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Los

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Ernst Ludwig Kirchner

Aschaffenburg 1880 – 1938 Davos

„Fränzi mit langem Haar“. 1910

Lithografie auf Velin. 59,3 × 50,5 cm (64,5 × 51,8 cm) (23 ⅜ × 19 ⅞ in. (25 ⅜ × 20 ⅜ in.)).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Ernst Ludwig Kirchner. „Fränzi mit langem Haar“. 1910.

Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 35.000

 

- 45.000

USD 39.300

 

- 50.600

Auktion 379

Fr, 27.11.2026, 11:00 Uhr

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Informationen

Lithografie auf Velin. 59,3 × 50,5 cm (64,5 × 51,8 cm) (23 ⅜ × 19 ⅞ in. (25 ⅜ × 20 ⅜ in.)). Signiert und bezeichnet: Handdruck. Rückseitig mit dem Stempel Lugt 4337 sowie je einem Stempel des Kunstvereins Jena und der Galerie Ferdinand Möller, Berlin. Werkverzeichnis: Gercken 478. Einer von 4 bekannten Abzügen. [3222] Gerahmt

Kunstverein Jena (1918 vom Künstler gestiftet im Andenken an Botho Graef) / 1937 als „entartet" beschlagnahmt (EK-Nr.: 13190) / Galerie Ferdinand Möller (1940) / Privatsammlung, Deutschland

Auktion 153: Moderne Kunst des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Bilder, Aquarelle, Zeichnungen, illustrierte Bücher, Graphik, Skulpturen, Autographen. Bern, Kornfeld & Cie., 13.-15.6.1974, Kat.-Nr. 483

„Lösen Sie die Rätsel dieses Kunstwerkes?“, könnte Fränzis amüsierter Blick fragen. Wohl wissend, dass erst seine Geschichte dieses Blatt Papier und die darauf befindliche Druckfarbe zum Erinnerungsträger werden lässt. Tritt Fränzi also zur Seite, um uns die Geheimnisse dieser in nur vier Abzügen bekannten Lithografie entdecken zu lassen? Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass wir die Situation aufgrund des technischen Verfahrens spiegelverkehrt sehen. Fränzi steht um 1910 in Kirchners Dresdner Atelier in der Berliner Straße 80 vor einem der charakteristischen Türvorhänge, deren Farbigkeit wir auch aus dem Gemälde „Badende im Raum“ kennen. Hinter ihr der schattenähnliche, einen weiblichen Akt mit erhobenen Armen darstellende „Geschnitzte und bemalte Türpfosten“ (WVZ 1909/11). Neben ihr eine vor dem Spiegel stehende Tonplastik, die an Kirchners „Kniende. Kleine Weinende“ (WVZ 1909/01) erinnert. Damit können die dargestellten Gegenstände nun erstmals präziser dem Atelierkosmos Kirchners zugeordnet werden. Oder erkundigt sich ihr Blick vielmehr, was dieses Blatt mit Adolf Menzels Zeichnung „Das Eisenwalzwerk“ verbindet? Rätsel, die sich in die Mimik des ikonisch gewordenen Modells der Brücke-Künstler legen lassen, deren Verhältnis zu den sie porträtierenden Männern zuletzt vielfach Gegenstand kontroverser und letztlich spekulativer Debatten war. Die Antwort auf die Frage nach Menzels Zeichnung liefert die Rückseite. Neben Fingerabdrücken Kirchners finden sich dort drei Stempel und die Nummerierung „13190“ als stille Zeugen einer bewegten Vergangenheit. Diese führt von Kirchners Graef-Stiftung für den Kunstverein Jena aus dem Jahr 1918 über die Beschlagnahmung 1937 als „Entartete Kunst“ Deponierung im Schloss Schönhausen bis zu Ferdinand Möller, der das Blatt 1940 von dort als eines von 250 Werken gegen eine einzige Menzel-Zeichnung eintauschte. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seiner letzten Versteigerung im Jahr 1974 kann die Lithografie nun erneut auf dem Kunstmarkt angeboten werden. Heute mit beiden Seiten ihrer Geschichte: der ihrer Entstehung und der ihres Überlebens. Franz Dinda

Irrtum vorbehalten. Wir verweisen auf unsere Versteigerungsbedingungen.