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Paduli, Italien 1948 – lebt in Mailand und Benevento
Ohne Titel. 1981
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Schätzung:
EUR 30.000
- 40.000
USD 33.700
- 44.900
Auktion 380
Fr, 27.11.2026, 16:00 Uhr
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Wir danken dem Archivio Paladino, Mailand, für freundliche Hinweise.
Privatsammlung, Bayern (Ende der 1990er-Jahre in der Galerie Baumgartl, München, erworben)
Mimmo Paladino. Bilder und Zeichnungen 1981–1982. Wuppertal, Von der Heydt-Museum, 1982 / Kunst aus den Achtziger Jahren – Großformatige Tafelbilder. München, Galerie Andreas Baumgartl, 2000, m. Abb.
Widerstreit der Generationen. In: Kunstforum International. Bd. LI, 5/82, Juli 1982, Abb. S. 157
Dass man Kunst aus Schrott machen kann, hatte der junge Mimmo Paladino nicht erwartet, als er 1964 auf der Venedig-Biennale die Assemblagen von Robert Rauschenberg sah. Alles schien plötzlich möglich. „Mein ganzes Werk ist durch diesen ersten Kontakt mit der amerikanischen Kunst geprägt. Es war wie ein Befreiungsschlag.“ Von da an verwischten sich in seiner Arbeit die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur, ragen später Objekte aus der Bildfläche oder lehnen daran.
Das Wesen der amerikanischen Pop-Art mit ihrem Fokus auf Massenkultur aber blieb ihm vollkommen fremd. Es ist die magische Kultur seiner süditalienischen Heimat, aus der sich sein Werk nährt. Für seine immer etwas geisterhaften Erzählungen benutzt Paladino sämtliche Kunstmittel, von der Malerei über die Skulptur bis zum Film. Auf monumentalen Bildtafeln kehren die Formen und Zeichen ferner Zeiten zurück, stilisierte Tiere, Helme, Köpfe in archaisch-starrer Frontalität, Schädel und Kreuze der frühchristlichen Ikonografie.
Er war 1970 nach Mailand gezogen, hatte, dem Trend der Zeit folgend, erst mit Konzeptkunst experimentiert und dann zu malen begonnen. Der einflussreiche Kunstkritiker Achille Bonito Oliva plädierte in jenen Jahren für eine figurative Malerei und Rückbesinnung auf die italienische Tradition. Er gab fünf Künstlern – Sandro Chia, Enzo Cucchi, Francesco Clemente, Nicola De Maria und Mimmo Paladino –, die begonnen hatten, in diese Richtung zu arbeiten, unter der Bezeichnung „Transavanguardia“ einen theoretischen Zusammenhalt und stellte sie 1980 im Rahmen der Venedig-Biennale vor. Über die Turiner Galerie Sperone und den mächtigen Leo Castelli in New York gelang der Sprung über den Ozean und ein weltweiter Erfolg. Amerikanische Kritiker begeisterten sich für die „wiedergewonnene klassische italianità”, über den Mut zum Allegorischen und Mythologischen.
Mit Mythen war Paladino bestens vertraut. Er wuchs in der Nähe von Benevent auf, einer Stadt, die dafür bekannt ist, dass hier Hexen Rituale praktizieren, die auf den römischen Kult der Göttin Isis zurückgehen. Das angebotene Triptychon bezieht sich darauf. Jeder weiß, dass die Hexen unter einem Walnussbaum am Fluss Sabato mit Luzifer und anderen bösen Geistern tanzen. Dabei werfen sie ihre schwarzen dürren Arme kreischend in die Luft. Das hat allerdings noch keiner gesehen. Nur Mimmo Paladino. Ute Diehl
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