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Los

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Jesús Rafael Soto

Ciudad Bolívar 1923 – 2005 Paris

„BORDE Y VIBRACION“. 1988

Öl auf Holz, mit bemalten Aluminium-Stäben und Nylonfäden. 102,5 × 102 × 23 cm (40 ⅜ × 40 ⅛ × 9 in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Jesús Rafael Soto. „BORDE Y VIBRACION“. 1988.

Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 80.000

 

- 120.000

USD 89.900

 

- 135.000

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

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Informationen

Öl auf Holz, mit bemalten Aluminium-Stäben und Nylonfäden. 102,5 × 102 × 23 cm (40 ⅜ × 40 ⅛ × 9 in.). Rückseitig mit Pinsel in Schwarz bezeichnet, betitelt, signiert und datiert: HAUT ”BORDE Y VIBRACION“ SOTO 1988. Ebenda ein Etikett der Galería Theo, Madrid. [3021]

Galería Theo, Madrid / Galerie Schoeller, Düsseldorf / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen

Soto. München, Galerie Hermanns, 1989 / Soto. Madrid, Galería Theo, 1990 / Jesús Rafael Soto. Bilder und Skulpturen 1959–2000. Berlin, Allianz-Versicherungs-AG, 2000, Kat.-Nr. 10, m. Abb. 

Jesús Rafael Soto, 1923 im venezolanischen Ciudad Bolívar geboren, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der kinetischen Kunst. Fasziniert von der geometrischen Abstraktion in Europa, insbesondere von Künstlern wie Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian, kam er 1950 nach Paris. Dort machte er bald Bekanntschaft mit Künstlerkollegen wie Alexander Calder, Jean Tinguely, Victor Vasarely und Yves Klein sowie den legendären Galeristinnen Iris Clert und Denise René. In seinen experimentellen Werken, für die die Interaktion mit den Betrachter:innen stets im Mittelpunkt stand, widmete er sich Fragen nach Bewegung, Raum und Zeit und stand hierzu auch in engem Austausch mit dem Umfeld der ZERO-Künstler.
Ab 1959 begann Jesús Rafael Soto mit der Entwicklung seiner Werkgruppe der „Vibraciones“, die er über Jahrzehnte hinweg in immer neuen Variationen fortführte. Für diese Arbeiten montierte er feine Metallstäbe an Nylonfäden vor mit filigranen Linien bemalte Holzplatten. Durch das Zusammenspiel der beweglichen Stäbe mit der linearen Struktur des Bildgrundes entstehen optische Irritationen, die die Grenzen zwischen statischem Bild und dynamischem Raum auflösen.
Dieser Werkgruppe ist auch unsere Arbeit „BORDE Y VIBRACIÓN“ zugehörig. Für sie montierte Soto die Metallstäbe vor das untere Viertel einer quadratischen Holzplatte. Die Grundplatte ist in zwei weiß grundierte Flächen unterteilt, die sich jeweils von einem in zwei Rottönen gefassten Rahmen abheben. Vor der unteren, wie für die Serie der „Vibraciones“ typisch, mit feinen parallelen Linien versehenen Fläche schweben die Metallstäbe, die wiederum zweifarbig gestaltet sind: im Zentrum gelb, an den Außenseiten weiß.
Durch Luftbewegungen im Raum, teilweise ausgelöst durch die Betrachter:innen, geraten diese filigranen Metallstangen vor den parallelen Linien auf der Grundfläche in Bewegung und erzeugen, unterstützt von der Farbkomposition der Stäbe und des Rahmens sowie von dem optischen Kontrast zu der leeren, weißen Fläche im Rechteck darüber, eine subtile und zugleich enorm kraftvolle Vibration und Dynamik. Im Auge der Betrachter:innen ruft das Zusammenspiel der beweglichen Linien einen Moiré-Effekt hervor: Die Stäbe scheinen zu flimmern, sich zu vervielfältigen und ihre Position im Raum fortwährend zu verändern.
Diese Dynamik, die einerseits auf die Interaktion mit den Betrachtenden zurückzuführen ist und sich andererseits erst in deren individueller Wahrnehmung vollständig manifestiert, ist ein Phänomen, das Jesús Rafael Soto zutiefst berührte und das er auf immer neue Weise erforschte. Er inspirierte damit auch zahlreiche Künstlerkollegen, so nicht zuletzt Heinz Mack, der im Katalog zur Ausstellung in der Galerie Denise René Hans Mayer, Düsseldorf, 1971, schreibt: „kein künstler hat der linie diese optische bewegung gegeben, die soto „vibration“ nennt. vibration ist nur ein anderer name für soto. die linie auf der fläche, die fläche aus linien, die linie im raum, der raum aus linien, die linien zwischen den linien, der raum zwischen den linien, tausend linien, eine linie, der betrachter vor der linie, der betrachter im raum der linien, […] das alles ist in vibration.“ ES

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