Öl auf Leinwand.
100 × 300 cm
(39 ⅜ × 118 ⅛ in.).
Rückseitig mit Filzstift in Schwarz signiert, datiert und bezeichnet: Karin Kneffel 2004/18.
[3087]
Privatsammlung, Hessen (2005 in der Galerie manus presse, Stuttgart, erworben)
Karin Kneffel. Stuttgart, Galerie manus presse, 2005, S. 17 / Karin Kneffel. Verführung und Distanz. Ulm, Ulmer Museum; Bad Homburg, Sinclair-Haus, Altana Kulturforum; Goslar, Mönchehaus-Museum für moderne Kunst, 2006, Kat.-Nr. 1, Abb. S. 10-11 / Karin Kneffel 1990-2010. Tübingen, Kunsthalle Tübingen, S. 14, 40-41, 42-43, 137 / Karin Kneffel. Still. Bremen, Kunsthalle Bremen; Baden-Baden, Museum Frieder Burda, 2019-20, S. 22-23 / Karin Kneffel. Im Augenblick. Brühl, Max Ernst Museum, 2022, S. 118-119
Peter Liese (Hg.): Künstler in Düsseldorf. 80 Beiträge. Köln, Edition Biograph und Salon Verlag, 2007, S. 248 / Ausst.-Kat.: Martin Hentschel (Hg.): Karin Kneffel, Haus am Stadtrand. Krefeld, Museum Haus Esters, Berlin, Hatje Cantz Verlag, 2009, S. 13 / Ausst.-Kat.: Karin Kneffel. La ventana y el espejo. A Coruña, Museo de Arte Contemporáneo Gas Natural Unión, 2014-15, S. 26 / Wilhelm Werthern: Karin Kneffel, In: Le Monde diplomatique, Deutsche Ausgabe, Januar 2020, S. 8
Der Blick in den Raum ist überraschend, die Perspektive mehr als ungewöhnlich! Im weiten Winkel erfasst das Auge das Fußende der ordentlich drapierten Daunendecke, wechselt zum Fernsehgerät, auf dessen Bildschirm eine dramatische Szene im Stil Wildwest den Moment fesselt, schweift hinüber zu einem Drehstuhl älterer Bauart vor dünner Schreibtischplatte, auf dem wie hinter den Stäben der Lehne eingesperrt ein Hund ähnlich der Rasse Beagle verharrt und aus gesicherter Position auf das am Boden wie eine Jagdtrophäe dekorativ ausgebreitete Leopardenfell blickt: Ein akribisch kombiniertes Arrangement von einzelnen Gegenständen, eingefroren in den Moment der sinnlosen Aneinanderreihung, fesselt den Bildbetrachter. Der ist vermutlich fasziniert und irritiert zugleich, versucht die Szene auf dem Bildschirm zu entziffern, das „süße“ Hündchen hinter Gittern auf dem Stuhl zu verstehen und das Fell vielleicht abzutun als exotisches Einrichtungs-Accessoire. Karin Kneffel malt einzelne Dinge wie Versatzstücke in eine opulente Szene in einem ebenso opulenten Format. Darin balanciert die Künstlerin die Motive, spielt mit Erinnerungen, Orten und kunsthistorischen Symbolen, mit Grenzen zwischen Realität und Illusion, eröffnet dem Betrachter Einblicke in ein komplexes Narrativ und lädt ihn ein zu individueller Interpretation, verführt ihn mit perfekter Illusion in eine fantasievolle Wirklichkeit voller extremer Ausschnitte: : ein wechselvolles Spiel von Nah- und Fernsicht. „Alles findet auf einer Ebene statt, und man sieht alles gleichzeitig. Für mich entsteht dabei in gewisser Weise eine Ebene des Imaginären, in der ich Gegenwart und Geschichte verschmelzen lassen kann. Ich versuche, Wirklichkeit darzustellen und gleichzeitig in der künstlerischen Darstellung zu distanzieren und damit zu transformieren“ so Karin Kneffel in einem Ateliergespräch (www.spiegelberger-stiftung.de/ateliergesprache/karin-kneffel/).
„Verführung und Distanz“, so der Titel einer 2006 kuratierten Ausstellung, in dem auch dieses Gemälde inmitten einer monumentalen Serie großformatiger Interieurs mit üppig arrangierten Dekorationen gezeigt wird, die vielschichtige Fragen und Assoziationen hervorrufen. Jedes einzelne Element wird zu einer Insel, während Zeit und Raum verschmelzen, die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit verwischen und eine traumhafte, filmische Atmosphäre evoziert wird. Dieses meisterhaft komponierte Zusammenspiel der verschiedenen Ebenen lädt die Betrachter ein, sich intensiv mit ihren eigenen Erinnerungen und Vorstellungen auseinanderzusetzen, vielleicht auch eigene Vorstellungen zu visualisieren. „So ist es nur konsequent, dass die Malerin ihren Werken keine Titel gibt. Erinnerungen des Betrachters, seine eigenen Vorstellungen, Sehnsüchte und Träume werden aktiviert angesichts der fiktiven Wirklichkeit und dem Spiel mit wechselnden Wahrnehmungsebenen“, bemerkt die Kunsthistorikerin Brigitte Reinhardt hierzu (Brigitte Reinhardt, Verführung und Distanz, Köln 2006, S. 29). In den vielschichtigen Gemälden findet Karin Kneffel zu einem spielerischen Umgang mit „ihrem“ Realismus, für ihre Malerei die charakteristische Verschmelzung von Realem und Imaginiertem. Malerische Lösungen und ihr großer Erfindungsreichtum führen uns auch die Wandlungsfähigkeit von Malerei vor Augen, womit die Künstlerin ein hochästhetisches und gleichzeitig irritierendes, spannungsvolles Bild erfindet. (MvL)
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