Lupe Stift

Sommerauktionen 2020

Moderne Kunst

128

Auguste Renoir

Limoges 1841 – 1919 Cagnes-sur-Mer

„Cabanon et verger aux Collettes“. 1911

Öl auf Leinwand. Doubliert. 15,2 × 30 cm. (6 × 11 ¾ in.) Unten links signiert: Renoir. Auf der Stützleiste des Keilrahmens ein Aufkleberrest der Galerie Durand-Ruel, Paris, beschriftet: Renoir n. 98[78] Paysage. Mit Bestätigungen des Wildenstein Plattner Institutes, New York, vom 17. September 2019 und von Guy-Patrice und Floriane Dauberville, Archives Bernheim-Jeune, Paris, vom 7. Februar 2020. Das Gemälde wird aufgenommen in den zweiten Ergänzungsband zum Werkverzeichnis der Gemälde, Pastelle, Zeichnungen und Aquarelle von Pierre-Auguste Renoir von Guy-Patrice und Floriane Dauberville, Archives Bernheim-Jeune, Paris, und in den Renoir Digital Catalogue Raisonné des Wildenstein Plattner Institutes, New York (in Vorbereitung).  [3015] Gerahmt 

ProvenienzGalerie Durand-Ruel, Paris (am 17.1.1912 vom Künstler erworben) / Jules Strauss, Paris (am 26.4.1912 bei Durand-Ruel erworben) / Albert Gaubier, Stockholm / Privatsammlung, Baden-Württemberg (wohl 1996 erworben) / Privatsammlung, Brandenburg (1998 beim Vorbesitzer erworben, seitdem in Familienbesitz)

EUR 50.000 – 70.000
USD 53,800 – 75,300

„Cabanon et verger aux Collettes“

Auktion 320Freitag, den 10. Juli 2020, 14.00 Uhr

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Literatur und Abbildung24. Auktion: 20. Jahrhundert. München, Galerie Wolfgang Ketterer, 28./29.11.1977, Kat.-Nr. 1474, m. Abb

Im Jahr 1907 erwarb Auguste Renoir das Anwesen „Les Collettes“ oberhalb des Dorfes Cagnes-sur-Mer an der Côte d´Azur, wo er bis an sein Lebensende wohnte und arbeitete. Wie unser Bild „Cabanon et verger aux Collettes“ beweist, sollte ihn die neue Umgebung noch einmal zu künstlerischen Höchstleistungen anregen. Es handelt sich dabei zwar um eine Studie, doch kann man unschwer erkennen, dass das Bild mit dem Gemälde „Olivengarten“ aus dem Museum Folkwang in Essen eng verwandt ist.
„Cabanon et verger aux Collettes“ ist ein typisches Beispiel für das Spätwerk von Renoir. Die Malgründe sind verschliffen: links die Hütte mit ihrem Pultdach, davor mehrere Agaven und rechts ein Baum. Die Bildmitte erscheint leer, unbestimmtes Grün und Braun zeigen eine nicht näher bezeichnete Vegetation. Im Hintergrund kann man einige Baumstämme erahnen, allerdings bleibt die Perspektive hierbei unklar. Was an dieser gestischen, proto-abstrakten Komposition besonders reizvoll ist, ist das Additive, Unfertige der Komposition.
Mit dieser Arbeit entfernt sich Renoir bewusst von allen Konventionen eines herkömmlichen Landschaftsbildes. Es ist allein das Malerische, die Farbsubstanz als solche, die die unterschiedlichen Bildteile zusammenhält. Das Gegenständliche, die Narration, scheint hier, in der Hitze Südfrankreichs im Jahr 1911, für Renoir nur noch ein ferner Klang zu sein.
In den Kronen der Bäume lässt er ein lichtes Orange aufblitzen, als träfe sie die abendliche Sonne. Ein reizvoller Kontrast ergibt sich aus dem kühlen Blaugrün der Agavenblätter. Ein bläulich-silbriger Schein liegt auch auf den kugeligen Blattballungen des vorderen Baumes. Koloristisch ist dieses Bild ein Meisterwerk, in dem sich Renoir auch kompositorisch eindeutig als Künstler des 20. Jahrhunderts zu erkennen gibt.
OH

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