Sammlung Bernd Schultz

„Abschied und Neuanfang“

Auktionen zugunsten eines ExilMuseums in Berlin

Pressemeldung:

Berlin, 29.10.2018: „Kunstmarktereignis des Jahres“ – Sammlung Bernd Schultz zugunsten eines ExilMuseums in Berlin für spektakuläre 6,5 Millionen Euro versteigert

Die Versteigerung der Sammlung des Grisebach-Gründers zugunsten eines ExilMuseums in Berlin brach alle Rekorde: „Das Kunstmarktereignis des Jahres“ (Welt am Sonntag) war die größte Auktion einer Sammlung von Handzeichnungen nach 1945 in Deutschland.
Nach dem beeindruckenden Interesse bei den Vorbesichtigungen mit über 5.000 Besuchern und der umfangreichen Presseberichterstattung im In- und Ausland wurden in den drei Auktionen bei einer Schätzung von 5 Millionen Euro insgesamt 6,5 Millionen Euro* erzielt.
Bernd Schultz: „Ich bin sehr glücklich, dass die meisten der Arbeiten auf Papier, die ich Jahrzehnte gehegt, gepflegt und geliebt habe, nun in andere wertschätzende Hände übergegangen sind. Für das zu gründende ExilMuseum in Berlin wird der Erlös der Auktionen ein starker Rückenwind sein. Nach dem ,Abschied‘ von meiner Sammlung beginnt nun ein energischer Neuanfang für das Museumsprojekt.“
Unter den mehr als 100 Losen der ersten Auktion mit Zeichnungen Alter Meister und des 19. Jahrhunderts glänzten besonders die Kunstwerke der Franzosen: Spitzenlose waren hier die Studien von Toulouse-Lautrec (EUR 356.250), Watteau (EUR 87.500), Ingres (EUR 87.500) und Degas (EUR 118.750).
In der Auktion mit Werken der Modernen und Zeitgenössischen Kunst am Freitag erzielte das ikonische Blatt „Abschied“  von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1910 mit EUR 437.500 den höchsten Zuschlag. Die Suite von fünf herausragenden Zeichnungen der Kollwitz, einer der zentralen Künstlerinnen in der Sammlung Bernd Schultz, erzielte insgesamt EUR 838.500.
Das bedeutende Selbstbildnis von Oskar Kokoschka erreichte mit 362.500 EUR den zweithöchsten Preis in der Auktionsfolge. Exzeptionelle Ergebnisse wurden für Werke von Ernst Wilhelm Nay, Hermann Glöckner, Edvard Munch und Pablo Picasso erzielt.

*alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

 
Stefan Körner
T 030 885915 64
stefan.koerner@grisebach.com


Anna v. Ballestrem
T 030 8859156 4490
Anna.ballestrem@grisebach.com

 

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Auktionen 25. / 26. Oktober 2018


Auktion 294

Alte Meister und „langes 19. Jahrhundert“. 25. Oktober, 14 Uhr

Auktion 295

Paul Holz – 30 Zeichnungen. 25. Oktober, 16 Uhr

Auktion 296

Moderne und Zeitgenössische Kunst. 26. Oktober, 14 Uhr

Das menschliche Antlitz ist der Leitstern der überraschenden Sammlung von Kunst auf Papier des Grisebach-Gründers, die für dessen neues Lebensziel versteigert wird. Denn die Charakterköpfe, ja Lebenslinien auf Papier formen das Grundgerüst einer unerhörten Vision: die Gründung eines ExilMuseums in Berlin, das an die großen Vertriebenen der deutschen Geschichte erinnert und unter der Schirmherrschaft von Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller steht.
Der Bogen der fast 400 Blätter spannt sich von der Gotik bis in die unmittelbare Gegenwart. Watteau und Warhol, Menzel und Baselitz, Corinth und Picasso sind vertreten, ebenso wie Matisse und Giacometti, Toulouse-Lautrec und Kirchner. Die nervösen Linien des frühen 20. Jahrhunderts von Egon Schiele und Oskar Kokoschka leiten über zum unsentimentalen Menschenbild Max Beckmanns und zum anrührenden Existenzialismus von Käthe Kollwitz. Die Konstruktionen von Hermann Glöckner, die Schwünge von Ernst Wilhelm Nay oder die souveräne Zeichenkunst von Zeitgenossen wie Georg Baselitz und Bruce Nauman geben der Sammlung eine kostbare Tiefe.
Kluge Köpfe, Freunde und Wegbegleiter unserer Tage haben in den drei Katalogen über diese Werke geschrieben – persönlich, passioniert, poetisch. Ihre Texte tragen den bewußten Abschied des Sammlers, ein Kraftfeld für einen energischen Neuanfang.

Pressemeldung (PDF) vom 29. September 2018

Broschüre ExilMuseum (PDF)

Ansprechpartner: Dr. Stefan Körner

 

 

Ausgewählte Ergebnisse

Nachverkauf: Sie haben die Möglichkeit, bis Ende Dezember 2018 auf bisher unverkaufte Losnummern in unseren Auktionen vom 25. / 26. Oktober ein Gebot abzugeben. In der Katalogansicht mit der Auswahl Nachverkauf werden Ihnen diese Werke angezeigt. Mit der Auswahl Alle Lose können Sie alle Ergebnisse sehen.

Oskar Kokoschka

„Selbstbildnis“. 1920

Am 26. Oktober 2018 verkauft für 362.500 EUR (inkl. Aufgeld)

Käthe Kollwitz

„Abschied“. 1910

Am 26. Oktober 2018 verkauft für 437.500 EUR (inkl. Aufgeld)

Henri Matisse

„La Persane“. 1929

Am 26. Oktober 2018 verkauft für 250.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Andy Warhol. „Hand with ink pen“. Um 1953. Am 26. Oktober 2018 verkauft für 50.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Edgar Degas. Cavalier. 1866/73. Am 25. Oktober 2018 verkauft für 118.750 EUR (inkl. Aufgeld)

Henri de Toulouse-Lautrec. „Snobisme ou Chez Larue“. 1897. Am 25. Oktober 2018 verkauft für 356.250 EUR (inkl. Aufgeld)

Otto Freundlich. Petite Composition. Um 1937. Am 26. Oktober 2018 verkauft für 52.500 EUR (inkl. Aufgeld)

Antoine Watteau. „Étude de jeune homme assis, la jambe droite et la main levées“. Am 25. Oktober 2018 verkauft für 87.500 EUR (inkl. Aufgeld)

Martin Drolling. Der Sohn des Künstlers, lesend. Um 1800. Am 25. Oktober 2018 verkauft für 15.625 EUR (inkl. Aufgeld)

Lovis Corinth. Vase mit Blumen. 1925. Am 26. Oktober 2018 verkauft für 125.000 EUR (inkl. Aufgeld)

© VG Bild-Kunst, Bonn 2018
© Elisabeth Nay-Scheibler, Köln/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
© Fondation Oskar Kokoschka/ VG Bild-Kunst, Bonn 2018
© Succession Picasso / VG Bild-Kunst, Bonn 2018