Öl auf Leinwand.
150 × 100,5 cm
(59 × 39 ⅝ in.).
Unten rechts signiert und datiert: Nay 60. Rückseitig signiert: Nay. Auf dem Keilrahmen signiert, betitelt und datiert: NAY – „METAGRAU“ – 1960. Dort auch Etiketten der Ausstellung Rio de Janeiro 1960 (s.u.) und der Galerie Orangerie-Reinz, Köln.
Werkverzeichnis: Scheibler WV-S 962 (Online-Werkverzeichnis).
[3033]
Gerahmt
Arte Alemana desde 1945. Rio de Janeiro, Museo de Arte Moderna, 1960, Kat.-Nr. 157 / E. W. Nay – Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen von 1932 bis heute. Frankfurt a. M., Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, 1960, Kat.-Nr. 32 / Ernst Wilhelm Nay. Köln, Galerie Orangerie-Reinz, 1981, o. Kat.-Nr., m. Abb
Galerie Orangerie-Reinz (Hg.): Galerie Orangerie-Reinz, Köln 1990. Köln, Galerie Orangerie-Reinz, 1990, Abb S. 55 / John-Paul Stonard und Pamela Kort: Ernst Wilhelm Nay. London, Rinding House, 2012, S. 118, Abb. S. 131
Die Spannung zwischen den Hell-Dunkel Tönen im Grau ist hier besonders auffallend und wird von E. W. Nay provokant zelebriert. Im Dunkel der Grautöne tauchen blitzend ein kräftiges Rot und eisernes Blau auf, auch ein klares Grün wird von elegant grauen Scheiben umschmeichelt, vielleicht sogar etwas verdeckt. Das hier dominante Grau zeichnet dennoch deutliche Spiralen in den pastos aufgetragenen Kreisformen nach und eröffnet dabei eine interessante drehende Bewegung, für Nay wohl ein Moment, in dem er die Konsequenz der Ordnung aufzugeben scheint, sich in seiner sonst so vehementen Aufführung zurückzieht, etwas innehält und zur Ruhe zu kommen scheint. Das Grau als souverän eingesetzte Farbe, als Kompensation für einen farbigen Grundklang verbreitet eine kontemplative Haltung und evoziert meditative Stimmung. Mit dieser eher selten anzutreffenden Farbkonstellation „Metagrau“ eröffnet sich Nay in seiner virtuosen Erkundung von Farben einen Ausblick auf ein neues Feld, erfindet dabei Zeichen als besonders wirksame Form. „Um der Fläche wegen und um Figuration zu vermeiden“, so der Künstler, „wird die Scheibe zuweilen in die Fläche stark aufgelöst und im Malen Gefundenes – das ist meine Definition des Automatischen – geltend gemacht – um der vorn zu haltenden Fläche sowie des Wechsels der Strukturen wegen. Die Scheibe bleibt aber ganz und gar das wesentliche Flächenmittel weiterhin“, schreibt Ernst Wilhelm Nay am 12. Mai 1960 an seinen Freund Werner Haftmann, den damaligen künstlerischen Leiter der documenta, und resümiert: „Die Scheibe ist Ganzheit, Stilmittel dadurch, das ist ihr Geheimnis, das nicht ausgesagt werden darf. So aber können Heil und Unheil miteinander toben. Hier lüfte ich mit diesen Worten etwas den Vorhang vor dem, was über meine Malerei hinausgeht“ (zit. nach: E. W. Nay. Lesebuch, Selbstzeugnisse und Schriften 1931–1968, Köln 2002, S. 196). Das Gelingen dieser neuen, von Nay seither mehr denn je auch in farbtheore-tischen und methodischen Reflexionen dokumentierten Ausrichtung seiner Kunst zeigt eine große Souveränität im Umgang mit den künstlerischen Mitteln. Nay steht damals fast symbolisch für die Auseinandersetzung zwischen Figuration und Abstraktion, und auch der zeitgleich einsetzende Erfolg des Malers mag dazu beigetragen haben, dass die zentrale Werkperiode der „Scheibenbilder“ die mit Abstand längste innerhalb von Nays Œuvre geworden ist
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