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Los

365

Helmut Kolle

Berlin 1899 – 1931 Chantilly

„Le Mangeur de Poires (Der Birnenesser)“. 1924

Öl auf Leinwand. 61 × 50 cm (24 × 19 ⅝ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Helmut Kolle. „Le Mangeur de Poires (Der Birnenesser)“. 1924.

Hintergrund:

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Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 25.000

 

- 35.000

USD 28.100

 

- 39.300

Auktion 379

Fr, 27.11.2026, 11:00 Uhr

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Informationen

Öl auf Leinwand. 61 × 50 cm (24 × 19 ⅝ in.). Unten links datiert und monogrammiert: 1924 HvH. Rückseitig mit Pinsel in Schwarz bezeichnet und monogrammiert: Uhde au 50 Anniver=saire HvH. Werkverzeichnis: Chabert No 61. [3169] Gerahmt

Wilhelm Uhde, Paris (1924) / Marie Laurencin, Paris / Albert Michelis, Genf / Privatsammlung, Paris (2024 bei Miguel Salles Auctions in Petrópolis, Brasilien, erworben)

Exposition Helmut Kolle. Paris, Galerie Pierre, 1925, Kat.-Nr. 3 („Le mangeur") / Retrospective Helmut Kolle. Paris, Galerie Bonjean, 1932, Kat.-Nr. 4 („Le mangeur de fruits") / Helmut Kolle 1899-1931. Peintures. Paris, Galerie Pierre, 1946, Kat.-Nr. 3 („Enfant à la poire")

Rom Landau: Deutsche Maler in Paris. In: Der Deutsche Bote 33 (1926), Heft 3/4, S. 130-33, m. Abb. / Albert Dreyfus: Helmut vom Hügel. In: Deutsche Kunst und Dekoration XXIX (1926), Heft 3, Abb. S. 163 / Wilhelm Uhde: Der Maler Helmut Kolle. Das Bildnis eines Frühvollendeten. Zürich/Berlin, Atlantis Verlag, 1935, Abb. Tf. 7 und S. 40

Der „Birnenesser“ von Helmut Kolle ist ein Geschenk des Künstlers an seinen 25 Jahre älteren Protegé und Lebenspartner Wilhelm von Uhde (1874–1947) zu dessen 50. Geburtstag. 1924 in Paris angekommen, nahm Kolle die vielfältigen Strömungen der so bedeutenden Kunstmetropole auf. Unser Gemälde zeugt von seiner gelungenen Auseinandersetzung mit der französischen Malerei, vor allem im Umgang mit der Farbe: Mit kühlen Abstufungen von mattem Grau über Braun bis hin zu tiefem Schwarz entfaltet Kolle, wie der Werkverzeichnisverfasser anmerkt, eine raffinierte Eleganz à la Manet.
Die erotische Atmosphäre, die in Kolles neuer Wahlheimat vorherrschte, ist in der dargestellten Szenerie spürbar: Der junge Mann genießt mit leicht erröteten Wangen eine Birne, die er mit der rechten Hand zu seinen knallroten Lippen geführt hat. Lustvoll beißt er in ihr süßlich saftiges Fruchtfleisch, und schon hält er in der linken Hand die nächste Birne bereit. Der modische Kurzhaarschnitt und der weiße Spitzenkragen lassen den Birnenesser apart erscheinen. Uhde selbst schreibt 1935 zu unserem Gemälde: „Aber sobald er durch die Gärten der Tuilerien und über die Brücken von Paris gegangen war, sobald er erlebt hatte, wie die grauen Töne, die hier lebendig sind, siegreich und ergreifend in den französischen Bildern wiederkehren, setzte er mit ganz anderer Überzeugung in dem ,Birnenesser‘ der Sammlung Marie Laurencin das weisse Grau der Halskrause neben das dunkle Braun des Rocks.“
Uhde war Schriftsteller, Kunsthändler und Sammler und ein bedeutender Vermittler zwischen deutscher und französischer Kultur. So trug er wesentlich dazu bei, beispielsweise das Werk von Marie Laurencin bekannt zu machen. Kolle starb bereits 1931 im Alter von nur 32 Jahren. Ein Jahr später widmete Uhde ihm eine Gedenkausstellung in der Galerie Bonjean von Christian Dior. Die Birne, Symbol für Sinnlichkeit, Liebe und erotisches Begehren, wird in Kolles Gemälde zur stillen ewigen Liebeserklärung an Uhde. Sandra Espig

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