Los
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Dresden 1932 – lebt in Köln
„Ohne Titel (5.3.91)“. 1991
Hintergrund:
Hintergrund:
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Schätzung:
EUR 150.000
- 200.000
USD 169.000
- 225.000
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Wir danken dem Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, für freundliche Hinweise.
Galerie Fred Jahn, München / Privatsammlung, Schweiz (bis 2011) / Schönewald Fine Arts, Düsseldorf / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen (2012 bei Sies Fine Arts, Düsseldorf, erworben)
Gerhard Richter. Aquarelle 1977–1997. Düsseldorf, Schönewald Fine Arts, 2021/22, Abb. S. 115
Auktion: Bedeutende Gemälde, Skulpturen, Aquarelle, Zeichnungen und Multiples. Zürich, germann Auktionen, 23.5.2011, Kat.-Nr. 9, Abb. auf dem Cover
Ende der 1970er-Jahre malt Gerhard Richter, ermutigt durch den Münchner Galeristen Fred Jahn, eine erste Serie von Aquarellen im Urlaub in der Schweiz. 1985 betont er in einem Interview den persönlichen Charakter seiner Arbeiten auf Papier: „Erst dieses, nein letztes Jahr war es, dass ich das Selbstvertrauen fand, Aquarelle zu machen. Ich hatte früher ein paar gemacht und plötzlich, 1984, mehrere. Fred Jahn gab ein Buch darüber heraus, und das half mir, Zutrauen zu fassen, etwas Persönliches, etwas Kleines zu machen. Ich pflegte diese Dinge als zu künstlerisch, zu typisch abzutun, als den Typus von Dingen, die Künstler eben machen - schöne Zeichnungen und Aquarelle“ (Gerhard Richter, in: Gerhard Richter, Texte 1971 bis 2007, hg. von Dieter Schwarz, Köln 1999, S. 343 ff.).
Das „Künstlerische“ und „Schöne“ zu vermeiden, gelingt Gerhard Richter auch bei diesem Aquarell nicht wirklich. Durch den Arbeitsvorgang des Aquarellierens, das In- und Auseinanderverlaufen der wässrigen Farbe, ist das Ergebnis zwar nicht genau planbar und somit unvorhergesehen. Aber gleichzeitig lässt sich der ästhetische Reiz nicht leugnen, den die leuchtende, satte Farbigkeit von einem honiggelben Ocker mit zart eingeflochtenen roten Adern hin zu einer gelb-grün durchwachsenen Melange auf den Betrachter ausübt.
Der Künstler schätzt den nur in dieser Technik möglichen Arbeitsvorgang wie das Schütten, Tropfen, Auftragen, Lancieren von Farbe; und weil das Ergebnis eben nicht genau planbar ist, entsteht eine gewisse „Lässigkeit“ (Gerhard Richter), die in den Gemälden kaum zu erreichen ist. Das transluzide Merkmal der Aquarelltechnik nutzt er für seine Kompositionen, das Ausblühen vermeidet er. Im Gegenteil: In mehreren Arbeitsgängen, bei denen immer wieder kurze Trocknungsphasen einzuplanen sind, entstehen übereinandergelagerte Farbgeflechte. Das Arbeiten in Schichten ist ihnen mit den großen Gemälden der „Abstrakten Bilder“ gemein. Doch setzt die Aquarelltechnik dem Künstler auch Grenzen: Das Papier ist im Gegensatz zur Leinwand nicht dafür geschaffen, zahlreiche Farbschichten und entsprechend viel Feuchtigkeit aufzunehmen. Viel eher als beim Gemälde muss Gerhard Richter den Punkt der Vollendung also frühzeitig finden. Die vergleichsweisen kleinformatigen leuchtenden Werke erarbeitet Gerhard Richter zumeist in zeitlich komprimierten und intensiven Arbeitsphasen. Die Aquarelle tragen meist ein Datum, das den Titel ersetzt. Sie geben uns auch Aufschluss über die Arbeitsweise des Künstlers, fast täglich entsteht ein neues Werk, wie hier am 5. März 1991. MvL
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