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Ausgewählte Werke

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Adolf Erbslöh

New York 1881 – 1947 Irschenhausen

„Positano“. Um 1923

Öl auf Leinwand. 94 × 130 cm. (37 × 51 ⅛ in.) Unten rechts signiert: Erbslöh. Auf dem Keilrahmen oben in Schwarz signiert und betitelt: A. Erbslöh, Composition [durchgestrichen und mit Bleistift korrigiert zu:] Positano. Dort auch ein Etikett des Kunstvereins Hannover. Werkverzeichnis: Salmen/Billeter 1923/1.  [3235] Gerahmt 

ProvenienzPrivatsammlung, Nordrhein-Westfalen (zeitweise Leihgabe im Von der Heydt-Museum, Wuppertal)

EUR 100.000 – 150.000
USD 116,000 – 174,000

„Positano“

Auktion 336Donnerstag, den 2. Dezember 2021, 18.00 Uhr

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AusstellungAdolf Erbslöh. Gemälde, Zeichnung, Graphik. Hamm, Städtisches Gustav-Lübcke-Museum, 1981, Kat.-Nr. 66 / Adolf Erbslöh, Gemälde 1903–1945. Wuppertal, Von der Heydt-Museum; Bremen, Kunsthalle; Warburg, Museum im „Stern“, und Bad Homburg, Sinclair-Haus, 1992, Kat.-Nr. 76 / Neue Sachlichkeit. Bilder auf der Suche nach der Wirklichkeit. Figurative Malerei der zwanziger Jahre. Mannheim, Städtische Kunsthalle, 1994/95, S. 234, Abb. S. 103 / Italiensehnsucht! Auf den Spuren deutschsprachiger Künstlerinnen und Künstler 1905–1933. Würzburg, Museum im Kulturspeicher; Zwickau, Kunstsammlungen Zwickau – Max-Pechstein-Museum, und Bonn, August Macke Haus, 2020/21, S. 40 f

Literatur und AbbildungHans Wille: Adolf Erbslöh 1881–1947. Mit einem Katalog der Gemälde. Wuppertal, Kunst- und Museumsverein, 1967, Kat.-Nr. 155, m. Abb. / Hans Wille: Adolf Erbslöh. Recklinghausen, Verlag Aurel Bongers, 1982, S. 33, S. 119 u. Abb. 58

Nach Italien zu reisen war für die Künstlerinnen und Künstler des 20. Jahrhunderts nicht mehr notwendiger Teil ihrer Ausbildung, und sie beließen es auch nicht beim Betrachten und Kopieren klassischer Werke. Adolf Erbslöh reizte einfach die im Vergleich zu Deutschland so andere Landschaft, die an steilen Hängen gelegenen Dörfer an der Amalfiküste, das Licht des Südens – und so entstanden Zeichnungen an Orten wie Olevano, Capri oder eben Positano.
Das großformatige Gemälde „Positano“ ist die Quintessenz dieser Italienreisen. Nur dieses eine Bild bereitete der Künstler durch zahlreiche Vorzeichnungen vor: Neben der Grundkomposition existieren dazu noch mehrere Detailstudien sowie eine mit dem Pinsel ausgeführte Studie auf Pappe. Diese Vorarbeiten, in denen sich der Künstler dem Motiv nähert, zeigen die Bedeutung des Werkes für den Maler und weisen das höchstwahrscheinlich zu Hause im Atelier entstandene Bild als eines der Hauptwerke des Malers aus. In späteren Jahren schuf Erbslöh von diesem Motiv zudem noch mehrere Lithografien.
Dem zentralen Motiv von „Positano“, dem frei stehenden, hoch aufragenden Berg, näherte sich der Künstler hier nicht zum ersten Mal. In den Jahren während des Ersten Weltkriegs malte Erbslöh einige Male den Desenberg in Westfalen. Der Berg als solcher wurde ihm zur Chiffre für überdauernde Stärke und Festigkeit in einer Zeit voller Unsicherheit, Angst und Not. Diesen Grundgedanken erkennen wir auch noch in unserem Gemälde. Doch Erbslöh erweiterte das Sinnbild: Der Berg ist nun monumentale Naturerscheinung, der Betrachter soll ergriffen werden von seiner machtvollen Größe. Gleißendes Licht breitet sich vom Gipfel des Berges strahlenförmig aus.
In „Positano“ verleiht Erbslöh dem ihm so vertrauten Bildmotiv eine überwältigende Präsenz. Der Maler setzt das Wirken des Menschen in Beziehung zur Größe der Natur, indem er vor den gewaltigen Berg einen kleineren mit gleichem Neigungswinkel platziert. Hier haben die Menschen ihre Siedlung errichtet und Häuser an die steilen Hänge gebaut. Mit „Positano“ nähert sich Erbslöh am intensivsten der Neuen Sachlichkeit an. Doch berührt dies nur die malerische Auffassung. Die Klarheit von Formen und Konturen transportiert am besten die Bildidee, die für sich genommen überhaupt nicht sachlich kühl ist, sondern vielmehr erhaben und transzendent.
OH

• Eines der Hauptwerke Adolf Erbslöhs
• Frühes Beispiel für die Malerei der Neuen Sachlichkeit
• Der Berg als Symbol für Erhabenheit und Transzendenz

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