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Ausgewählte Werke

38N

Hans Purrmann

Speyer 1880 – 1966 Basel

„Atelierinterieur in Langenargen“. Um 1927 (?)

Öl auf Holz, fest auf Holz montiert. 120 × 98 cm. (47 ¼ × 38 ⅝ in.) Unten rechts signiert: H Purrmann. Werkverzeichnis: Billeter 1927/21.  [3021] Gerahmt 

ProvenienzNachlass des Künstlers (Archiv-Nr. 453) / Regina Vollmoeller, Tochter des Künstlers, Zürich / Pino Donati, Arte Classica, Lugano (1999 durch Erbschaft von Regina Vollmoeller erhalten) / ehemals Stefano Donati, Antichita’ Donati, Lugano (durch Erbschaft von seinem Vater Pino Donati erhalten, bis 2012)

EUR 100.000 – 150.000
USD 97,000 – 146,000

Verkauft für:
150.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Atelierinterieur in Langenargen“

Auktion 346Donnerstag, den 1. Dezember 2022, 18.00 Uhr

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AusstellungHans Purrmann, 1880–1966. Aarau, Aargauer Kunsthaus, Kunstverein Frauenfeld, 1966, Kat.-Nr. 34 („Blick aus dem Fenster Langenargen, um 1925, Tempera“) / Hans Purrmann. Un maestro del colore. Dipinti, scritti e amicizie. Montagnola, Museo Hermann Hesse, und Mendrisio, Museo d'Arte, 2011, Kat.-Nr. 75

Hans Purrmanns meisterliches Atelierinterieur besticht durch eine furiose Farbigkeit. Dekorativ stehen ein kleiner Putto und eine bunt bemalte Vase auf mehreren Lagen farbiger Stoffe auf einem Modellierbock. Der Wandspiegel wie auch das danebenliegende Fenster sind in einem spannungsreichen Anschnitt gezeigt. Der weiße Vorhang ist aufgezogen, und der Blick gleitet durch das geöffnete Fenster – gleich einem Bild im Bilde – in Richtung des sommerlichen Sees mit seinem am Ufer stehenden, grün belaubten Baum. Das auf Holz gemalte Gemälde, von dem sich eine ähnliche Fassung in den Sammlungen des Frankfurter Städel befindet, entstand in den 1920er-Jahren in Langenargen am Bodensee, wo der Maler und seine Frau, die Malerin Mathilde Vollmoeller-Purrmann, 1919 ein Sommerhaus erworben hatten.
Farbwahl, Sujet und Gestaltung bilden einen Reflex der einflussreichen Jahre Purrmanns an der Seite von Henri Matisse. Mit dem zehn Jahre älteren französischen Begründer der modernen Malerei, den Purrmann Anfang des Jahrhunderts in Paris kennengelernt hatte, verband den Maler eine langjährige Freundschaft: „Wir schätzten in Purrmann immer den besten und selbständigsten der Matisseschüler, einen der ganz wenigen echten Koloristen, die die deutsche Malerei besitzt, und einen Künstler, von dem unendlich viele gelernt haben, weil seine Bilder […] ,Professoren‘ sind“, resümierte Karl Scheffler 1931 (Karl Scheffler: Hans Purrmanns Landschaften aus dem Jahre 1930, in: Kunst und Künstler, 29. Jg. 1931, H. 6, S. 223-224). GK

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