Öl auf Leinwand.
162 × 130 cm
(63 ¾ × 51 ⅛ in.).
Unten rechts signiert: Schönebeck. Auf dem Keilrahmen mit Filzstift in Schwarz signiert und datiert: E. Schönebeck 1963/64.
Werkverzeichnis: Funck G23.
[3006]
Mit Künstlerleiste
Wir danken Juerg Judin und Dr. Pay Matthis Karstens für freundliche Hinweise.
Günther und Annemarie Gercken, Norddeutschland / Privatsammlung, Europa (seit Mitte der 1980er-Jahre)
Eugen Schönebeck. Bilder – Skizzen – Zeichnungen 1962–1973. Berlin, Galerie Abis, 1973-74, Kat.-Nr. 16, Abb. o. S
Christos M. Joachimides: Eugen Schönebeck. In: Kunstforum International, Bd. 11, 1974, S. 167 / Lucie Schauer: Auf der Suche nach dem wahren Menschen – Eine Ausstellung von Eugen Schönebeck bei Abis – Giangiacomo Spadari in der Galerie Poll. In: Berliner Morgenpost, 1974 (mit Abb., „Frau mit Vogel I“) / Ausst.-Kat.: Schilderkunst in Duitsland/Peinture en Allemagne. Brüssel, Palais des Beaux-Arts, 1981, S. 204 / Ausst.-Kat.: German Art in the 20th Century. Painting and sculpture 1905–1985. London, Royal Academy of Arts, 1985, S. 500 / Ausst.-Kat.: Deutsche Kunst im 20. Jahrhundert, Malerei und Plastik 1905–1985. Stuttgart, Staatsgalerie, 1986, S. 495 / Gregor Jansen: Eugen Schönebeck. Eine deutsche Legende. Dissertationsschrift, Aachen, 1998, S. 30, 162, 197–204 <Zusatz>Wir danken Juerg Judin und Dr. Pay Matthis Karstens, Berlin, für freundliche Hinweise.</Zusatz>
Die Werke von Eugen Schönebeck erscheinen im Kanon seiner Zeitgenossen eigenwillig, unverwechselbar, unnahbar und das Gemüt stark provozierend. Schönebeck wächst während des Zweiten Weltkrieges in Sachsen unweit von Dresden auf und beginnt 1954 in Ost-Berlin seine künstlerische Ausbildung. Schon ein Jahr später wechselt er an die Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Wilmersdorf und lernt alsbald Georg Baselitz kennen. Zusammen treten sie wie Brüder auf und entwickeln um 1960 eine neue Figuration in der Malerei mit dem Anspruch, eine künstlerische wie gesellschaftspolitische Zäsur in der bildenden Kunst im geteilten Deutschland herbeizuführen. Mit dem „1. Pandämonium“, einem handgeschriebenen Manifest über die Zukunft der bildenden Künste, etablieren sie sich auch als Aktivisten anlässlich der ersten gemeinsamen Ausstellung in der Schaperstraße 22. Ein deutlich umfangreicheres Manifest, das „2. Pandämonium“, wiederum von Schönebeck geschrieben, verschicken die Künstler per Post. Inzwischen erhält Schönebeck eine Einzelausstellung in der Galerie in den Hilton Arkaden; sie bleibt erfolglos. Jedoch kommt es wegen des Nichteinhaltens von Absprachen nicht nur zum Abbruch der Zusammenarbeit von Schönebeck und Baselitz, sondern letztlich auch zum Ende einer Künstlerfreundschaft. Und im Weiteren, kaum eine Dekade später, zieht sich Schönebeck zurück und verlagert sein Kunstschaffen ins Private, stellt die Ölmalerei Anfang der 1970er-Jahre ein, nicht aber das Zeichnen. Die Gründe sind vielschichtig und ändern nichts an der Tatsache, dass heute nicht mehr als knapp fünf Dutzend Gemälde bekannt sind, neben einer umfänglichen Anzahl von Zeichnungen. Und dennoch oder vielleicht deshalb wird Schönebeck zu einer ,,deutschen Legende“, wie Gregor Jansen in seiner Promotion 1998 über Schönebeck seine erste wissenschaftliche Annäherung an den Künstler überschreibt, weil er zusammen mit Georg Baselitz einen Impuls für die neoexpressionistischen Neuen Wilden gegeben hat: etwa für Künstler um das Atelier Großgörschen, Karl Horst Hödicke, Bernd Koberling, Markus Lüpertz und andere. Schönebecks Vorstellung vom Menschen als einem deformierten Wesen, wie er es im „2. Pandämonium“ beschreibt, durchzieht sein Frühwerk. Zunächst beeinflusst durch die Künstler Wols und Francis Bacon, malt Schönebeck deformierte Körper, während im Nachkriegsdeutschland die Abstraktion regiert. „Junge Frau“ von 1962, „Gefolterter Mann“ oder „Ginster“, beide aus dem Jahr 1963, sind von übersteigerter Schonungslosigkeit gezeichnete Geschöpfe von einer trauma-rtig satirischen Realität. Diese radikale Ästhetik verlässt Schönebeck mit dem Gemälde „Figur mit Vogel I“, 1963/64 entstanden. Hier zeichnet er einen nackten weiblichen Körper mit abgewandtem und zutiefst erschrockenem Gesichtsausdruck, vermutlich weil sich ein Vogel mit ruderndem Gefieder auf ihrer Schulter niedergelassen hat. Mit aufgerissenen Augen in verkrampfter Steifheit am weiß gedeckten Tisch und räumlicher Andeutung vor rosa Hintergrund lässt Schönebeck die Frau förmlich erstarren, während sie sich mit der rechten, zur Faust mit gespreiztem, richtungsweisendem Zeigefinger geformten Hand an den Oberarm der linken greift. Die nicht sogleich auffallende Geste erfährt keine Auflösung in dieser dramatischen Erzählung von Figur und Vogel. Vielmehr erscheint eine ästhetische Strömung die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Motiv zu verdrängen. Motiv und schreiende Stille erscheinen hier in Schönebecks Gemälde gebrochen und sind dennoch getragen von überraschend körperlicher Vielfalt, sonderbar und aufregend zugleich
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