Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Von Dürer bis Balkenhol – Ausgewählte Werke

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Lesser Ury

Birnbaum/Posen 1861 – 1931 Berlin

„Unter den Linden mit Blick auf das Brandenburger Tor“. Um 1920

Pastell auf Pappe. 48,3 × 60 cm. (19 × 23 ⅝ in.) Unten links signiert: L. Ury. Werkverzeichnis: Mit einer Expertise von Dr. Sibylle Groß, Berlin, vom 3. September 2018. Das Pastell wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Gouachen und Aquarelle von Lesser Ury von Dr. Sibylle Groß, Berlin (in Vorbereitung). Minimale Bereibungen.  [3150] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Wimmer, München / Axel Springer, Berlin (wohl nach 1966 in der Galerie Wimmer erworben) / Hans Rosenthal, Berlin (1975, zum 50. Geburtstag als Geschenk von Axel Springer erhalten) / Privatsammlung, Berlin

EUR 100.000 – 150.000
USD 108,000 – 161,000

Verkauft für:
125.000 EUR (inkl. Aufgeld)

„Unter den Linden mit Blick auf das Brandenburger Tor“

Auktion 319Donnerstag, den 9. Juli 2020, 18.00 Uhr

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Mit meisterlicher Leichtigkeit hat Lesser Ury hier das Wahrzeichen der Stadt Berlin dargestellt: Vor einem goldgelben Abendhimmel zeichnen sich das Brandenburger Tor und der Tiergarten dahinter ab. Auf dem Boulevard Unter den Linden sind nur wenige Automobile unterwegs, doch links auf dem Trottoir drängen sich die Passanten. Wem Urys besonderes Interesse galt, ist unschwer zu erkennen. Da die Herren gedeckte Farben tragen, fallen die elegant gekleideten Damen in ihren mondänen roten, blauen und grünen Mänteln umso mehr auf. Der Großstadtchronist Kurt Tucholsky schilderte das abendliche Flanieren treffend in der „Vossischen Zeitung“: „Er holt Sie vom Geschäft ab oder Sie Ihn. Das Paar vertritt sich noch ein bisschen die Beine, nach dem langen Sitzen im Büro tut die Abendluft gut. Die grauen Straßen entlang, durch das Brandenburger Tor, zum Beispiel – und dann durch den Tiergarten. Was tut man unterwegs? Man erzählt sich, was es tagsüber gegeben hat“ (Kurt Tucholsky alias Peter Panter: Abends nach sechs, in: Vossische Zeitung vom 27. September 1924, Nr. 460). Ebenso treffend charakterisierte der Kunstkritiker Adolph Donath Ury und seine Kunst in einem im Oktober 1931 erschienenen Nachruf: „Mit der malerischen Entdeckung des modernen Berlin und mit seinen frühen Impressionen [...], da er Sonne und Luft in einer Eigenart wiedergab, und in einer Stärke, die das Pleinair der Franzosen oft übertraf, schuf sich Ury eine Sonderstellung im Berliner Kunst-leben“ (Adolph Donath: Der Tod des Lesser Ury, in: Der Kunstwanderer, 13. Jg., Berlin 1931, S. 34). Dieses virtuos ausgeführte Pastell besticht auch durch seine prominente Provenienz: Der Verleger Axel Cäsar Springer schenkte das Kunstwerk 1975 dem Berliner Showmaster und Entertainer Hans Rosenthal zu dessen 50. Geburtstag.
GK

* Besonders großformatige Berliner Straßenszene des Künstlers in Pastell
* Eine herausragende impressionistische Hommage an das Berlin der Weimarer Republik
* Außergewöhnlich prominente Provenienz

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