Zum Inhalt springen
Go to Grisebach homepage

Los

29R

Emil Nolde

Nolde 1867 – 1956 Seebüll

„Künstlerin“. 1930er-Jahre

Aquarell und Tuschpinsel auf Japan, auf Karton montiert. 26,8 × 15 cm (10 ½ × 5 ⅞ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Emil Nolde. „Künstlerin“. 1930er-Jahre.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Emil Nolde. „Künstlerin“. 1930er-Jahre.
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Emil Nolde. „Künstlerin“. 1930er-Jahre.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Emil Nolde. „Künstlerin“. 1930er-Jahre.

Schätzung:

EUR 50.000

 

- 70.000

USD 56.200

 

- 78.700

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

Zustandsbericht anfragen

Experten kontaktieren

Informationen

Aquarell und Tuschpinsel auf Japan, auf Karton montiert. 26,8 × 15 cm (10 ½ × 5 ⅞ in.). Oben rechts mit Feder in Schwarz signiert: Nolde. Auf dem Unterlagekarton mit Bleistift unten links von Ada Nolde, der Ehefrau des Künstlers, bezeichnet: Künstlerin. Das Aquarell ist unter der Nr. Fr.A.3535 im Archiv der Stiftung Seebüll Ada und Emil Nolde registriert und wird in das Werkverzeichnis der Aquarelle und Zeichnungen Emil Noldes aufgenommen. [3046]

Privatsammlung, Luxemburg (1953 beim Künstler erworben) / Privatsammlung, Schweiz (2016 bei Grisebach, Berlin, erworben)

Auktion 258: Ausgewählte Werke. Berlin, Grisebach, 2.6.2016, Kat.-Nr. 20, m. Abb. 

Der Tanz entwickelte sich schon früh zu einem Hauptthema im Schaffen Emil Noldes. Bereits im Mai 1908 schrieb er an seinen Freund Hans Fehr aus Weißig bei Dresden: „Viele Abende habe ich im Tanzsaal gezeichnet. Der erste Anlauf misslang, es ist nicht leicht, jetzt aber habe ich viele Blätter, mit vielen wirklich tanzenden Menschen“ (Archiv der Nolde-Stiftung Seebüll).
Noldes Bilder vom Tanz kulminieren in der Reihe der „Berlin-Bilder“, die im Winter 1910/11 während zahlreicher nächtlicher Streifzüge durch die Theater, Cabarets und Tanzsäle der Metropole entstanden. Mehr als dreihundert Aquarelle malte er im Halbdunkel der Zuschauerlogen, oft von seiner Frau Ada assistiert. Nolde erinnert sich: „Der Tanz war inzwischen […] ein kleines Kapitel meiner Kunst geworden. Weniger das Tanzen vieler, als der Einzeltanz, zur Kunst erhoben“ (Emil Nolde: Jahre der Kämpfe. 5. Auflage, Köln 1985, S.218).
Eine solche Szene zeigt das von Ada Nolde mit „Künstlerin“ betitelte Aquarell. Die schlanke Frau präsentiert sich uns mit bewegtem Hüftschwung vor einem violetten Bühnenvorhang. Sie trägt einen knöchellangen orangeroten Rock, unter dem ein hellgelber Schuh hervorschaut. Den Oberkörper bedeckt ein ärmelloses Wams, das vorn mit gelben Bändern verschnürt ist. Ihr hochgestecktes braunes Haar umgibt den Kopf wie eine voluminöse Haube. Die rechte Hälfte ihres fein gezeichneten Gesichts wird vom gelben Bühnenlicht dramatisch erhellt, die linke liegt im Schatten. Trotz eines angedeuteten Lächelns wirkt sie ganz auf ihren Ausdruckstanz fokussiert. Das Detail eines auffälligen goldenen Reifs im rechten Ohr will der Maler uns nicht vorenthalten. Schwer zu deuten ist die Armhaltung der Frau. Die zu Fäusten geballten Hände treffen sich vor der Brust, die Ellenbogen sind auf die gleiche Höhe angehoben. Im Zusammenklang mit dem Schwung des Körpers und dem vorgestellten rechten Bein ergibt sich eine anmutige Tanzbewegung, die nicht zuletzt aufgrund der fröhlichen Farbgebung Lebensfreude, Vitalität und Zuversicht ausstrahlt.
Sich tief verneigend vor Darbietungen wie dieser, bemerkt Nolde rückblickend zu seinen Berliner Tanzbildern: „Es gaben die Tänzerinnen Anregungen zu meinen Bildern, und diese wohl auch einiges den Tänzerinnen wieder“ (ebda.). Andreas Fluck

Weitere Werke von Emil Nolde

Irrtum vorbehalten. Wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.