Los
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Birnbaum/Posen 1861 – 1931 Berlin
„Das rote Kleid“. 1891
Hintergrund:
Hintergrund:
Hintergrund:
Schätzung:
EUR 50.000
- 70.000
USD 56.200
- 78.700
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Privatsammlung, Deutschland (ab spätestens 1922) / Privatsammlung, Berlin
Lesser Ury. Berlin, Salon Schulte, 1914 („Das rote Kleid“) / Lesser Ury. Berlin, Galerie Paul Cassirer, 1916, Kat.-Nr. 61 („Interieur“) [?] / Lesser Ury. 42.
Ausstellung der Berliner Secession. Berlin, 1922, Kat.-Nr. 69 („Das rote Kleid“)
Adolph Donath: Urys Lebenswerk. Sonderausstellung in der Galerie Schulte. In: B.Z. am Mittag, 2.3.1914, erste Beilage / Auktion: Impressionist and Modern Paintings and Sculpture, Drawings and Watercolours. London, Sotheby & Co., 3.6.1970, Kat.-Nr. 27 („Das Rote Kleid“), m. Abb
Im Berlin der frühen 1890er–Jahre stieß Lesser Ury mit seiner modernen, licht- und farborientierten Malerei oftmals auf harsche Kritik. Erst ab 1911, als Lovis Corinth Vorsitzender der Berliner Secession wurde, konnte Ury regelmäßig dort ausstellen. Damit wuchs auch das Interesse privater Sammler. Insbesondere seine Bilder des großstädtischen Lebens waren begehrt: regennasse Boulevards, nächtliche Flaneure und Kaffeehausszenen, die sich noch heute mit seinem Namen verbinden. Die Porträtmalerei bildet einen weniger bekannten Bereich seines Werks. Dabei lässt sich in den Bildnissen die gezielte, mitunter dramatische Farbregie und Lichtführung des Künstlers besonders gut beobachten.
Das vorliegende Interieur zeigt eine junge Frau, die auf einem Stuhl oder einer Bank sitzt und sich leicht zur Seite lehnt. Ihr leuchtend rotes, bodenlanges Kleid zieht den Blick auf sich. In zahlreichen dunkleren und helleren Farbschichten modelliert, behauptet es sich gegen den dunklen Innenraum aus tiefgrünen, braunen und nahezu schwarzen Tönen. An mehreren Stellen der Umgebung nimmt Ury das Rot wieder auf – etwa in den helleren Partien rechts sowie den rötlich-braunen Nuancen des Mobiliars. Die lässig verschränkte und aufgestützte Haltung der Dargestellten entspricht keineswegs der konventionellen Auffassung des repräsentativen Porträts. Ganz offenbar interessiert sich der Maler in erster Linie für die Erscheinung der menschlichen Figur im Raum.
Der ungewöhnliche Bildausschnitt mit seiner fragmentarischen Räumlichkeit und der scheinbar zufällig erfasste Moment lassen an Gestaltungselemente der Fotografie denken, die um 1890 bereits einen tiefgreifenden Einfluss auf die künstlerische Wahrnehmung und Bildauffassung der Maler hatte. Zugleich und in spannungsvollem Gegensatz hierzu verleihen das malerische Chiaroscuro und die geheimnisvolle Beleuchtung der Frau in Rot der Szene etwas Rätselhaftes. Susanne Schmid
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