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Los

50

Günther Uecker

Wendorf/Mecklenburg 1930 – 2025 Düsseldorf

„Interferenzen“. 2008

Nägel und Latex auf Leinwand auf Holz. 90 × 90 × 8 cm (35 ⅜ × 35 ⅜ × 3 ⅛ in.).
Auf diesem Bild ist das folgende Kunstwerk zu sehen: Günther Uecker. „Interferenzen“. 2008.

Hintergrund:

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Schätzung:

EUR 200.000

 

- 300.000

USD 225.000

 

- 337.000

Auktion 378

Do, 26.11.2026, 18:00 Uhr

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Informationen

Nägel und Latex auf Leinwand auf Holz. 90 × 90 × 8 cm (35 ⅜ × 35 ⅜ × 3 ⅛ in.). Rückseitig mit Kreide in Schwarze betitelt und mit Pinsel in Schwarz signiert: ‚Interferenzen‘ Uecker. Werkverzeichnis: Nicht mehr bei Honisch. Dieses Werk ist im Uecker Archiv unter der Nummer GU.08.008 registriert und wird vorgemerkt für die Aufnahme in das entstehende Uecker-Werkverzeichnis. [3231]

Privatsammlung, Bayern (in der Walter Storms Galerie, München, erworben)

Rückseitig mit Pinsel in Schwarz datiert: .08

Kaum ein Material ist so alltäglich und zugleich so aufgeladen wie der Nagel. Günther Uecker hat ihn Ende der 1950er-Jahre aus der Werkstatt in die Kunst geholt und zum Werkzeug einer neuen Bildsprache gemacht, in der nicht mehr gemalt, sondern mit Licht gearbeitet wird. Als Mitglied der Gruppe ZERO, der er sich Anfang der 1960er-Jahre an der Seite von Heinz Mack und Otto Piene anschloss, wurde er zu einer der prägenden Figuren der europäischen Nachkriegsavantgarde. Bis zu seinem Tod 2025 in Düsseldorf blieb der Nagel Ueckers zentrales Ausdrucksmittel.
„Interferenzen“ entstand im Jahr 2008, hunderte dicht gesetzte Nägel überziehen die weiß gefasste Fläche, doch sie folgen keinem starren Raster. Sie ordnen sich zu Bögen und Kreissegmenten, die von verschiedenen Zentren auszugehen scheinen und einander durchdringen, wie Wellenringe, die sich auf einer Wasserfläche begegnen. Der Titel ist hier ganz wörtlich zu nehmen: Interferenz bezeichnet in der Physik die Überlagerung von Wellen, die sich gegenseitig verstärken oder auslöschen. Bei Uecker überlagern sich zugleich die Schatten der Nägel. Je nach Lichteinfall und Standpunkt des Betrachters verschieben sich die Muster, Hell und Dunkel wechseln, und das Bild ist nie zweimal dasselbe. Der Betrachter wird so zum Mitspieler, denn erst seine Bewegung setzt das Werk in Gang.
Zugleich bleibt in Ueckers Arbeiten stets etwas Ambivalentes. Das Einschlagen der Nägel ist ein kraftvoller, beinahe aggressiver Akt, und der Künstler selbst hat immer wieder auf die verletzende Dimension seines Materials hingewiesen. Das Ergebnis aber ist ein Bild von großer Stille und Kontemplation, in dem sich Gewalt in Rhythmus und Härte in Licht verwandelt. Diese Spannung zwischen Aggression und Meditation macht die besondere Kraft der späten Nagelbilder aus. „Interferenzen“ bringt sie mit der Souveränität eines Künstlers zum Ausdruck, der sein Material über fünf Jahrzehnte hinweg zur Vollendung gebracht hat. DvS

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