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Ausgewählte Werke

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Lovis Corinth

Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort

Urfeld am Walchensee. 1921

Aquarell und Gouache auf festem Papier. 36,1 × 50,8 cm. (14 ¼ × 20 in.) Am rechten Rand unten mit Tuschfeder signiert, bezeichnet und datiert: Lovis Corinth Urfeld 19. August 1921.  [3218] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Spanien (1973) / Privatsammlung, Schweiz (1975) / Privatsammlung, Spanien (1986) / Privatsammlung, Berlin

EUR 150.000 – 200.000
USD 174,000 – 233,000

Urfeld am Walchensee

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungLovis Corinth. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1973, Kat.-Nr. 23 / Lovis Corinth zum 50. Todestag. Aquarelle, Handzeichnungen und Graphik. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 1975, Kat.-Nr. 16 / Lovis Corinth. Die Bilder vom Walchensee, Vision und Realität. Regensburg, Ostdeutsche Galerie, und Bremen, Kunsthalle, 1986, Kat.-Nr. 102 a / Lovis Corinth am Walchensee. Späte Bilder. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 2002, Kat.-Nr. 12, Abb. S. 15 und auf dem Umschlag / Lovis Corinth. Seelenlandschaften. Walchenseebilder und Selbstbildnisse. Kochel am See, Franz Marc Museum, 2009, S. 25, Abb. 6, u. S. 119

Literatur und AbbildungVersteigerungskatalog: Kunst alter und neuer Meister, Dekorative Graphik, Veduten. München, Karl & Faber, 11./12.6.1970, Kat.-Nr. 585, Abb. Tf. 4

Unser Aquarell steht in engem Zusammenhang mit dem ebenfalls 1921 geschaffenen Gemälde „Walchensee, Landschaft mit Kuh“, das sich im Besitz der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel, Neue Galerie, befindet.
Bei seinen Aufenthalten in Urfeld nutzte Lovis Corinth die Möglichkeiten der Aquarelltechnik, um die charakteristischen Formen der Landschaft sowie die Fülle ihrer atmosphärischen Erscheinungen in großen Zügen und in freier Bewegung des Pinsels festzuhalten. Bis zur Fertigstellung seines eigenen Hauses oberhalb der Ortschaft logierte Corinth im Hotel Fischer am See, das man in vielen seiner Walchenseelandschaften wiederfindet. In diesem Aquarell hat er für die Wiedergabe des „Landhauses“, wie er es auch nannte, den Farbton des Papiers genutzt, während der Rest des Blattes von den transparenten, ineinander fließenden Farben bedeckt ist.
In einem eng eingegrenzten Ausschnitt des Sees mit wenigen Häusern am Ufer hat Corinth die gesamte Dramatik einer Abendstimmung festgehalten. Die Wärme der untergehenden Sonne und der spektakulär beleuchtete Himmel sind im Farbenspiel des Wassers, den goldgelben Hängen und den mit roter Deckfarbe akzentuierten Dächern enthalten. Es war jedoch weniger der flüchtige Moment, den Corinth bannen wollte. Schnell und konzentriert erwächst aus leuchtendem Violett und Blau die Vorstellung des Malers von der Urkraft des Sees. Er weiß die Aquarelltöne als farbiges Licht einzusetzen, welches rätselhafte Tiefen sowie seine eigenen zwiespältigen Gefühle andeutet, die er im manchmal Heiteren, manchmal Unheimlichen des Naturschauspiels gespiegelt sah. Die Meisterschaft, mit der Lovis Corinth hier die Leichtigkeit des Aquarells mit bildhafter Dichte und damit den vorübergehenden Augenblick mit elementarer Aussage vereint, macht „Urfeld am Walchensee“ zu einem seiner bedeutendsten Walchensee-Aquarelle.
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• Urfeld am Walchensee war ab 1919 Rückzugsort von Lovis Corinth
• Die Bilder vom Walchensee gehören zu den Höhepunkten in Lovis Corinths Schaffen
• Virtuoses Aquarell von großer Farbintensität

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