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Los

65

Hans Purrmann

Speyer 1880 – 1966 Basel

„Landschaft im Tessin“. 1961

Öl auf Leinwand. 81 × 100 cm (31 ⅞ × 39 ⅜ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Hans Purrmann. „Landschaft im Tessin“. 1961.

Hintergrund:

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Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 80.000

 

- 120.000

USD 89.900

 

- 135.000

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

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Informationen

Öl auf Leinwand. 81 × 100 cm (31 ⅞ × 39 ⅜ in.). Unten rechts signiert: H. Purrmann. Auf dem Keilrahmen ein Etikett der Ausstellung München 1961 (s.u.). Werkverzeichnis: Billeter 1961/30. [3176] Gerahmt

Privatsammlung, Bayern (seit 1961) / Privatsammlung, Rheinland-Pfalz (seit 1967, seitdem in Familienbesitz)

Große Kunstausstellung. München, Haus der Kunst, 1961, Kat.-Nr. 259

In Paris wurde Hans Purrmann zum Maler, aber seine Sehnsucht, seine ganze Zuneigung galt immer Italien. Ab den frühen Zwanzigerjahren lebte er dort, erst in Rom und dann, nach einigen rastlosen Jahren, in Florenz. 1943 zog er – seine Kunst hatten die Nationalsozialisten als „entartet“ diffamiert – in die Schweiz nach Montagnola bei Lugano im Tessin.
Seine Frau und Kinder waren währenddessen in Zürich untergekommen, am 8. Oktober 1944 schrieb er in einem Brief an einen guten Bekannten, den Maler Heinrich Brüne: „Ich lebe hier auch etwas versteckt […], ich habe Angst in politische Gespräche gezogen zu werden und die ziemlich allgemeine Deutschfreundlichkeit geht mir sehr auf die Nerven!“ (Zit. nach: Hans Purrmann Archiv: „Montagnola“, online unter purrmann.com)
Ein anderer Künstler, zu dem er all die Jahre bis zu dessen Tod 1954 eine enge Verbindung pflegte, war sein Freund und Lehrer Henri Matisse. Matisse hatte Purrmann seit den gemeinsamen Jahren in Paris stark geprägt, ihm aber gleichzeitig den Raum gelassen, sich und seine Malerei eigenständig zu entwickeln. Wie sehr bei Purrmann das eine zum anderen kam, zeigt das Gemälde „Landschaft im Tessin“ auf beeindruckende Weise.
1961 entstanden, gehört es zu seinem Spätwerk. Nicht wenige halten diese Jahre für Purrmanns künstlerisch beste Phase: Kraftvoll im Ausdruck, lebensfroh im leuchtenden Kolorit, zog der Maler auf diesem Bild alle Register seines Könnens. Ähnlich wie Matisse hatte sich Purrmann bei allen Tendenzen zur Abstraktion nie vom realistischen Kern seiner Motive verabschiedet – im Nachhinein betrachtet ein außerordentlich glücklicher Umstand.
Denn so erkennen wir hier eine südliche Landschaft, Bäume, Hügel, einen Zaun, den blauen Himmel und die Berge im Hintergrund. Und gleichzeitig sehen wir Purrmanns Interpretation dessen, was er in diesem Jahr 1961 „im Tessin“ sah: sein Temperament, seine Lust, die Wirklichkeit hinter sich zu lassen und den Formen, den Farben ein Eigenleben zu gestatten. Die grünen Äste der Bäume hängen wie große Tropfen am Stamm. Die Felder im Hintergrund sind rot, orange und blau. Da sind auch ein, zwei kleine Häuser – oder täuscht das? Die Landschaft gehört nicht den Menschen, sie gehört der Natur, und dieses Bild von ihr ist zweifellos ein Meisterwerk. Ulrich Clewing

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