Zum Inhalt springen
Go to Grisebach homepage

Los

10

Hermann Nitsch

Wien 1938 – 2022 Mistelbach

Ohne Titel (Schüttbild). 1983

Dispersion auf Rupfen. 200 × 300 cm (78 ¾ × 118 ⅛ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hermann Nitsch. Ohne Titel (Schüttbild). 1983.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hermann Nitsch. Ohne Titel (Schüttbild). 1983.
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hermann Nitsch. Ohne Titel (Schüttbild). 1983.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hermann Nitsch. Ohne Titel (Schüttbild). 1983.
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hermann Nitsch. Ohne Titel (Schüttbild). 1983.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hermann Nitsch. Ohne Titel (Schüttbild). 1983.

Schätzung:

EUR 50.000

 

- 70.000

USD 56.200

 

- 78.700

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

Zustandsbericht anfragen

Experten kontaktieren

Informationen

Dispersion auf Rupfen. 200 × 300 cm (78 ¾ × 118 ⅛ in.). Rückseitig mit Fineliner in Blau signiert: hermann nitsch. Auf dem Keilrahmen mit Kugelschreiber in Blau erneut signiert und datiert: hermann nitsch 1983. Dort auch beschriftet: John 2 von links. Das Gemälde ist unter der Bezeichnung FJ_N3_83 im Archiv der Nitsch Foundation, Wien, registriert. [3060]

Privatsammlung, Europa (in den 1990er-Jahren in der Galerie Fred Jahn, München, erworben)

Ebenso wie Günter Brus, Otto Muehl, Rudolf Schwarzkugler zählt auch Hermann Nitsch zu den zentralen Protagonisten des Wiener Aktionismus. Im Gegensatz zum malerischen Adolf Frohner folgt bei Hermann Nitsch nach der ersten gemeinsamen Aktion von 1962 eine völlig andere Entwicklung. Sein unbetiteltes rotes Schüttbild von 1983 verdeutlicht den ganz anderen Ansatz, den Nitzsch seit damals im Unterschied zur gleichzeitig entstehenden Malerei eines Rainer, Platschek oder Frohner verfolgt. Nitschs Bilder stehen letztlich alle in geistigem Zusammenhang mit der Idee seines „Orgien Mysterien Theaters“, das der Künstler seit etwa Mitte der 1950er-Jahre verfolgt.
1960 folgen Auseinandersetzungen mit dem Informel, die den malerischen und grafischen Diskurs des seit 1957 literarisch konzipierten „Orgien Mysterien Theaters“ eröffnen. Der Begegnung mit dem Psychoanalytiker und Theologen Josef Dvorak, Mitbegründer der Wiener Aktionisten, sowie mit den Künstlern Rainer, Schwarzkogler, Muehl und Brus folgen zwischen 1960 und 1966 verschiedene spektakuläre Aktionen. Nitsch wird dreimal zu Gefängnisstrafen verurteilt, was ihn 1966 veranlasst, Österreich zu verlassen; bis 1978 lebt er in Deutschland. 1971 erwirbt er Schloss Prinzendorf im Burgenland, wo er seit 1974 mehrtägige Spiele seines dionysisch-apollinischen Theaters realisierte. Dabei wurden die in Mythen und Sagen überlieferten menschlichen Grundkonflikte durch neue, von Nitsch erfundene Rituale inszeniert, die bewusst alte Kulte anklingen lassen. Als Anregung diente auch ihm die Prozessualität der informellen Malerei.
Über Hartfaserplatten und große Leinwände schüttet Nitsch – wie hier zu sehen – rote Farbe aus, kreiert Verläufe, lässt Tropfen sich bilden, verspritzt und zerreibt diese. „Rot ist die Farbe, die am intensivsten zur Registration reizt, weil sie die Farbe des Lebens und des Todes gleichzeitig ist“, so Nitsch. Die von uns angebotene Schüttung ist nicht nur wegen ihrer physischen Größe ein beeindruckendes Werk, sondern steht auch zeitlich am Beginn jener philosophischen Verstiegenheit des Künstlers, die in den gestischen Bildern ihre stärkste Wirkung zeigt. Bei diesem Werk handelt es sich um ein Schüttbild aus einer Malaktion von Hermann Nitsch, die im Jahr 1983 im Schloss Prinzendorf stattgefunden hatte. MvL

Irrtum vorbehalten. Wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.