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Paula Modersohn-Becker

Dresden 1876 – 1907 Worpswede

„Sitzende Bäuerin mit Kind vor Birken“. 1903

Öl auf dünner Pappe. 59,3 × 43,5 cm (23 ⅜ × 17 ⅛ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Paula Modersohn-Becker. „Sitzende Bäuerin mit Kind vor Birken“. 1903.

Hintergrund:

Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Paula Modersohn-Becker. „Sitzende Bäuerin mit Kind vor Birken“. 1903.
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Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 150.000

 

- 200.000

USD 169.000

 

- 225.000

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

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Informationen

Öl auf dünner Pappe. 59,3 × 43,5 cm (23 ⅜ × 17 ⅛ in.). Unten mittig datiert: 03. Werkverzeichnis: Busch/Schicketanz/Werner 427. [3227] Gerahmt

Christian Bruhn, Reinbek bei Hamburg (1917) / Max Bruhn, Reinbek bei Hamburg (1939) / Privatsammlung, Süddeutschland (1961-1974 als Dauerleihgabe in der Kunsthalle Bremen)

Ausstellung von Werken neuerer Kunst aus Hamburger Privatbesitz. Hamburg, Kunsthalle, 1917, Kat.-Nr. 70 / Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Gemälde, Zeichnungen, Radierungen. Bremen/Berlin, Kunsthandel Wolfgang Werner, 2014/15, Kat.-Nr. 13, m. Abb. / Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Gemälde, großformatige Zeichnungen, Kompositionsstudien. Bremen/Berlin, Kunsthandel Wolfgang Werner, 2019/20, Kat.-Nr. 10, m. Abb

Gustav Pauli: Paula Modersohn-Becker (=Das Neue Bild. Bücher für die Kunst der Gegenwart, Bd. 1). Leipzig, Kurt Wolff Verlag, 1919, Nr. 251

Anfang des Jahres 1903 reist Paula Modersohn-Becker zum zweiten Mal von Worpswede nach Paris. Es wird für sie ein weiterer, prägender Studienaufenthalt, der sie in ihrer Suche nach der „großen Einfachheit der Form“ bestärkt, wie sie in ihrem Tagebuch festhält (Eintrag v. 25. Februar 1903, zit. nach: Günter Busch, Liselotte von Reinken (Hg.): Paula Modersohn-Becker in Briefen und Tagebüchern, Frankfurt a. M. 2007, S. 410).
Nach Worpswede zurückgekehrt, notiert sie im April des Jahres in ihrem Tagebuch: „Ich komme unsern Leuten hier wieder nahe, empfinde ihre große biblische Einfachheit“ (ebd. S. 430), und sie beginnt wieder, die Armenhausbewohner und -bewohnerinnen, alte und junge Menschen und immer wieder auch Mütter mit ihren Säuglingen zu porträtieren. Auch in unserem Gemälde der „Sitzenden Bäuerin mit Kind vor Birken“ fügt sie die Menschen in die typische Landschaft Worpswedes ein: Die Figurengruppe der Bäuerin mit Kind füllt den Bildraum fast vollständig aus. In der erwähnten „großen Einfachheit der Form“ sind ihre Gesichtszüge, Hände und Kleidung bis aufs Äußerste zusammengefasst und vom Individuum abstrahiert. Der Hintergrund wird vom gliedernden Rhythmus der Birkenstämme, die ein typisches Motiv ihrer Werke dieser Schaffensphase sind, hinterfangen. Immer wieder blitzt der blaue Himmel durch die dünnen Stämme.
In unserem musealen Gemälde wird deutlich, was Otto Modersohn nach der Rückkehr seiner Frau aus Paris staunend und auch mit etwas Unverständnis über die Kraft der Innovation Paula Modersohn-Beckers bemerkt. „Sie haßt das conventionelle [...]. Die Farbe ist famos, aber die Form? Der Ausdruck! [...] Sie ladet sich zuviel auf. 2 Köpfe 4 Hände auf kleinster Fläche, unter dem thut sies nicht u. dazu Kinder! Rath kann man ihr schwer ertheilen, wie meistens“, notiert Otto Modersohn Ende des Jahres 1903 in sein Tagebuch (Eintrag v. 26. November 1903, ebd. S. 440).
Unser Gemälde bildete einst die Rückseite einer „Landschaft nach dem Gewitter“ (WVZ-Nr. 435, Privatbesitz) und wurde in den 1920er-Jahren von der Vorderseite getrennt. Diese Trennung macht die Bedeutung des ausdrucksstarken Bildes als eigenständiges, ja ikonisches Bild im Œuvre der Malerin deutlich. Ein Pendant hat es in dem gleichnamigen, gleichzeitig entstandenen Gemälde (WVZ-Nr. 425), das sich heute als Leihgabe aus Privatbesitz in der Sammlung der Bremer Paula Modersohn-Becker-Stiftung befindet und in den unterschiedlichen Details das Experimentieren der Künstlerin an ihrem Sujet dokumentiert. Mit unserem Werk bietet sich nun die großartige Chance, ein bedeutendes Gemälde dieser wichtigen künstlerischen Schaffensphase mit dem ikonischen Sujet der Mutter mit Kind zu erwerben. Gloria Köpnick

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