Los
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Aachen 1914 – 2017 Niederbreitbach
„o.T. - 23.10.1955“. 1955
Hintergrund:
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Schätzung:
EUR 50.000
- 70.000
USD 56.200
- 78.700
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Margarethe Posselt, Bonn (seitdem in Familienbesitz)
Auktion: Tableaux modernes, contemporains et sculptures, Saint-Germain-en-Laye, Loiseau Schmitz Digard, 1993, Kat.-Nr. 153 / Auktion 703: Zeitgenössische Kunst, Köln, Lempertz, 1994, Kat.-Nr. 646, m. Abb.
Im Sommer 1952 stieß Karl Otto Götz zufällig darauf, dass eine Grundierung des Bildträgers mit Kleister es möglich macht, aufgetragene Farbe leichter mit Pinsel oder Rakel zu bearbeiten oder sie einfach abzuwischen. Er entwickelte einen dreiteiligen Malprozess, der für sein Schaffen wesentlich wurde: Zunächst erfolgte die Meditation eines Bildschemas, das anschließend binnen Sekunden mit einem Pinsel auf die am Boden liegende Leinwand gebracht wurde. Es folgten eine zweite „Niederschrift“ mit der Rakel und ein dritter Eingriff mit dem leeren Pinsel. „Zwischen den drei Malakten und danach wird das Entstandene meditiert, nicht etwa korrigiert. Anerkennung und Vorbereitung des nächsten Malaktes oder Auslöschung ist die Alternative“, notierte Götz zu diesem Vorgehen (K. O. Götz: Mein Malvorgang, in: Jürgen Claus: Kunst heute. Personen, Analysen, Dokumente, Reinbek bei Hamburg 1965, S. 31/32, hier S. 32). Auf diese Weise entwickelte und verinnerlichte er verschiedene Bildschemata wie zum Beispiel die Wirbelform, wie sie das Gemälde „23.10.1955“ zeigt. Im Oktober und November 1955 entstanden mehrere Bilder, in denen der Maler mit diesem Schema in der für diese Werkphase typischen Farbkombination aus Schwarz und gelblichem Grundton experimentierte. Dazu schrieb er: „Meine sogenannten ‚Wirbelbilder‘ z. B. zeichnen sich dadurch aus, daß sie in 3 bis 4 Sekunden gemalt werden müssen, während zur Entwicklung dieses Typs 3 bis 4 Jahre gebraucht wurden“ (ebda.).
Der Kontakt zum Sammlerpaar Margarethe und Klaus Posselt entstand wohl während der 1980er-Jahre. In dieser Zeit begann das Paar seine Sammeltätigkeit, zunächst mit Fokus auf der informellen und abstrakten Kunst der Nachkriegszeit, wodurch sie Kontakte zu den Künstlern knüpften – so auch zu K. O. Götz. Im Jahr 1992 gründete Margarethe Posselt in Bonn mit dem Kunstraum MI Posselt eine Galerie für zeitgenössische Kunst. Teile der Sammlung Posselt gingen als Schenkungen 2011 an das Frankfurter Städel und 2012 an das Arp Museum Bahnhof Rolandseck, darunter ein großes Konvolut an Arbeiten von K. O. Götz. Anne-Kathrin Hinz
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