Vom 26. März bis 04. Mai zeigen wir in der Fasanenstraße die Ausstellung „Gruppe Normal – Die anderen Jungen Wilden“ mit Bildern von Peter Angermann, Jan Knap und Milan Kunc. Die drei Maler aus Oberfranken und der damaligen Tschechoslowakei trafen sich in den frühen 1970ern an der Düsseldorfer Kunst Akademie – im Umfeld der Klasse von Joseph Beuys. Auf dessen Aktionskunst antworteten sie mit der Hinwendung oder Rückkehr zur Malerei. Einer Malerei allerdings, die mit den expressiven Bildern der sogenannten ‚Jungen Wilden‘ wenig gemein hatte, die dann ab dem Ende der 1970er über die Kunstwelt hereinbrachen. Dem Geniekult der Beuys‘schen Aktionen und der Unmittelbarkeit des künstlerischen Ausdrucks der Maler und wenigen Malerinnen vom Moritzplatz, der Mülheimer Freiheit oder der ‚Hetzler-Boys‘ setzten sie ihre traditionelle Handwerklichkeit entgegen und feierten - zumindest auf den ersten Blick – Tradition und heile Welt.
Normal war an dieser Gruppe Normal dementsprechend von Anfang an wenig. Ihre Bilder kommen altmeisterlich und zugleich, naiv, ironisch, subversiv politisch daher. Sie hatten viel Humor oder sollten zumindest immer auch so gelesen werden. Dabei waren sie vor allem eines nicht: Bad Painting, also dem Zeitstil entsprechen bewusst schnell und unkünstlerisch gemalt. Bei Angermann, Knap und Kunc treffen wir eine Heilige Familie beim Picknick, steht Omas Sofa im Weizenfeld und ist der Maler ein Herz mit Flügeln, umgeben von Panzern und Fabrikschloten.
In Europa, vor allem in Deutschland, wurden sie schnell und mitunter bis heute unter Kitsch und Schlimmerem subsumiert. In New York hingegen nahmen sie 1980 neben Jean-Michel Basquiat, Kenny Scharf oder Keith Harings an der legendären Times Square Show teil. George Condo war in SoHo Ateliernachbar Milan Kunc‘ und kam mit ihm in den 1980ern nach Köln.
Wie viele Künstlergruppen bleibt auch die Düsseldorfer Gruppe Normal nicht lange zusammen. Nach nur einem Jahr trennte man sich wieder, um die gemeinsame künstlerische Idee selbstständig weiter zu verfolgen. In dieser kurzen Zeit entstehen allerdings atemberaubende Gemeinschaftswerke. Diese bilden den Kern der Präsentation in der Villa Grisebach, die ca. 20 Arbeiten der drei Künstler aus den 1970er und 80er umfassen wird.
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