Öl auf Leinwand.
74 × 88,5 cm
(29 ⅛ × 34 ⅞ in.).
Unten rechts signiert: Emil Nolde. Auf dem Keilrahmen signiert und betitelt: Emil Nolde: „Aster“ [!].
Werkverzeichnis: Urban 843.
[3206]
Gerahmt
Niels und Emil Bonnichsen (Neffe des Künstlers und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde), Bylderup Bov / Wilhelm Reinhold, Hamburg (1959) / Galerie Grosshennig, Düsseldorf / Graphisches Kabinett Kunsthandel Wolfgang Werner, Bremen (1979) / Privatsammlung, Norddeutschland (1979 bei Wolfgang Werner erworben)
Emil Nolde. Gemälde, Aquarelle, Druckgraphik. Weimar, Kunstverein; Leipzig, Kunstverein, und Mannheim, Kunsthalle, 1921 / Emil Nolde. St. Gallen, Kunstverein, 1922, Kat.-Nr. 3 / Emil Nolde. Tondern, Museum, 1951, Kat.-Nr. 37 / Emil Nolde. Odense, Fyns Stiftsmuseum, 1956, Kat.-Nr. 24 / Emil Nolde. Frankfurt a. M., Kunstverein, 1958 (außer Katalog) / Emil Nolde. Bremen, Graphisches Kabinett Kunsthandel Wolfgang Werner, 1979, Kat.-Nr. 6, m. Abb
Auktion 34: Moderne Kunst. Stuttgart, Stuttgarter Kunstkabinett, 1959, 20./21.11.1959, Kat.-Nr. 624, m. Abb. / Weltkunst, Jg. 45, Nr. 20, 1975, S. 1651, m. Abb. / Roman Norbert Ketterer: Dialoge. Bildende Kunst, Kunsthandel. Stuttgart/Zürich, Belser, 1988, S. 326, m. Abb
Die Verbreitung des monumentalen Farbholzschnitts „Toilette“ ist wie das Hintergrundwissen zu ihm: verschwindend gering. Es handelt sich um einen von nur fünf bekannten Abzügen und den einzigen in Schwarz, Kaminrot und Kobaltblau. Mit seiner kontrastreichen Klarheit erhebt er sich über die anderen – er ist daher nicht nur ein Exemplar von wenigen, sondern das eine unter allen. Mit Nina Hard zog im Sommer 1921 ein Modell bei Kirchner ein, das, zumindest zeitweise als eine von Zweien, seine Beziehung zu Erna Kirchner auf eine Bewährungsprobe gestellt haben dürfte. Obwohl sie nahezu vier Monate bei ihm lebte, erwähnte Kirchner sie weder in seinen Briefen noch im Davoser Tagebuch. Am 14. Mai 1921 war es Helene Spengler, die berichtete: „Kirchner war drei Tage in Zürich, er kam heute zurück, strahlend, weil er eine Tänzerin gefunden hat, die ihm tausend Ideen für Bilder gab. Frau Kirchner war gerade hier, als er kam und war minder begeistert über den Fund“ (zit. nach: Kirchner Museum Davos (Hg.): „Ich bin den friedlichen Bürgern zu modern“. Aus Eberhard Grisebachs Briefwechsel mit seinen Malerfreunden, Scheidegger & Spiess, Zürich 2010). 1 899 in Brasilien als Tochter deutscher Eltern geboren, kehrte Nina Engelhardt nach Deutschland zurück, um Tanz zu studieren. Unter ihrem Künstler-namen „Hard“ feierte sie erste Erfolge und kam so auch zu einem Auftritt in Zürich. Kirchner gelang es, die damals 22-Jährige für einen Besuch bei ihm zu begeistern. Er beorderte Erna kurzerhand für knapp drei Wochen in sein Atelier in Berlin, und Nina Hard avancierte daraufhin zur prägenden Muse des Sommers 1921. Es entstanden zahlreiche Kunstwerke mit ihr als Motiv. Auch sonst zeigte sich Kirchner sehr engagiert. Er vermittelte ihr einen Tanzabend in der Züricher Heilstätte Clavadel, kümmerte sich persönlich um das Bühnenbild und fertigte ein Plakat. Auch Erna arrangierte sich nach ihrer Rückkehr mit der Situation, wie gemeinsame Fotografien belegen. Ein Foto zeigt Hard im „Haus in den Lärchen“ neben einer Kommode mit Kamm, Bürste und weiteren Pflegeutensilien (Abb. links). Sichtbar ist dort auch der Deckel der „Holzschachtel mit aufgesetztem Tier als Deckelgriff“ (WVZ 1924/09), weswegen dieses Werk von 1924 auf mindestens 1921 vorzudatieren ist. Ebenfalls abgebildet ist die zeitgleich entstandene Plastik „Traurige Frau; Stehender weiblicher Akt; Nacktes Mädchen“ (WVZ 1921/03), die sich heute im Städel Museum befindet. Die deutlichen Parallelen zum Holzschnitt, der das geschnittene Motiv aufgrund des technischen Verfahrens spiegelverkehrt zeigt, lassen also vermuten, dass die „Toilette“ einen Moment zeigt, der kurz vor oder nach der Entstehung des Fotos stattfand. Kirchner saß dabei rechts an der Wand, sodass er den Akt in Richtung der anderen Raumseite sah. Der im Vordergrund des Fotos liegende, 1914 im Kurt Wolff Verlag erschienene Almanach „Das bunte Buch“ beinhaltet passenderweise etliche Stellen, die Kirchner währenddessen vorgetragen haben könnte. So heißt es darin im Text „Natur und Kunst“ von Rodin: „Dem großen Künstler verrät also in der Natur alles einen Charakter: Denn die unerbittliche Schärfe seiner Beobachtung dringt in den geheimsten Sinn aller Dinge.“
This website uses services for operation, statistical evaluations, the display and sharing of content from social networks, and interest-based advertising. These services make the website usable, improve your browsing experience, enable interactions with networks, and display relevant advertisements. Activate the desired services in the respective categories to accept them.
More information
By clicking on "Confirm selection" or "Select all & confirm", you consent to your data being processed by the respective services.
The activated services do not affect your browser configuration. Cookies from these services are deleted when the browser is closed or must be manually deleted if they are not valid beyond the specified time, depending on the browser configuration.
Settings
This service is used to manage the consent manager.
Name
Type
Expiration
Description
z7_consent_manager
Cookie
1 year
Stores the value of the user selection.
The service will show a warning when clicking on external links.
Name
Type
Expiration
Description
ext_Urls_whitelist
Cookie
30 days
List of external links accepted by the user.
Name
Type
Expiration
Description
laravel_session
Cookie
2 hours
This cookie is used to manage the session of the website.
XSRF-TOKEN
Cookie
2 hours
This cookie is used to protect the website from CSRF attacks.