arbeiten, die der Kritiker und Theoretiker des Nouveau Réalisme Pierre Restany als „Anthropométries Suaires“ bezeichnete. Anders als die bekannten performativen Anthropometrien entstanden diese „Suaires“ – Schweiß- oder Grabtücher – als statische Kontaktbilder.

Die annähernd symmetrische, von International Klein Blue (IKB), Rosa und Schwarz bestimmte Form weist eine unregelmäßige, stellenweise dünne Pigmentverteilung auf. Vermutlich wurde die Leinwand um einzelne, mit Farbe versehene Körperpartien gelegt und anschließend wieder geöffnet. Durch Faltung, Druck und Berührung nimmt der Bildträger die Spur des Körpers auf und formt sie zugleich mit. Das Bild entsteht nicht durch die Darstellung eines Körpers, sondern durch dessen unmittelbare Berührung mit dem Bildträger: Der Körper ist verschwunden, seine vergangene Anwesenheit bleibt jedoch in der Leinwand bewahrt. In diesem Spannungsverhältnis von Präsenz und Abwesenheit, Körper und Immaterialität liegt ein zentraler Gedanke des Œuvres von Yves Klein.

Untitled Shroud Anthropometry, (ANT SU 30) von Yves Klein wird an den folgenden Standorten präsentiert:

20. bis 24. Oktober Sonderpräsentation in Paris
GRISEBACH Pied-à-terre, 25 rue des Filles du Calvaire, 75003 Paris

27. und 28. Oktober in München
GRISEBACH, Türkenstr. 104, 80799 München

30. und 31. Oktober in Frankfurt
GRISEBACH X GALERIE ANITA BECKERS, Braubachstraße 9, 60311 Frankfurt am Main

3. und 4. November in Hamburg
GRISEBACH X JB FINEARTS, Tesdorpfstraße 21, 20148 Hamburg

7. und 8. November in Zürich
GRISEBACH X GALERIE HAAS, Rämistrasse 35, 8001 Zürich

11. und 12. November in Düsseldorf
GRISEBACH, Bilker Straße 4–6, 40213 Düsseldorf

19. bis 25. November in Berlin
GRISEBACH, Fasanenstraße 25, 10719 Berlin

Auktion Ausgewählte Werke am 26. November, 18 Uhr

PDF