Los
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Mörigen, Schweiz 1930 – 2022 Riggisberg, Schweiz
„Silvia“. 2001/02
Hintergrund:
Hintergrund:
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Schätzung:
EUR 90.000
- 120.000
USD 101.100
- 135.000
Auktion 378
Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr
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Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen (2004 in der Galerie im Park, Contemporary Fine Art, Burgdorf (Schweiz) erworben)
Vgl.: Ausst.-Kat.: Franz Gertsch – Holzschnitte – Aus der Natur gerissen. Bad Homburg, Museum Sinclair-Haus, 2013, Kat.-Nr. 30, S. 125
Franz Gertschs monumentaler Farbholzschnitt „Silvia“ gehört zu einer Reihe großformatiger Frauenporträts, mit denen sich der Schweizer Künstler seit den 1980er-Jahren intensiv auseinandersetzte. Als Vorlage diente ihm das Gemälde „Silvia I“ von 1998; der Holzschnitt entstand zwischen den Gemälden „Silvia II“ und „Silvia III“. Das dargestellte junge Modell stammt aus Gertschs persönlichem Umfeld. Mit einer Bildgröße von rund 192 × 177 cm entfaltet das Porträt eine eindringliche Präsenz: Silvia blickt ruhig und unmittelbar aus dem Bild heraus, ohne dass sich daraus eine eindeutige psychologische Charakterisierung ableiten ließe. Vielmehr entsteht eine eigentümliche Spannung zwischen der lebensnahen Wiedergabe des Gesichts und der entrückten, beinahe zeitlosen Wirkung der Darstellung.
Charakteristisch für Gertschs späte Holzschnitte ist eine Technik, bei der sich das Bild aus einem fein abgestimmten Zusammenspiel von Lichtpunkten und Farbflächen entwickelt. Anders als im klassischen Holzschnitt, der Konturen häufig durch schwarze Linien definiert, entsteht die Form hier wesentlich durch die stehen gelassenen hellen Partien und deren Verhältnis zur gedruckten Farbe. Der Effekt ist ein zarter Schleier, der die Gesichter umhüllt und den realistisch erfassten Personen eine beinahe visionäre, ikonenhafte Ausstrahlung verleiht. Für „Silvia“ wurden die einzelnen Abzüge mit unterschiedlichen Farbgebungen gedruckt; dadurch ist jedes Blatt für sich einzigartig. Die monumentale Größe, die zurückhaltende Mimik und die subtile Verbindung von fotografischer Genauigkeit und malerischer Abstraktion verleihen dem Werk eine besondere Ambivalenz: Silvia erscheint dem Betrachter zugleich nah und unnahbar, als konkreter Mensch und als zeitentrücktes Bildnis. IS
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