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Los

776

Sophie Calle

Paris 1953 – lebt in Malakoff, Frankreich

Lenin (Russische Botschaft), aus der Serie „Die Entfernung“. 1996

2-teilig: Installation aus C-Print im Künstlerrahmen aus Holz und Buch. Farbfotografie: 112 × 87,2 cm, Buch (aufgeklappt): 31,8 × 39,5 cm (44 ⅛ × 34 ⅜ in., Buch (aufgeklappt): 12 ½ × 15 ½ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Sophie Calle. Lenin (Russische Botschaft), aus der Serie „Die Entfernung“. 1996.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Sophie Calle. Lenin (Russische Botschaft), aus der Serie „Die Entfernung“. 1996.

Schätzung:

EUR 7.000

 

- 10.000

USD 7.870

 

- 11.200

Auktion 380

Fr, 27.11.2026, 16:00 Uhr

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Informationen

2-teilig: Installation aus C-Print im Künstlerrahmen aus Holz und Buch. Farbfotografie: 112 × 87,2 cm, Buch (aufgeklappt): 31,8 × 39,5 cm (44 ⅛ × 34 ⅜ in., Buch (aufgeklappt): 12 ½ × 15 ½ in.). Auf der Rahmenrückpappe ein Etikett von Arndt & Partner, Berlin. Eines von 2 Exemplaren der englischen Version. [3059] Gerahmt

Privatsammlung, Berlin (2004 in der Galerie Arndt & Partner, Berlin, erworben)

Ausst.-Kat.: Sophie Calle. M'as tu vue. Paris, Centre Pompidou, 2003/2004, S. 435 („Souvenirs de Berlin-Est. Lenin (Russian Embassy)“). o. Abb. (nicht ausgestellt)

Die französiche Konzeptkünstlerin Sophie Calle, welcher der Hamburger Bahnhof, Berlin, vom 13. November bis 4. April 2026/27 eine Einzelausstellung widmet, agierte in ihrer Serie „Die Entfernung“ (frz.: „Souvenirs de Berlin-Est“) als Spurensucherin. Wenige Jahre nach dem Mauerfall zog sie mit ihrer Kamera durch ein vom politischen und kulturellen Umbruch geprägtes Ostberlin, das ihr zum Ausgangspunkt für ein neues Projekt wurde. Sie erklärte: „In Berlin sind zahlreiche Symbole des ehemaligen Ost-Deutschlands entfernt worden. Sie haben Spuren hinterlassen. Ich habe diese Abwesenheit fotografiert und Passanten gebeten, mir ihre Erinnerung daran zu schildern.“ Als Fotomotiv dienten ihr etwa der leere Rahmen einer Gedenkplakette, durch ein Werbebanner verdeckte Propagandakunst auf einer Häuserfassade oder, wie in unserem Falle, eine von einem Kasten verhüllte Lenin-Büste im Vorgarten der russischen Botschaft. Die auf einem Stadtplan verzeichneten Fundorte, Schilderungen von Zeitzeugen und kleine Abbilder der ursprünglichen Situation versammelte Calle eigens in einer Publikation. Diese befindet sich aufgeschlagen unter dem großformatigen Foto des damaligen Jetzt-Zustands montiert. Sie fungiert als eine Art bilderklärende Legende. Allerdings können wir uns durch die erhaltenen Informationen kein klares Bild machen, denn die Erinnerungen differieren. Bestand der verdeckte Kopf nun aus Bronze oder Stein? Trug der Lenin der Büste wirklich ein Jackett? Schaute er majestätisch oder ausdruckslos? Calle gelingt es mit dieser Serie, uns ebenso klug, kritisch wie poetisch die Beschränktheit und Subjektivität auch der eigenen Erinnerung vor Augen zu führen. Zugleich weist „Die Entfernung“ als Auseinandersetzung mit einem Teil der jüngeren deutschen Geschichte auch ein politisch-historisches Element auf. So verwundert nicht, dass gerade diese Werkreihe zum dauerhaft installierten Bestand der Kunst im Deutschen Bundestag gehört. FS

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