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Kunst des 19. Jahrhunderts

169

Carl Gustav Carus

Leipzig 1789 – 1869 Dresden

Fenster der Burg Tharandt.
Pinsel in Grau und Schwarz über Kreide und Bleistift auf Papier. 19,5 × 26,4 cm. (7 ⅝ × 10 ⅜ in.) Fest ins Passepartout montiert. Etwas stockfleckig.  [3080] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Norddeutschland

EUR 5.000 – 7.000
USD 5,560 – 7,780

Fenster der Burg Tharandt

Auktion 340Mittwoch, den 1. Juni 2022, 15.00 Uhr

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Diese neu entdeckte Naturstudie von Carl Gustav Carus ist in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall. Zum einen ist sie eine wertvolle Ergänzung seines zeichnerischen Werks und andererseits können wir dadurch die Entstehungsgeschichte des 2011 ebenfalls neu entdeckten Bildes „Aussicht“ von 1818 nachvollziehen (Grisebach, A 187/103). Unsere Tuschpinselzeichnung ist direkt vor dem Motiv der Burgruine von Tharandt entstanden, die sich in einer 13 Kilometer südwestlich von Dresden gelegenen Ortschaft befindet und die auch von anderen Malerkollegen wie Adrian Zingg, Caspar David Friedrich, Carl Blechen und Ludwig Richter zeichnerisch festgehalten wurde. In ebenso sicherer wie lockerer Handschrift gibt Carus hier die zwei mittelalterlichen Fensteröffnungen mit Durchblick wieder. Beim späteren Betrachten der vor Ort aufgenommenen Studie scheint Carus die Bildidee zu dem Gemälde entwickelt zu haben. In diesem konzentriert Carus die Komposition auf die spitzbogige Fensteröffnung, lässt einen jungen Mann, der sehnsuchtsvoll in die abendliche Landschaft blickt, in altdeutscher Tracht auf der Bank Platz nehmen, und schafft so „ein kleines Seelenbild der Romantik“ (Markus Bertsch). Alle wesentlichen Details der Ruinenarchitektur sind von unserer Zeichnung direkt in das Ölbild über- nommen worden, was diese Studie aus der besten Zeit der Dresdner Romantik besonders reizvoll macht. MM

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