Los
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Landau in der Pfalz 1899 – 1994 New York
„WOOLWORTH GIRL KEEP IN STEP WITH THE TIMES". 1963
Hintergrund:
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Zustandsbericht: Sehr schöner harmonischer Gesamteindruck. Keine Substanzverluste. Der Karton technikbedingt minimal verformt. Die pastosen Farbpartien stellenweise mit leichten Schwundrisse
Galerie Jährling, Wuppertal 1963 / Sammlung Willy und Fänn Schniewind, Neviges / Privatsammlung, Rheinland / Privatsammlung, Süddeutschland
„KEEP IN STEP WITH THE TIMES!“ liest man auf einem Zeitungsfragment auf Lil Picards Assemblage. Vermutlich ist es eine Überschrift oder auch Teil einer Werbeanzeige, platziert am Ort eines imaginären Ohres des mit reichen Accessoires gestalteten Gesichts. Im Hintergrund des Zeitungsausschnitts erkennt man die Ansicht einer uniformierten Frau, Teilnehmerin einer Parade im Marschschritt, adrett kostümiert.
Lil Picards „Woolworth Girl“ ist eine Komposition, ein Stückwerk aus Kosmetikartikeln, die der weiblichen Schönheit zuträglich sein sollten: Lippenstifte, Puderdose, Cremetiegel, Haarklammern, Pinsel, Tuben, Bürstchen, Netze, Nadeln und anderes mehr. Schön, gepflegt, modisch, adrett. „Woolworth Girl Keep in Step with the Times“ ist eines von Lil Picards frühen „Cosmetics“, entstanden, kurz bevor sie mit ihren gesellschaftspolitischen und Genderfragen thematisierenden Happenings beginnt.
Lil Picard, in Deutschland als Lilli Elisabeth Benedick geboren, war in Berlin als Journalistin, Cabaret-Darstellerin und Designerin tätig, bevor sie 1937 mit ihrem zweiten Mann, dem Bankier Hans Felix Jüdell, nach New York emigrierte. Die Berliner Zeit war geprägt von ihren Freundschaften mit Richard Huelsenbeck, George Grosz, Emmy Hennings und Hugo Ball, aber auch ihrer Bekanntschaft mit Else Lasker-Schüler und Kurt Schwitters, dem sie selbst großen Einfluss auf ihr Schaffen zusprach. In New York begann sie neben ihrem künstlerischen Schaffen über die Künstler und Kunstszene der Stadt für deutsche und amerikanische Magazine zu schreiben und fand so rasch Zugang zur New Yorker Szene. Häufig war sie in Andy Warhols factory, war mit Warhol vertraut und wurde selbst Teil der New Yorker Performance Art Szene.
Text: Anne Ganteführer-Trier
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