Farbholzschnitt auf Japanbütten.
35,7 × 49,8 cm
(14 × 19 ⅝ in.).
Signiert und datiert. Unten links mit Feder in Braun bezeichnet: Printed by hand from the artist.
Werkverzeichnis: Gercken 1728 V.
Einer von 20 bekannten Abzügen des V. Zustands.
[3120]
Privatsammlung, Deutschland (1958 bei Klipstein und Kornfeld, Bern, erworben)
Auktion 90: Moderne Kunst des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Bern, Klipstein und Kornfeld, 16./17.5.1958, Kat.-Nr. 447, Abb. Tf. 47
„Drei Akte im Walde“ zählt zu den prächtigsten grafischen Blättern aus dem Spätwerk von Ernst Ludwig Kirchner und gilt als eindrucksvolles Beispiel seines sogenannten späten Stils. Der Künstler bearbeitete das Motiv in nahezu allen ihm zur Verfügung stehenden Techniken bis hin zu zwei Gemälden. In der schöpferischen Askese seines stolzen, alten Wildboden-Holzhauses druckte Kirchner die derzeit 20 bekannten Abzüge des vollendeten fünften Zustands. Dabei variierte und experimentierte er so virtuos mit Druckreihenfolge und Einfärbung der einzelnen Stöcke, dass kein Abzug dem anderen gleicht. Eine Auflage in dieser Höhe ist innerhalb des Spätwerks singulär und unterstreicht die Relevanz, die Kirchner der Arbeit beigemessen haben muss. Aber auch als Zeitdokument ist das vorliegende Blatt bedeutungsvoll. Mit „Printed by hand from the artist“ ist es das einzig bekannt gewordene Exemplar mit englischer Beschriftung. Damit kann es sich nur um einen der beiden Abzüge handeln, die Kirchner 1937 beziehungsweise 1938 für Curt Valentin von der Buchholz Gallery in New York vorgesehen hatte. So ist die museale Qualität des Blattes kein Zufall, sondern auch Symbol seines künstlerischen Lebensmutes. Nach der Diffamierung als „entarteter Künstler“ im Jahr 1937 verlor Kirchner mit Deutschland endgültig den für ihn essenziellen Absatzmarkt. „Sei es wie es sei, ich kenne meinen Weg auch so und habe nur das eine Ziel, weiterzuschaffen und das Begonnene zu vollenden, so weit es geht. Ich brauche dafür nur finanzielle Unterstützung durch Verkauf von Arbeiten drüben in America, solange ich in Deutschland nicht handeln kann. Das ist die Situation heute“ (E. L. Kirchner an Curt Valentin, 29.09.1937, zit. nach: Hans Delfs (Hg.): Ernst Ludwig Kirchner. Der gesamte Briefwechsel, Zürich 2010). Gerade vor diesem Hintergrund kam dem Blatt keine geringere Aufgabe zu, als dort als Botschafter für Kirchners Kunst zu wirken. Franz Dinda
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