Zum Inhalt springen
Go to Grisebach homepage

Los

53R

Imi Knoebel

Dessau 1940 – lebt in Düsseldorf

Schwarzes Bild. 1990

Lack und Ritzungen auf Hartfaser. 210 × 150 × 9 cm (82 ⅝ × 59 × 3 ½ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Imi Knoebel. Schwarzes Bild. 1990.

Schätzung:

EUR 100.000

 

- 150.000

USD 112.000

 

- 169.000

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

Zustandsbericht anfragen

Experten kontaktieren

Informationen

Lack und Ritzungen auf Hartfaser. 210 × 150 × 9 cm (82 ⅝ × 59 × 3 ½ in.). Rückseitig mit Pinsel in Weiß signiert und datiert: imi 90. Dort auch bezeichnet: 23. [3111]

Wir danken Christian Lethert, Köln, für freundliche Hinweise.

Barbara Gladstone Gallery, New York / Privatsammlung, USA (bis 2005) / Ehemals Privatsammlung, USA

Battle Paintings. New York, Barbara Gladstone Gallery, 1991

Auktion: Post-War & Contemporary Art. New York, Christie’s, 15.3.2005, Kat.-Nr. 68 („Schwarzes Bild Nr. 23“), Abb. S. 71

Als hätte sich Imi Knoebel von Christoph Schlingensiefs ebenfalls 1990 gedrehtem satirischen Underground-Film „Das deutsche Kettensägenmassaker“ inspirieren lassen, entwickelt er mit den „Schlachtenbildern“ eine radikale Gegenposition zu seinen bisherigen, von intensiven Farben geprägten Arbeiten. Schlingensiefs Film zeichnet sich durch eine grelle Ästhetik und Verletzungen aus, die wie zufällig entstehen. Ähnlich ungestüm wirken Knoebels Eingriffe in die Bildoberfläche. Zugleich entfalten seine Verletzungen und Schnitte eine dynamische, expressive All-over-Geste, die sich temperamentvoll über das hochglänzende, ebenso kompromisslos faszinierende Schwarz verteilt. Die formalen Parallelen und die zeitliche Nähe beider Werke verweisen auf eine mögliche Gemeinsamkeit: Beide Künstler reagieren auf ihre Weise auf die gesellschaftspolitische Stimmung im Deutschland der Wiedervereinigung.
Wie aus heiterem Himmel, ohne dass sich dieser radikale Bruch in seinem bisherigen Werk angekündigt hätte, beginnt Imi Knoebel, glänzend schwarz lackierte, rechteckige Bildtafeln mit der Kettensäge und anderen Werkzeugen zu bearbeiten, ja geradezu zu malträtieren. Er nennt sie „Schlachtenbilder“. Erstmals 1991 in der Ausstellung „Metropolis“ im Berliner Gropius-Bau gezeigt, bilden sie einen markanten Gegenpol zu einem Œuvre, das bis dahin vor allem von Farbe bestimmt war. Die Arbeiten offenbaren eine ungewohnte Seite des sonst so präzise und kontrolliert arbeitenden Künstlers: eine radikale Expressivität, die seine bisherige Farbfeldmalerei geradezu auf den Kopf stellt. Vielleicht lässt sich diese Geste sogar als eine Art Befreiung verstehen, als ein Aufbrechen der eigenen künstlerischen Strenge, aus dem Knoebel neue Impulse für seine Arbeit gewinnt.
Während er zeitgleich mit den „Grace-Kelly-Bildern“ weiterhin Werke von höchster formaler Präzision schafft, richtet sich seine Aggression hier unmittelbar gegen den Bildträger selbst: eine auf eine stabile Konstruktion gespannte Hartfaserplatte. Mit der Kraft seines Körpers fügt er der Oberfläche tiefe Schnitte und Verletzungen zu. Dabei entsteht eine informelle Bildsprache, in der Zufall und Kontrolle aufeinandertreffen.
Jahre später erläutert Knoebel seine damalige Motivation in einem seiner seltenen Interviews, das am 15. Juli 2015 in der Online-Ausgabe der britischen Zeitung „The Guardian“ erschien: „Ich dachte, alles ist bereits getan worden. Yves Klein hat seine Leinwand blau gemalt, Lucio Fontana hat seine zerschnitten. Was bleibt noch übrig? Wenn man etwas tun will, um am Leben zu bleiben, muss man sich etwas einfallen lassen, das mindestens genauso radikal ist." MvL

Irrtum vorbehalten. Wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.