Los
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Waldheim/Sachsen 1877 – 1947 Berlin
„Junge Frau“. 1929
Hintergrund:
Hintergrund:
Schätzung:
EUR 50.000
- 70.000
USD 56.200
- 78.700
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Privatsammlung, Süddeutschland (in den 1950er-Jahren erworben, seitdem in Familienbesitz)
Georg Kolbe brachte mit seiner berühmten „Tänzerin“ von 1911/12 wie auch dem 1922 entstandenen „Tänzerinnen-Brunnen“ den Aufbruchsgeist einer neuen, jungen Generation zum Ausdruck. Nur wenige Jahre trennen die expressiv-bewegte Brunnentänzerin von der in sich ruhenden Figur „Junge Frau“, die der Bildhauer Ende der 1920er–Jahre schuf. Dazwischen lagen der plötzliche Tod von Kolbes Frau Benjamine 1927 und der Umzug vom lebhaften Tiergartenviertel ins ruhigere Berliner Westend. Die Strahlkraft von Kolbes Werk blieb trotz seines Rückzugs ungebrochen, das Publikum fasziniert von den ungewöhnlichen Bewegungen und Drehungen seiner Figuren. Im März 1930 fand in Alfred Flechtheims Berliner Galerie eine Einzelausstellung mit einem Querschnitt durch Kolbes plastisches Werk statt, in der auch seine aktuelle Entwicklung präsentiert wurde. Dort konnte man, zwischen zahlreichen schwebenden, stürzenden und fliegenden Akten, erstmals die „Junge Frau“ sehen.
Sie steht aufrecht und ruhig, der Kopf ist etwas zur Seite gedreht. Das Gewicht liegt leicht auf einem Bein, während das andere locker danebengesetzt ist. Durch die vor dem Körper ineinandergelegten Hände entsteht der Eindruck einer geschlossenen, nach innen gerichteten Bewegung, die der Skulptur eine konzentrierte, beinahe kontemplative Präsenz verleiht. Dabei ist der Körper ausgesprochen sinnlich modelliert: Weiche, fließende Formen gehen ineinander über, während die fein differenzierte Oberfläche ein lebendiges Licht- und Schattenspiel hervorbringt. Kolbe verzichtet auf ausgreifende Gestik und dramatische Bewegung, zeigt andererseits auch keine idealisierte antike Venus, sondern eine junge Frau der späten Weimarer Republik. Die auffallend individuell gestalteten Gesichtszüge und das relativ kurz geschnittene, nach hinten gelegte Haar sprechen dafür, dass sich der Bildhauer mit einer konkreten Physiognomie beschäftigte. Klassisches Menschenbild und moderne Erscheinung verbinden sich zu einer Einheit, die keiner übergeordneten Idee und Symbolik mehr bedarf. Susanne Schmid
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