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Berlin, 7. Dezember 2021: Spektakuläre Erfolge bei Grisebach – die Ergebnisse der Jubiläumsauktionen in Berlin

Fulminant! Insgesamt spielten die Jubiläumsauktionen mit sechs Auktionen an drei Tagen bei einer mittleren Schätzung von 16 Millionen Euro eine Summe von 25 Millionen Euro ein – eines der besten Ergebnisse der 35-jährigen Grisebach-Geschichte. Unser Jubiläum wurde bei den Auktionen in der Fasanenstraße mit spektakulären Verkaufsquoten und fünf Millionen-Ergebnissen gefeiert.


Die Abendauktion mit Ausgewählten Werken von Emil Nolde bis Kenneth Noland wurde zu einem Fest der Gebote mit reger Beteiligung im Saal, an den Telefonen und über das Internet. Die höchste Steigerung erfuhr das singuläre Selbstporträt von Otto Dix von 1913, das von 200.000 EUR in einem langen und sehr spannenden, internationalen Bietgefecht erst bei 1.585.000 EUR einem Sammler in der Türkei zugeschlagen wurde. Schon die vorherige Losnummer, Max Beckmanns wiederentdeckte „Badende mit grüner Kabine und Schiffern in roten Hosen“, ging mit starken 2.305.000 EUR in die Sammlung eines internationalen Museums.


Nicht nur die anrührende Geschichte – Emil Nolde schenkte das „Meer (I)“ seiner jungen Frau Jolanthe zu Weihnachten – sorgte dafür, dass das farbglühende Gemälde seine Schätzung weit mehr als verdoppelte und für 2.770.000 EUR in eine norddeutsche Privatsammlung ging. Ergebnisse von internationalem Niveau waren auch die Millionenergebnisse Nr. 4 und 5: für Max Liebermanns impressionistische „Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“, die für 1.045.000 EUR einen neuen Besitzer fand und auch die 1.225.000 EUR, die ein norddeutscher Sammler für Moholy-Nagys „Space Modulator Experiment, Aluminum 5“ bewilligte. Heiß umkämpft war die „Modeschau“ von Hannah Höch, eine Collage von 1925/35, die den Schätzpreis mit 300.000 EUR verdoppelte. Weltrekorde wurden mit der zeitgenössischen Kunst für Norbert Schwontkowskis „The Battle“ mit 175.000 EUR und Karl Horst Hödickes „Potsdamer Platz III“ mit 325.000 EUR erzielt. Allein die Auktion mit Ausgewählten Werken erzielte 13,7 Millionen Euro.


Einen äußert erfolgreichen Auftritt hatte die Zeitgenössische Kunst im Jubiläumsjahr: sowohl im Rahmen der Auktion Sammlung Berliner Sparkasse, als auch in den Ausgewählten Werken und der Auktion Zeitgenössische Kunst.


Die Grisebach anvertrauten Werke aus der Sammlung der Berliner Sparkasse erbrachten insgesamt 3,5 Millionen Euro und verdoppelten damit knapp die untere Schätzung. Die höchsten Ergebnisse erzielten hier Maria Lassnigs „Hände“ von 1989 mit 550.000 EUR, Markus Lüpertz’ Weintraube von 1971 mit 325.000 EUR und Per Kirkebys „Die Zeit nagt I“ von 1992 mit 325.000 EUR. Ein neuer Auktionsrekord wurde für Rainer Fetting erzielt, „Mauer am Südstern“ von 1988 ist mit 168.750 EUR das Teuerste je auf einer Auktion versteigerte Werk des Künstlers. 68 weitere Werke der Sammlung werden ab dem 11. Februar 2022 im Rahmen einer Online-Only-Auktion bei Grisebach versteigert.


Spannende, internationale Bietgefechte im Saal und an den Telefonen mit beeindruckenden Preissteigerungen kamen auch bei der Auktion Zeitgenössische Kunst am 3. Dezember zustande: Spielend kletterte A.R. Pencks farbenfrohes Gemälde „Spielen und Bauen“ von 2002, das Hauptlos des Katalogs, auf 237.500 EUR, und Daniel Richters irisierende geisterhafte „Gruppe“ von 2004 konnte seinen unteren Schätzpreis verdoppeln und erzielte 75.000 EUR. André Butzers schelmischer Friedenssiemens „Ohne Titel (F.S.)“ ging für 137.500 EUR in eine kalifornische Privatsammlung, und für Helmut Middendorfs elektrisierendes 2-teiliges Gemälde „City of the Red Nights II“ von 1982 konnte mit 125.400 EUR ein weiterer Auktions-Weltrekord erzielt werden.


Einen erfolgreichen Auftakt bildete die Versteigerung der Kunst des 19. Jahrhunderts. Das Hauptlos der Auktion, Max Liebermanns ergreifendes Frühwerk „Der Witwer“ von 1873, sicherte sich eine internationale Privatsammlung für 337.500 EUR. Auf großes Interesse stieß auch Carl Schuchs Meisterwerk „Ingwertopf mit Orangenhälfte“ von 1885/1888. Es wurde zum Weltrekordpreis von 287.500 EUR versteigert und geht zurück in Schuchs Heimat nach Österreich. Ausdauernde Bietgefechte löste Carl Spitzwegs Ikone „Die erste Eisenbahn“ aus, das für 96.250 EUR in eine norddeutsche Privatsammlung gelangt. Aber auch der von Grisebach gefeierte französische Marinemaler Théodore Gudin, dessen farbgewaltiger rauchender Vesuv von geschätzten 6.000 EUR auf 50.000 EUR kletterte. Ernst Ferdinand Oehmes wiederentdecktes Meisterwerk „Tiroler Landschaft mit Burg Naudersberg“ wird in Zukunft im Schwedischen Nationalmuseum in Stockholm zu sehen sein, es wurde für 125.000 EUR zugeschlagen.
 
Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die Dresdner Schule um 1900 mit Max Pietschmann, dessen Ölstudien und Zeichnungen die moderaten Schätzpreise vervielfachten, mit Osmar Schindler, dessen bekrönter liegender männlicher Akt von 4.000 EUR mit 26.250 EUR sogar mehr als verfünffachte, und mit Richard Müller, dessen „Ländliche Idylle“ (Frauenakt im Stall) für 62.500 EUR den Besitzer wechselte.


Das Coverlos der Auktion „The Art of Photography – A New York Collection”, Helmut Newtons ikonisches Diptychon „Sie Kommen“ (Dressed/Naked) von 1981, wurde für 200.000 EUR verkauft und ging in eine amerikanische Privatsammlung. Das wohl berühmteste Modephoto des 20. Jahrhunderts, „Dovima with Elephants“ von Richard Avedon, wechselte für 112.500 EUR in die Schweiz und Robert Doisneaus „Le Regard oblique“ (32.500 EUR) sowie Henri Cartier-Bressons „Gestapo Informer, Dessau“ (22.500 EUR) gingen in dieselbe Privatsammlung in die USA.


Grisebach blickt mit einem Jahresumsatz von 53,5 Millionen Euro auf ein überaus erfolgreiches Jubiläumsjahr zurück.


Micaela Kapitzky

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

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Berlin, 1. November 2021: Marktfrische Meisterwerke und Spitzensammlungen – die Jubiläumsauktionen 2021 bei Grisebach

Gleich zwei Millionenwerke, die sich jahrzehntelang in Privatbesitz befanden und beide zum ersten Mal auf den Kunstmarkt kommen, sind die Stars der diesjährigen Jubiläumsauktionen in Berlin: „Meer (I)“ von Emil Nolde aus dem Jahr 1947 – ein Weihnachtsgeschenk des Künstlers an seine späte Liebe Jolanthe, die es lebenslang in ihrem Besitz behielt, bevor das Gemälde für viele Jahre als Leihgabe an das Berliner Brücke-Museum ging (EUR 1.000.000/1.500.000). Eine spektakuläre Wiederentdeckung ist Max Beckmanns „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“. Entstanden ist dieses persönlich motivierte Schicksalsbild anlässlich eines Ferienaufenthalts in Zandvoort in bewegten Zeiten im Jahr 1934. Seit über 80 Jahren befindet es sich in Familienbesitz und wurde 1964 zum letzten Mal öffentlich ausgestellt (EUR 1.000.000/1.500.000).


Hervorzuheben ist in der Auktion „Ausgewählte Werke“ vom 2. Dezember auch Max Liebermanns impressionistisches Meisterwerk „Die Große Seestraße in Wannsee mit Spaziergängern“, ein Gemälde von Museumsqualität, das zur eindrücklichen Feier des Augenblicks, des Lichts und der Farben wird (EUR 500.000/700.000). Eine absolute Seltenheit ist Otto Dix‘ „Selbstbildnis“ von 1913, ein existentielles Bekenntnis des Malers, welches sich seit fast 60 Jahren in Familienbesitz befindet (EUR 200.000/300.000). Besonderes Augenmerk verdient auch das Hauptwerk Heinrich Maria Davringhausens aus dem Jahr 1917: In seinem unverwechselbar visionären Stil porträtiert der Maler einen Künstlerkollegen, den Dichter Theodor Däubler, der hier als Seher und Weltenrichter figuriert (EUR 300.000/400.000).


Eine bezaubernde Rarität ist die „Modeschau“ von 1925/1935 der Dadaistin Hannah Höch - eine Collage, mit der die Künstlerin den Umbruch im künstlerischen und weiblichen Selbstbewusstsein der 20er-Jahre inszeniert (EUR 100.000/150.000). Mit „Metagrün“ (1963), einer kraftvollen Komposition im Spannungsfeld von Farbe und Zeichnung von Ernst Wilhelm Nay, wird ein bedeutendes, großformatiges Gemälde eines der wichtigsten deutschen Maler der Nachkriegszeit angeboten (EUR 300.000/400.000).


Auch aus dem Bereich der Zeitgenössischen Kunst stehen hochkarätige Werke mit hervorragenden Provenienzen in der Offerte der „Ausgewählten Werke“: „Sun Dried: Japanese Space“ des amerikanischen Künstlers Kenneth Noland aus dem Jahre 1963 war Teil seiner historischen Ausstellung „A Retrospective“ im New Yorker Guggenheim Museum und ist eines der ersten Beispiele einer Shaped Canvas in der amerikani-schen Kunstgeschichte (EUR 400.000/600.000). Mit Alex Katz ist ein zweiter großer amerikanischer Künstler vertreten: „Black Bathing Suit“ von 1997 besticht durch die typisch unverwechselbare Verbindung von Reduktion und Figuration und durch das Blau als grenzenlos assoziativer Raum (EUR 280.000/350.000). Highlights der Versteigerung sind Karl Horst Hödickes Tryptichon „Potsdamer Platz III“ von 1977, eines der frühen Hauptwerke des Künstlers (EUR 150.000/200.000), sowie Norbert Schwontkowskis „The Battle“ von 2011, ein besonders schönes Beispiel für Schwontkowskis poetische, magische Bildsprache (EUR 30.000/40.000).


Im Rahmen der Auktion Zeitgenössische Kunst am 3. Dezember wird unter anderem der zweite Teil von Werken wie Annette Kelm, Thomas Demand oder Jonathan Meese versteigert, die die Geschichte der KW Institute for Contemporary Art und der Berlin Biennale in den letzten 30 Jahren maßgeblich geprägt haben und die das einzigartige Ausstellungsprogramm der vergangenen drei Jahrzehnte reflektieren. Mit dem Erlös werden zukünftige Projekte der KW und der Berlin Biennale unterstützt.


Hochkarätige Werke etablierter deutscher Künstler aus dem Angebot der Zeitgenössischen Kunst sind unter anderem A.R. Pencks „SPIELEN UND BAUEN“ von 2002, ein typisches Beispiel für die Spannung zwischen System und Anarchie, von der das gesamte Schaffen des Künstlers lebt (EUR 150.000/200.000) und Helmut Middendorf greift in dem 1982 entstandenen Bild „City of the red nights II.“ das unbeschwerte Großstadt-Lebensgefühl der beginnenden 1980er-Jahre auf: exzessiv, beschwingend und farbgewaltig.


Am 2. Dezember werden in einer eigenen Auktion hochkarätige Werke zeitgenössischer Künstler aus der bedeutenden Sammlung der Berliner Sparkasse angeboten und in einer eigenen Vorbesichtigung vom 12. bis 18. November präsentiert. Darunter fünf frühe Arbeiten von Neo Rauch, die eine Sammlung innerhalb der Sammlung bilden und von der typisch rätselhaften und mystischen Bildsprache des Künstlers bestimmt sind (zwischen EUR 40.000–120.000). Besondere Hervorhebung verdient hier auch Maria Lassnigs Gemälde „Hände“ von 1989 als signifikante Arbeit einer der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart (EUR 180.000/240.000), eine von Christos großen farbigen Collagen des „Wrapped Reichstag (Project for Berlin)“ von 1994 (EUR 300.000/400.000), Markus Lüpertz‘ opulente malerische Geste „Traube“ von 1971 (EUR 100.000/150.000) sowie gleich zwei abstrahierte Landschaften Per Kirkebys‘: „Soem-Sommer“ von 1988 und „Die Zeit nagt I” von 1992 (EUR 120.000/150.000 resp. EUR 150.000/200.000). Ein Höhepunkt der Versteigerungen ist eine großformatige, spannungsvolle Papierarbeit des Amerikaners Christopher Wool von 1989 – ein eindrucksvolles Beispiel für seine künstlerische Praxis des Non-Finito (EUR 300.000/400.000). Der Erlös von der Versteigerung dieser Kunstsammlung wird gesellschaftlichen Einrichtungen in Berlin zugutekommen, für die sich die Berliner Sparkasse als eine der größten Förderinnen des Gemeinwohls in Berlin umfassend engagiert.


„The Art of Photography – A New York Collection“: Über 120 Lose von musealer Bedeutung und atemberaubender Schönheit aus einer spektakulären US-amerikanischen Sammlung werden in der Auktion Photographie vom 1. Dezember aufgerufen. Spitzenlos ist Helmut Newtons legendäres Diptychon „Sie Kommen“ (Dressed/Naked), entstanden 1981 für die französische VOGUE: Vier Frauen, nackt, nur auf High Heels, und in gleicher Anordnung bekleidet und gestylt marschieren durch das Studio. Newton betont mit dieser Ikone der Fotografie, dass Nacktheit nicht nur erotisch ist, sondern durchaus auch ein Statement sein kann, geladen von Selbstbewusstsein und Energie (EUR 150.000/200.000). Ein weiteres Glanzstück ist Richard Avedons „Dovima with Elephants“ von 1955 – wohl das berühmteste Modephoto des 20. Jahrhunderts, das von einer Goldenen Ära des Glamours berichtet (EUR 100.000/150.000). Das wohl bedeutendste Foto von Rudolf Koppitz, ist die sogenannte „Bewegungsstudie“. Der signierte Bromölumdruck stammt von 1925 und stellt auf dem Markt eine begehrte Rarität dar (EUR 100.000/150.000).


An der Spitze des Angebots der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts steht „Der Witwer“ von 1873 von Max Liebermann, ein skandalträchtiges und zugleich gefeiertes Frühwerk des Künstlers (EUR 250.000/350.000). Seit über 100 Jahren ist Carl Schuchs „Ingwertopf mit Orangenhälfte“ in Familienbesitz, ein philosophisch zu deutendes Bild, in dem Schuch Licht und Farbe in malerische Vibration versetzt (EUR 120.000/150.000). Das Hauptwerk von Théodore Gudin, das „Schiffswrack bei Castello sul Mare in Rapallo“, stammt aus dem persönlichen Besitz von Zar Nikolaus I. und wurde unter anderem in der St. Petersburger Eremitage ausgestellt (EUR 40.000/60.000). Die „Tiroler Landschaft mit Burg Naudersberg“ von 1847 von Ernst Ferdinand Oehme ist ein Hauptwerk der Dresdener Romantik und die Wiederentdeckung eines 100 Jahre verschollenen Museumsstücks (EUR 100.000/150.000, Auktion Ausgewählte Werke).


Insgesamt werden bei den Winterauktionen vom 1. bis 3. Dezember 574 Kunstwerke mit einem unteren Schätzpreis von insgesamt EUR 16 Mio. in sechs Auktionen versteigert. Die Vorbesichtigung aller Werke in Berlin an drei Standorten in der Fasanenstraße (25, 27, 73) findet vom 23. bis 30. November statt. Die Sondervorbesichtigung Sammlung Berliner Sparkasse eine Woche davor, vom 12. bis 18. November.


Micaela Kapitzky

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Berlin, 18. Oktober 2021: „The Art of Photography – A New York Collection“ – Jubiläumsauktionen 2021 bei Grisebach

Grisebach freut sich, im Rahmen der Jubiläumsauktionen am 1. Dezember in Berlin knapp über 120 Losnummern aus einer US-amerikanischen Sammlung anbieten zu dürfen. Eine spektakuläre Offerte mit einer unteren Schätzung von 1,3 Mio EUR, darunter Werke von musealer Bedeutung und atemberaubender Qualität und Schönheit. Dieses Angebot beweist das Vertrauen in den deutschen Markt und - in unsere Expertise.


Spitzenlos der Auktion ist Helmut Newtons legendäres Diptychon „Sie Kommen“ (Dressed/Naked). Entstanden 1981 für die französische VOGUE, handelt es sich um eine Ikone aus dem Œuvre Newtons: Vier Frauen im Studio marschierend, nackt, nur auf High Heels. In gleicher Konstellation und Anordnung gehen die Frauen gestylt in Kleidern ein weiteres mal durch den Raum, und im Vergleich der beiden Bilder wird bewusst, dass Nacktheit nicht nur einfach erotisch ist, sondern durchaus auch ein Statement, geladen von Selbstbewusstsein und Energie (EUR 150.000/200.000). Ein weiteres Glanzstück stammt vom Meister der absoluten Schönheit: Richard Avedons „Dovima with Elephants“ von 1955, zeigt das Topmodel Dovima, gekleidet in ein schwarzes Abendkleid mit Schärpe von Christian Dior zwischen zwei Zirkuselefanten. Die Figuren werden zur Allegorie, greift die Aufnahme doch auch das Märchen „Die Schöne und das Biest“ auf. Das Bild ist wohl das berühmteste Modephoto des 20. Jahrhunderts und berichtet von einer Goldenen Ära des Glamours (EUR 100.000/150.000).


Das wohl berühmteste Werk von Rudolf Koppitz, dem führenden internationalen Vertreter des Symbolismus in der Photographie, ist die sogenannte „Bewegungsstudie“, die eine Gruppe Tänzerinnen in einer Dreiecksformation zeigt. Der signierte Bromölumdruck stammt von 1925 und stellt auf dem Markt eine begehrte Rarität dar (EUR 100.000/150.000). Neben diesen drei ikonischen Arbeiten, finden sich in der Sammlung viele weitere herausragende Stücke: im Bereich der Dokumentations- und Reportagephotographie Dorothea Lange, Henri Cartier-Bresson und Margaret Bourke-White, amerikanische Granden wir Robert Frank, Harry Callahan, Edward Weston, Künstlerporträts (George Braque, Georgia O’Keeffe, Igor Strawinsky) des Großmeisters Arnold Newman, Albert Renger-Patzsch’s  „Bäumchen“, ein großformatiges Fotogramm von László Moholy-Nagy aus dem Jahr 1922 (EUR 75.000/90.000). Ein besonders hervorzuhebendes Los ist sicherlich auch William Egglestons ‚Morals of Vision‘ von 1978: mit seinen nach über vierzig Jahren noch ganz frischen acht Farbaufnahmen der amerikanischen Landschaft und Lebensbühne gehört es wohl mit zu dem Bedeutendsten dieser Sammlung (EUR 40.000/60.000).

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Berlin, 28. September 2021: Hochkarätige Werke aus der Sammlung der Berliner Sparkasse – Jubiläumsauktionen 2021 bei Grisebach

Am 2. Dezember kommt es zu einem weiteren Höhepunkt der Jubiläumsauktionen bei Grisebach: Wir freuen uns, hochkarätige Werke zeitgenössischer Künstler aus der bedeutenden Sammlung der Berliner Sparkasse versteigern zu dürfen. Über 50 ausgewählte Kunstwerke aus dieser vielschichtigen und qualitätvollen Sammlung der Kunst der 1990er Jahre, die eine neue Zeit nach der Maueröffnung und den Aufbruch Berlins in einer der spannendsten Phasen der Stadtgeschichte reflektiert, werden in einem Sonderkatalog und im Rahmen einer eigenen Vorbesichtigung präsentiert.


Highlights der Auktion sind die sieben frühen Arbeiten von Neo Rauch, die eine Sammlung innerhalb der Sammlung bilden und von der typisch rätselhaften und mystischen Bildsprache des Künstlers bestimmt sind (zwischen 40.000–120.000 EUR), Maria Lassnigs „Hände“ von 1989 als signifikante Arbeit einer der wichtigsten Künstlerinnen der Gegenwart (180.000–240.000 EUR), eine von Christos großen farbigen Collagen des „Wrapped Reichstag (Project for Berlin)“ von 1994 (300.000–400.000 EUR), Markus Lüpertz‘ opulente malerische Geste „Traube“ von 1971 (100.000–150.000 EUR) sowie gleich zwei abstrahierte Landschaften Per Kirkebys‘: „Søm-Sommer“ von 1988 und „Die Zeit nagt I.” von 1992, deren Formen maßgeblich durch die Farbgebung definiert werden (120.000–150.000 resp. 150.000–200.000 EUR). Ein weiterer Höhepunkt der Versteigerungen ist eine großformatige, spannungsvolle Papierarbeit des Amerikaners Christopher Wool von 1989 – eindrucksvolles Beispiel für seine künstlerische Praxis des Non-Finito (Schätzpreis 300.000–400.000 EUR). Der Erlös wird gesellschaftlichen Einrichtungen in Berlin zugutekommen, für die sich die Berliner Sparkasse als einer der größten Förderin des Gemeinwohls in Berlin umfassend engagiert.


Insgesamt werden im Dezember über 50 Kunstwerke in einem exklusiven Katalog bei Grisebach angeboten. 68 weitere Werke werden im ersten Halbjahr 2022 im Rahmen einer Online Only Auktion ebenfalls bei
Grisebach versteigert.


Die Sondervorbesichtigung in Berlin findet vom 12. bis 18. November in der Fasanenstraße 25 und 27 statt.


Micaela Kapitzky

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Berlin, 30. August 2021: Eine Wiederentdeckung: Max Beckmanns Meisterwerk „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“ von 1934 aus Privatbesitz

Wir freuen uns sehr, Ihnen bereits heute ein erstes Highlight unserer kommenden Jubiläumsauktionen vom 1. bis 3. Dezember präsentieren zu dürfen: Max Beckmanns „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“.

Das Gemälde wurde unmittelbar nach seiner Entstehung direkt im Atelier des Künstlers erworben. Seitdem befand es sich ununterbrochen in Familienbesitz. Der kürzlich erschienene überarbeitete Catalogue Raisonné der Gemälde von Max Beckmann vermerkt zu dem Bild: Verbleib unbekannt. Im Archiv der Sammlerfamilie erhaltene Korrespondenz legt nahe, dass das Bild erstmalig 1956 im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf ausgestellt war. 1964 waren „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“ in der Sonderausstellung „Deutsche Kunst im 20. Jahrhundert Malerei und Plastik aus Privatbesitz“ des Suermondt-Museum Aachen ein weiteres – und letztes Mal! – in der Öffentlichkeit zu sehen.

Das bislang nur in Schwarz-Weiß-Abbildungen überlieferte Meisterwerk kann nun erstmals in seiner vollen Pracht bei Grisebach entdeckt werden.

Nach einem Aufenthalt in Zandvoort, dem Badeort an der niederländischen Küste, der zu einem der bevorzugten Urlaubziele des Künstlers gehörte, entstand das Bild im Sommer 1934 im Berliner Atelier. Beckmann schildert hier die von ihm seit seiner Jugend geliebte Meerlandschaft. Nur von wenigen Menschen bevölkert, begeistert das Gemälde durch den meisterhaften Rhythmus der gestaffelten Bildelemente und eine sublim leuchtende Himmelszone von großer Schönheit.

Einmal mehr unterstreicht Grisebach mit diesem Bild seine über Jahrzehnte gefestigte Position in Deutschland als Instanz im Handel mit Werken Max Beckmanns. Im Jahr 2018 konnte mit 5,5 Millionen Euro für Beckmanns „Ägypterin“ der höchste Preis jemals für ein Gemälde auf einer Auktion in Deutschland erzielt werden. Micaela Kapitzky, Grisebach Geschäftsführerin und Expertin für Moderne Kunst, sagt: „Beckmanns „Badende mit grüner Kabine und Schiffern mit roten Hosen“ von 1934 ist ein signifikantes Beispiel für Beckmanns Malerei der frühen dreißiger Jahre und zugleich ein Werk des Übergangs. Drei Jahre nachdem es geschaffen wurde, emigrierte der von den Nationalsozialisten verfemte Künstler nach Paris, ein Jahr später nach Amsterdam. Wir freuen uns sehr, dass uns dieses Meisterwerk anvertraut wurde und wir ein weiteres Mal, ein so hochbedeutendes Werk von Max Beckmann versteigern dürfen.“

Berlin, 30. August 2021

Pressekontakt
Sarah Buschor
T +49 (0)30 885915 65
sarah.buschor@grisebach.com

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Berlin, 30. Juli 2021: Zeitlose Eleganz: Die Fotokunst von George Hoyningen-Huene

Grisebach freut sich, anlässlich der BERLIN PHOTO WEEK eine Sonderausstellung über das Werk von George Hoyningen-Huene (1900-1968) zu zeigen. 

Wie kein anderer verstand es Hoyningen-Huene, meistens lediglich als Huene bekannt, Kunst, Mode und Kino miteinander zu verbinden. Er arbeitete vor allem in Paris, New York und Hollywood und erlangte zunächst internationalen Ruhm für seine sehr anspruchsvolle Mode- und Porträtfotografie. Seine sorgfältig ausgeleuchteten Studiokompositionen mit Elementen der Moderne, des Neoklassizismus und des Surrealismus machten Huene von 1926 bis 1935 zu einem der führenden Fotografen der Zeitschriften Vogue und Vanity Fair, später auch von Harper’s Bazaar und einem der wichtigsten Chronisten innerhalb der miteinander verflochtenen Welten von Kunst, Mode, Design, Film und High Society. Von seinen Zeitgenossen verehrt, inspirierte er auch nachfolgende Generationen von Fotografen und Filmemachern in aller Welt. Richard Avedon bezeichnete Huene als “ein Genie, der Meister von uns allen”. 

Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen dem George Hoyningen-Huene Estate Archives, Benjamin Jäger, dem Art Director der BERLIN PHOTO WEEK und Grisebach. Rund 50 Fotografien aus Huenes außergewöhnlicher Karriere werden bei Grisebach gezeigt. Ausgestellt werden nicht nur seine eleganten Couture-Mode-Shootings, sondern auch seine glamourösen Porträts von Bühnen- und Leinwandstars sowie Fotografien seiner zahlreichen Reisen durch Europa und Afrika. Seltene Abzüge aus dem Archiv werden neben außergewöhnlichen großformatigen Platin-Palladium-Abzügen gezeigt. Einige der Fotografien werden zum ersten Mal öffentlich präsentiert. 

In dem ersten Teil der Ausstellung wird Huenes Einfluss auf Modemagazine beleuchtet, für die er mit den Topmodels seiner Zeit, wie Lisa Fonssagrives und Toto Koopman arbeitete. Zwei seiner Lieblingsmodelle waren die deutsche Agneta Fischer und die Amerikanerin Lee Miller, die beide später selbst Fotografinnen wurden. Er brachte Anmut und Natürlichkeit in seine Fotoshootings der exklusiven Couture-Kreationen von Designern wie Balenciaga, Chanel, Lanvin, Schiaparelli und Vionnet, und er galt als Spezialist für elegante Inszenierung von Bademode.

Der zweite Teil der Ausstellung widmet sich der Portraitfotografie von Huene. Die Filmindustrie hatte Huene seit seiner Jugend fasziniert. Dutzende von Schauspielern und Künstlern wurden von ihm abgelichtet und er bereitete sich auf jedes Shooting aufs Neue vor, denn er strebte danach, die unterschiedlichen Charaktereigenschaften der jeweiligen Hollywood-Idole festzuhalten. So portraitierte er unter anderem Gary Cooper, Marlene Dietrich und Anna May Wong in den 1930er Jahren, Rita Hayworth und Katharine Hepburn in den 1940er Jahren, Greta Garbo in den 1950er Jahren und Ava Gardner in den 1960er Jahren. 

Irgendwann wurde ihm sein Studio zu eng und getrieben von dieser Unruhe, begab er sich mit seiner Kamera auf eine Reihe von Reisen, aus denen fünf Bücher hervorgingen: African Mirage, the Record of a Journey (1938); Hellas (1943); Egypt (1943); Mexican Heritage (1946); und Baalbek/Palmyra (1946). Der dritte Teil der Ausstellung widmet sich Huenes atemberaubenden Landschaftsbildern und ungeschönten Porträts von Menschen, denen er überall auf der Welt begegnete.

Das letzte Kapitel der Ausstellung befaßt sich mit den beeindruckenden Platin-Palladium-Abzügen, die für ihre Langlebigkeit und ihr reiches Tonwertspektrum berühmt sind. In den 1960er Jahren begann Irving Penn mit dem Platin-Palladium-Verfahren zu experimentieren und andere folgten, darunter auch sein Fotografenkollege Horst P. Horst. 1968 hatte Huene sein Archiv Horst P. Horst vermacht, und in den 1980er Jahren begann Horst, von Huenes Negativen Platin-Palladium-Abzüge herzustellen, die von Museen und Sammlern erworben werden konnten. Diese außergewöhnlichen Abzüge haben eine satte, matte Oberfläche und ihre Tonwerte reichen von samtigen Schwarztönen bis hin zu einer Vielzahl von Grautönen und zarten Weißtönen. Die Ausstellung beinhaltet 15 der unter Horsts Anleitung entstandenen Abzüge, darunter ikonische Bilder wie z.B. Divers (1930). Im Jahr 2020 hat der Estate eine neue Serie von Platin-Palladium-Abzügen in streng limitierter Auflage herausgebracht, von denen einige dieser spektakulären Abzüge erstmals in Deutschland zu sehen sein werden. 

Zu seinen Lebzeiten war Huene in wegweisenden deutschen Ausstellungen wie Film und Foto der 20er Jahre (1929) und während der Photokina (1963) vertreten. In jüngerer Zeit waren seine Bilder zwar in Ausstellungen zur Geschichte der Modefotografie zu sehen, eine Einzelausstellung zu seinem Werk gab es jedoch in Deutschland noch nie. Seine Arbeiten befinden sich in vielen hochkarätigen Sammlungen, darunter dem Getty Museum, Museum of Modern Art, Centre Georges Pompidou, Victoria and Albert Museum oder der Sammlung F.C. Gundlach.

Kontakt
Dr. Anna von Ballestrem

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Berlin, 14. Juni 2021: Sensationelle Verkaufsquoten, Millionenzuschläge und Rekorde bei Grisebach – die Ergebnisse der Sommerauktionen in Berlin

Zahlreiche Rekorde prägten die diesjährigen Sommerauktionen: Mit den 1.465.000 EUR* für das wunderbare Spätwerk „Reiter in der Allee bei Sakrow“ von Max Liebermann wurde nicht nur die Million geknackt und die Schätzung (500.000 – 700.000 EUR) verdoppelt, es ist auch die bislang höchste Summe, die via Internet auf einer Auktion in Deutschland geboten wurde.


In der kuratierten Abendauktion „Von Emil Nolde bis Neo Rauch“ konnte Grisebach zahlreiche Weltrekorde verzeichnen: Heinrich Vogelers ikonisches Werk „Träume II (auch ,Frühling‘ oder ,Erwartung‘)“ fand für 649.000 EUR* (SP: 200.000 – 300.000 EUR) einen neuen Besitzer in Berlin, der neue
Weltrekord für den neusachlichen Maler Carl Grossberg liegt nun bei 649.000 EUR* (SP: 300.000 – 400.000 EUR), das einzige Selbstporträt des Künstlers ging ins Rheinland und Konrad Luegs „Bockwürste auf Pappteller“ holten mit 437.500 EUR* (SP: 80.000 – 120.000 EUR) den Rekord für den Künstler. Einen Spitzenpreis erzielte auch Konrad Klaphecks „ähnliche Eltern“, das museale Werk ging nach einem langen Bietgefecht im Saal und an den Telefonen für 575.000 EUR* (SP: 200.000 – 300.000 EUR) in eine deutsche Privatsammlung. Das kleine Ölgemälde „Umgeschlagenes Blatt“ (1966) von Gerhard Richter bestätigte mit einem Ergebnis von 745.000 EUR* die Schätzung (600.000 – 800.000 EUR), die marktfrische und frühe Verwischung „Heidi“ des Künstlers konnte die Taxe weit hinter sich lassen und erzielte nach einem internationalen Bietgefecht starke 550.000 EUR* (SP: 280.000 – 350.000 EUR).


Fernando Boteros „Walking Woman in Profile“ fand für 550.000 EUR* (SP: 350.000 – 450.000 EUR) einen neuen Liebhaber in Norddeutschland, Alexej von Jawlenskys  „Sommertag in Ascona“ wurde für 425.000 EUR* (SP: 200.000 – 300.000 EUR) verkauft, und Franz Marcs „Grüne Studie“ von 1908 ging für 412.500 EUR* (SP: 300.000 – 500.000 EUR) in ein süddeutsches Museum. Ein weiteres Spitzenresultat erzielte das 1921 geschaffene „Selbstporträt“ aus der wichtigsten Schaffensphase von Arthur Segal, welches für 375.000 EUR* (SP: 150.000 – 200.000 EUR) nach Frankreich ging.


Zu einem weiteren Highlight der sechs Auktionen an drei Auktionstagen wurde die Versteigerung der Sander Collection. Nach einem atemberaubenden Bietgefecht erklomm das „Wandbild für einen Fotografen“ von Franz Wilhelm Seiwert mit 1.225.000 EUR* (SP: 400.000 – 600.000 EUR) ein weiteres Mal die Millionengrenze und gleichzeitig den Weltrekord für den Künstler. Dieses Hauptwerk Seiwerts von 1925 wird künftig im Art Institute in Chicago zu sehen sein. Mit einer Verkaufsquote von über 200 Prozent für diese Auktion konnten auch hier sehr erfolgreiche Resultate verzeichnet werden wie zum Beispiel die 156.250 EUR* für Heinrich Hoerles „Selbstbildnis“ von 1931 (SP: 60.000 – 80.000 EUR) oder die 150.000 EUR* für die Papierarbeit „Vordermann“ des Künstlers (SP: 40.000 – 60.000 EUR). Franz Wilhelm Seiwerts „Stark abstrahierte Halbfigur“ wurde für 118.750 EUR* (SP: 30.000 – 40.000 EUR) zugeschlagen.


Auch die Auktion Zeitgenössische Kunst kann beeindruckende Preissteigerungen vermelden: Die Arbeit „Study for Bedroom Painting #71 (Double Drop-Out)” von Tom Wesselmann verdoppelte mit 187.500 EUR* ihre Schätzung (70.000 – 90.000 EUR), die Gouache „Zwei Frauen” von 1958 von Joseph Beuys konnte die Taxe (80.000 – 120.000 EUR) mit einem Resultat von 125.000 EUR* ebenfalls hinter sich lassen. David Hockneys Farblithografie „Lithograph of Water Made of Thick and Thin Lines, a Green Wash, a Light Blue Wash, and a Dark Blue Wash“ war hart umkämpft, zahlreiche Bieter verdreifachten die Schätzung (40.000 – 60.000 EUR) auf 125.000 EUR*.


Das Spitzenlos der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts, Adolph von Menzels‘ „Morgens früh im Nachtschnellzug“ aus dem Jahr 1877, kletterte auf 206.250 EUR* (SP: 80.000 – 120.000 EUR). Auf großes Interesse stieß auch das Gemälde „Templerschloß“ aus dem Jahr 1915 von Eugen Bracht, welches für 187.500 EUR* in die Sammlung Sander nach Darmstadt geht (SP: 25.000 – 35.000 EUR). Der „Mädchenkopf (genannt die ‚Malresl‘)“ von Wilhelm Leibl (162.500 EUR*) und Max Pietschmanns monumentales Gemälde „Fischzug des Polyphem“ von 1892 (108.750 EUR*) gingen beide in deutsche Privatsammlungen. Erfreuliche Preissteigerungen erzielten zudem „Die blaue Grotte“ von August Kopisch mit 47.500 EUR* (SP: 7.000 – 9.000 EUR) und „Die Klagemauer in Jerusalem“ von Carl Friedrich Heinrich Werner ging nach einem internationalen Bietgefecht für 52.500 EUR* (SP: 12.000 – 15.000 EUR) in den europäischen Handel.


In der Photographie-Auktion sorgten die drei Abzüge von Otto Steinert für Aufsehen: „Verspielter Punkt“ und „Ohne Titel (Photogramm mit Bällen und Kreisen)“ erzielten jeweils 22.500 EUR* (SP: 5.000 – 7.000 EUR resp. 7.000 – 9.000 EUR) das „Luminogramm II“ (Lampen der Place de la Concorde, Paris) vervielfachte mit 21.250 EUR* ebenso die Schätzung (5.000 – 7.000 EUR). Erfolgreich verkauft wurden auch die drei Arbeiten „Yves Marie Asleep, May“, „John St. Clair Swimming, April“ und „Two Lemons and Four Limes, Santa Monica“ von David Hockney: Erst nach langen Bietgefechten fanden die jeweils auf 1.200 – 1.600 EUR geschätzten Arbeiten für 11.875 EUR*, 14.375 EUR* und 10.625 EUR* ihre neuen Besitzer (Privatsammlung Hessen / Handel, Frankreich / Süddeutsche Privatsammlung). Die Stadtansicht Thomas Struths, „West 44th Street New York“ von 1978, erzielte als teuerstes Los der Photoauktion am Ende 30.000 EUR* und ging in eine amerikanische Privatsammlung.


Insgesamt konnte Grisebach dank bester Kauflaune im ersten Halbjahr 2021 24,3 Millionen Euro erzielen.


Micaela Kapitzky

* Alle Ergebnisse inkl. Aufgeld

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Berlin, 7. Mai 2021: Von Emil Nolde bis Neo Rauch – Sommerauktionen 2021 bei Grisebach

An der Spitze des Angebots der diesjährigen Sommerauktionen (9. bis 11. Juni 2021) steht die „Sonnenblume“ von Emil Nolde aus dem Jahr 1928. Das eindrucksvoll pastose, in expressiv-gestischer Malweise gestaltete Ölgemälde befand sich einst in der Sammlung von Salmon Schocken und ist auf EUR 700.000–1.000.000 geschätzt. Ein weiteres Meisterwerk aus der Auktion Ausgewählte Werke „Von Emil Nolde bis Neo Rauch“ stammt ebenfalls aus dem Jahr 1928: Carl Grossbergs Selbstbildnis, ein typisch neusachliches Beispiel für seine Technik-Obsession und das einzige Selbstportrait des Künstlers (EUR 300.000–400.000). Die lichtdurchfluteten „Reiter in der Allee bei Sakrow“ aus dem Jahr 1924 machen in einem ungewöhnlich großformatigen Landschaftsbild von Max Liebermann (95,7 x 114,8 cm) die Harmonie und Schönheit der Natur erlebbar. Das seltene Motiv aus dem Park von Schloss Sacrow ist mit EUR 500.000–700.000 taxiert. Eine farbflirrendende Hommage an den Lago Maggiore ist Alexej von Jawlenskys „Sommertag in Ascona“, ein abstrahiertes Landschaftspanorama von 1918 in meisterhaft orchestriertem Kolorit (EUR 200.000–300.000). Franz Marcs „Grüne Studie“ von 1908 ist ein beeindruckendes großformatiges Frühwerk in besonders kraftvoller Farbgebung und Zeugnis der Lebensfreude und der neuen schöpferischen Energie in Marcs „Lenggrieser Sommer“ (EUR 300.000–500.000). Liebhaber des Jugendstils werden mit Heinrich Vogelers „Träume II (auch ,Frühling‘ oder ,Erwartung‘)“ sehr auf ihre Kosten kommen - das ikonische Werk von 1912 zeigt Martha Vogeler, die Ehefrau und Muse des Künstlers in überzeitlicher Schönheit (EUR 200.000–300.000).


Die kuratierte Abendauktion wartet auch mit Spitzenwerken der Zeitgenössischen Kunst mit besten Provenienzen auf. Von Gerhard Richter werden gleich zwei Gemälde angeboten: das Ölbild „Umgeschlagenes Blatt“ (1966) spielt auf eindrucksvolle Weise mit Realitätsebenen und ist eine Neuinterpretation einer jahrhundertealten Bildtradition (EUR 600.000–800.000). Das marktfrische Gemälde „Heidi“ aus dem Jahr 1965 wird zum ersten Mal auf einer Auktion angeboten und ist ein wichtiges Beispiel für Gerhard Richters frühe Verwischungen (EUR 280.000–350.000). Konrad Klaphecks „ähnliche Eltern“ (1957), museales Werk und frühe Ikone aus der stilprägenden Zeit des Künstlers, besticht durch den einzigartig eleganten Stil zwischen Hyperrealismus, Surrealismus und Pop-Art (EUR 200.000–300.000). Eine veritable Entdeckung sind die „Bockwürste auf Pappteller“ von 1962/63 von Konrad Lueg, der ab 1967 unter seinem Geburtsnamen Konrad Fischer als Galerist berühmt werden sollte, dessen künstlerisches Œuvre jedoch recht klein geblieben ist. Umso begehrenswerter dürfte die angebotene Arbeit sein, die Gerhard Richter und Konrad Lueg in ihrer legendären gemeinsamen Ausstellung „Leben mit Pop – Eine Demonstration für den Kapitalistischen Realismus“ gezeigt haben (EUR 80.000–120.000). Nach fast 50 Jahren erstmals auf dem Kunstmarkt sind Joseph Beuys‘ „Eurasienstäbe“ von 1974, die Assemblage ist auf EUR 60.000–80.000 geschätzt. Mit Neo Rauch ist der bedeutendste Künstler der Neuen Leipziger Schule in unseren Sommerauktionen vertreten. Mit seiner Arbeit „Autor“ von 1994 kommt sein kraftvolles und großformatiges Frühwerk in unserer Abendauktion am 10. Juni zum Aufruf (EUR 300.000–400.000).

In der Auktion Zeitgenössische Kunst kommen marktfrische Werke jener Künstler zur Versteigerung, die Grisebachs zeitgenössisches Gesicht prägen. Darunter Katharina Grosses „Ohne Titel“ (2004), ein Werk der radikalsten abstrakten Malereipositionen aus Deutschland (EUR 40.000–60.000). Die Gouache „Zwei Frauen“ aus der melancholischen Phase von Joseph Beuys von 1958 ist auf EUR 80.000–120.000 geschätzt, Günter Fruhtrunks „ROT AUS SCHWARZ AUS GELB“ von 1970 auf EUR 60.000–80.000 und Andy Warhols komplettes Portfolio „Flash - November 22, 1963“ über das Attentat an J.F. Kennedy aus 12 Serigrafien von 1968 kommt für EUR 50.000–70.000 zum Aufruf.


30 Jahre KUNST-WERKE BERLIN e. V. werden bei Grisebach gefeiert! Im Rahmen der Auktion Zeitgenössische Kunst am 11. Juni werden mehr als 30 Werke von KünstlerInnen versteigert, die die Geschichte der KW Institute for Contemporary Art und der Berlin Biennale in den letzten 30 Jahren maßgeblich geprägt haben und die das einzigartige Ausstellungsprogramm der vergangenen drei Jahrzehnte reflektieren. Mit dem Erlös werden zukünftige Projekte der KW und der Berlin Biennale unterstützt. Künstlerinnen und Künstler: Marina Abramović, Mounira Al Solh, Kader Attia, BLESS, Monica Bonvicini, Keren Cytter, Simon Denny, Olafur Eliasson, Elmgreen & Dragset, Ceal Floyer, Cyprien Gaillard, Katharina Grosse, Lynn Hershman Leeson, Carsten Höller, Sergej Jensen, Kris Lemsalu, Leonilson, Michel Majerus, John Miller, Piotr Nathan, Susan Philipsz, Willem de Rooij, Julian Rosefeldt, Aura Rosenberg, Tino Sehgal, Jeremy Shaw, Santiago Sierra, Katharina Sieverding, Wolfgang Tillmans, David Wojnarowicz, Amelie von Wulffen.


Die einzigartige Sander Collection, der am 10. Juni eine Sonderauktion mit eigenem Katalog gewidmet ist, geht in ihren Ursprüngen auf den international renommierten Fotografen August Sander (1876-1964) zurück. Nicht wenige der hier angebotenen Werke werden erstmals auf dem Kunstmarkt aufgerufen. Dazu gehört das 1925 von Franz Wilhelm Seiwert geschaffene „Wandbild für einen Fotografen“ (EUR 400.000–600.000), ein Meisterwerk und das vermutlich persönlichste Zeugnis des engen Austausches zwischen Sander und Seiwert. Zu den Ikonen der „Progressiven Künstler Köln“ zählen das 1931 geschaffene, markante „Selbstbildnis“ von Heinrich Hoerle (EUR 60.000–80.000) wie auch das betörende Bild „Die Geste“, das Gottfried Brockmann 1928 gemalt hat (EUR 5.000–7.000). Ein weiteres Spitzenstück der Sander Collection ist die „Ländliche Familie (Familie Jatho)“ von Franz Wilhelm Seiwert aus dem Jahr 1923 (EUR 100.000–150.000).


Schwerpunkt der Abteilung Photographie in diesem Sommer ist die amerikanische Farb- und Konzeptphotographie mit Werken von Größen wie William Eggleston, Larry Sultan, Lewis Baltz oder Mitch Epstein. Eine besondere Entdeckung sind auch die 11 Portraits des Aktfotografen Ernest J. Bellocq, die Prostituierte des Rotlichtmilieus von New Orleans der Jahre 1911/13 zeigen und von dem Fotografen Lee Friedlander wiederentdeckt und vervielfältigt wurden (EUR 40.000–60.000). Zwei Rayogramme des Dada-Künstlers, Fotografen und Filmemachers Man Ray kommen am 9. Juni zum Aufruf: die Arbeiten mit dem von ihm entwickelten fotomechanischen Verfahren zur Produktion von schwarz-weißen Lichtgrafiken stammen von 1922 und 1924 (jeweils EUR 7.000–9.000)


Ein Highlight der Auktion Kunst des 19. Jahrhunderts, mit der traditionell die Auktionswoche in der Fasanenstraße beginnt, ist Wilhelm Leibls „Mädchenkopf (genannt ‚Die Malresl‘)“ von 1897: Die Ölstudie als Meisterwerk in Vollendung - ein Non-Finito in seiner aufregendsten und schönsten Form (100.000–150.000). Das erste Mal seit über 100 Jahren gelangt in der Auktion Adolph von Menzels Zeichnung „Frühmorgens im Nachtschnellzug“ (1877) wieder ans Licht der Öffentlichkeit (EUR 80.000–120.000). Ähnlich wie Adolph Menzel mittelalterliche Ritterrüstungen zum Leben erweckte, haucht Carl Schuch seinen „Totenschädel mit Rosen“ neuem Atem ein (EUR 50.000-70.000). Aus der Sammlung von Max und Martha Liebermann werden zwei Meisterzeichnungen von Menzel angeboten: „Tagebau in Königshütte“ aus dem Jahr 1872 (EUR 25.000–35.000) entstand in unmittelbarem Zusammenhang mit Menzels „Eisenwalzwerk“ (Alte Nationalgalerie, Berlin), das der Onkel des Malers, Alfred Liebermann, bei Menzel in Auftrag gegeben hatte. Bei dem zweiten Blatt („Die Personen des ‚Flötenkonzerts‘, EUR 30.000–40.000) handelt es sich um die Kompositionsskizze der Personen auf Menzels berühmten „Flötenkonzert“ (1850-52, Alte Nationalgalerie, Berlin). Die großformatige, in Feder ausgeführte Zeichnung ist die ältere der beiden bekannten Versionen aus dem Berliner Kupferstichkabinett und wurde kürzlich an die Liebermann Erben restituiert.


Insgesamt werden an drei Auktionstagen 783 Kunstwerke mit einer mittleren Gesamtschätzung von ca. 18 Millionen in 6 Katalogen bei Grisebach angeboten.


Die erweiterte Vorbesichtigung in Berlin findet vom 25. Mai bis 8. Juni in der Fasanenstraße 25, 27 und 73 statt.


Micaela Kapitzky

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