Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

1N

Alexander Calder

Philadelphia 1898 – 1976 New York

Ohne Titel. 1953

Aquarell und Tuschpinsel auf Velin. 75 × 105,3 cm. (29 ½ × 41 ½ in.) Unten rechts signiert und datiert: Calder 53.  [3019] Gerahmt 

ProvenienzChristian Zervos, Paris / Parke-Bernet Galleries, New York (1971) / Galeria Maison Bernard, Caracas / Privatsammlung, Schweiz

Addendum/ErratumDas Velin auf Papier aufgezogen. Das Werk wird der Alexander & Louisa Calder Foundation, New York, am 16.7.2020 im Original vorgestellt.

EUR 70.000 – 90.000
USD 75,300 – 96,800

Verkauft für:
175.000 EUR (inkl. Aufgeld)

Ohne Titel

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

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Das Werk wird der Alexander & Louisa Calder Foundation, New York, im Original vorgestellt.

Im Juni 1922 fuhr der junge Alexander Calder als Heizer auf einem Frachter von New York über den Panamakanal nach San Francisco. Als das Schiff vor Guatemala lag, beobachtete er die aufsteigende Sonne und den untergehenden Mond an einander gegenüberliegenden Horizonten. Dieser Augenblick wird zum Schlüsselerlebnis, auf das sich der Künstler in späteren Arbeiten immer wieder bezieht. Vielleicht auch in unserem vorliegenden Aquarell aus dem Jahr 1953: In der linken Bildhälfte prangt ein satter Halbmond in Schwarz, gegenüber ein fein gezogenes Sonnen- oder Sternkreuz auf Himmelblau, durchzogen von blutroten und gelben Partien – Monduntergang und Sonnenaufgang über einem Meereshimmel?
Metallisch schwarz verteilen sich stilisierte Gewächsstrukturen über der Szenerie, die formal an Calders abstrakte Stabiles erinnern. Ein lustvoll getuschter Reflex auf das skulpturale Werk des gelernten Ingenieurs, der in unverwechselbarer Weise zwischen Spiel und Experiment, Physik und Ästhetik Draht, Blech und Eisen in Schwingung brachte. Frei im Raum schweben die stillen Figuren eines Schattentheaters in leuchtendes Kolorit getaucht – ein traumgleicher Kosmos, in dem sich Gegenwart und Erinnerung durchdringen mögen.
SaB

* Formale Erinnerung an Calders abstrakte Stabiles
* Zeugnis des lebenslangen künstlerischen Austauschs zwischen Alexander Calder und Joan Miró
* Papierarbeiten dieses Formats aus den 1950er-Jahren sind selten auf dem Auktionsmarkt

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