Eröffnung
Dienstag, 14. April, 18 bis 20 Uhr
Ausstellung
15. April bis 14. Mai 2026
Filmvorführungen
Paris Calligrammes; Deutschland/Frankreich 2019, Länge: 129min, DCP, 1:1,85
Mo-Fr, jeweils 15 Uhr
Fasanenstraße 27, 10719 Berlin
Eröffnung
Dienstag, 14. April, 18 bis 20 Uhr
Ausstellung
15. April bis 14. Mai 2026
Filmvorführungen
Paris Calligrammes; Deutschland/Frankreich 2019, Länge: 129min, DCP, 1:1,85
Mo-Fr, jeweils 15 Uhr
Fasanenstraße 27, 10719 Berlin
Die Ausstellung widmet sich dem vielschichtigen Werk einer der bedeutendsten Stimmen des internationalen Autorenkinos und eröffnet zugleich einen intimen Einblick in Ulrike Ottingers künstlerische Praxis. Im Zentrum stehen ihre Dreh- und Arbeitsbücher, die weit über ihre funktionale Rolle hinausgehen: Jedes einzelne entfaltet sich als eigenständiges Kunstwerk innerhalb des Ottinger’schen Kosmos. In ihnen verbinden sich Bilder, Texte, Collagen und visuelle Notationen zu dichten Kompositionen voller Schönheit, Humor und intellektueller Präzision – Qualitäten, die auch ihre Filme prägen.
Ergänzt wird die Präsentation durch eine Auswahl von Textilarbeiten und Wandteppichen, die Ottinger in den 2019er Jahren realisierte. Diese Werke greifen Motive und Bildsprachen früherer malerischer Arbeiten auf und übersetzen sie in eine neue, materielle Form. Fäden, Stoffe und Strukturen werden hier zu Trägern von Erinnerung und Transformation – zu Texturen im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der Ausstellung ist die tägliche Vorführung von Ottingers Film Paris Calligrammes (2019). In diesem Werk verwebt die Künstlerin historisches Archivmaterial mit eigenen filmischen und künstlerischen Arbeiten zu einem vielschichtigen Soziogramm ihrer Zeit als bildende Künstlerin im Paris der 1960er Jahre. Geprägt von politischen Umbrüchen entfaltet sich die Stadt als ein Ort zwischen Traumabewältigung und utopischem Aufbruch: von den Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs über den Algerienkrieg bis hin zu den Protesten von 1968.
Die 1942 geborene Ottinger zählt seit den 1970er Jahren zu den prägenden Figuren des deutschen und internationalen Films und gilt als wegweisende Pionierin des Queer Cinema. Ihre Arbeiten überschreiten konsequent die Grenzen zwischen Spielfilm, Dokumentation und Essayfilm und sind zugleich Teil eines umfassenden künstlerischen Gesamtwerks. Dieses speist sich aus historischen, anthropologischen und ethnologischen Perspektiven und verbindet unterschiedliche Medien wie Sprache, Musik, Malerei, Installation, Kostüm, Architektur und Performance zu immer neuen, vielschichtigen Konstellationen.
Mit „Texturen“ eröffnet Grisebach einen Raum, in dem sich diese künstlerischen Fäden kreuzen, überlagern und neu verknüpfen – ein Geflecht aus Bildern, Materialien und Geschichten, das die Singularität von Ulrike Ottingers Werk eindrucksvoll erfahrbar macht.