Los
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Itegem/Antwerpen 1932 – 1984 Apt
„Lichtvlinder“. 1972
Hintergrund:
Hintergrund:
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Schätzung:
EUR 40.000
- 60.000
USD 44.900
- 67.400
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen (1991 in der Galerie Schoeller, Düsseldorf, erworben)
Lux est Lex. Tarascon (Frankreich), Abbaye Saint-Michel de Frigolet, 1975 / Jef Verheyen – 7 Peintures. Neuchâtel, Galerie Média, 1975 / Jef Verheyen. Retrospectieve. Brüssel, Palais des Beaux-Arts, 1979 / Jef Verheyen. Genf, Musée Rath, 1980 / Jef Verheyen. Ölbilder und Gouachen. Düsseldorf, Galerie Schoeller, 1990/91
„Sie hätten bei der Eröffnung dabei sein müssen“, erinnerte sich der Kritiker und Zeitzeuge John Anthony Thwaites an den Abend einer Vernissage Jef Verheyens. „Es wurde ziemlich viel geraucht. Der Rauch lag schwer in der Luft, vor den Bildern, man wusste kaum mehr, was zum Bild gehörte und was Rauch war.“ Diese kleine Anekdote trifft etwas Wesentliches: Verheyens Malerei verschwimmt, sie wird eins mit ihrer Umgebung, entzieht sich klaren Grenzen – ganz so, wie es der Künstler selbst intendierte.
Jef Verheyen war zeitlebens ein empfindsam Suchender, ein sinnlich Forschender, der mittels Farbe Licht, Raum und Zeit verschmelzen ließ. „Abnehmendes Licht“ bedeutete für ihn „zunehmendes Dunkel“ und umgekehrt. Farbe wird zur Realität der Betrachter, sie entsagt ihrem Materialcharakter, allem Gegenständlichen und wird in Verheyens Werk selbst zum erfahrbaren Raum. Verheyen nannte seine Malerei in ihrer Abkehr von jeder geometrischen Symbolik essenziell. Sein sinnbildliches Credo lautete: „Sehen ist mit dem Auge fühlen.“
Schon mit 26 Jahren hatte Jef Verheyen 1958 seine erste internationale Einzelausstellung in der Mailänder Galleria Pater. Kein Geringerer als Lucio Fontana schrieb damals die Einführung im ausstellungsbegleitenden Katalog. Es war der Beginn einer prägenden Freundschaft. Im selben Jahr lernte Verheyen in Paris Yves Klein kennen, stellte in Antwerpen gemeinsam mit den „Monochromen“ Lucio Fontana und Pierro Manzoni aus. Verheyen wurde zur zentralen Kontaktperson der ZERO-Bewegung in Belgien.
Unser Bild „Lichtvlinder“ (Lichtschmetterling) ist 1972 in der Provence entstanden. Viele von Verheyens Werken sind durch landschaftliche Lichtphänomene angeregt und verweisen, wie beispielsweise seine „Flämischen Landschaften“, auf die jeweilige Region der Inspiration. Fast können wir als Betrachter den sommerlichen Gesang der Zikaden erahnen und auch das zarte Flattern der Schmetterlinge. Die horizontal verlaufenden Farbbereiche, die sanft ineinander übergehen oder sich vorsichtig vereinen, sind von einer diagonalen Linie oder von zwei unvollständigen Dreiecken überprägt. Die Entscheidung dürfen wir Betrachter selbst treffen. Die Diagonale würde, schöpfte sie die gesamte Bilddiagonale aus, genau von der linken unteren zur rechten oberen Bildecke verlaufen. Doch vor Erreichen der Ecken setzen sich die Linien unterschiedlich nah in die obere oder untere Bildrichtung fort und bilden eine Spitze. Die Struktur liegt nicht symmetrisch auf der Fläche. Auf der harmonischen Farbfläche visualisieren die scharf umrissenen Formen eine Spannung. Die Linien am rechten und linken Bildrand verlaufen nicht parallel. Mit vergleichbaren Bildstrukturen hat Verheyen bereits 1959 experimentiert und mittels Zeichnungen erprobt. Ein Bild wie „Lichtvlinder“ ist in seiner Komplexität überaus selten in seinem Œuvre. Zwei Jahre nach seiner Entstehung zieht Jef Verheyen zusammen mit seiner Frau und den Kindern ganz in die von ihm so geschätzte Provence, nach Apt im Luberon, wo er 1984 im Alter von nur 51 Jahren verstirbt. AGT
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